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Kakerlaken bekämpfen: So werden Sie die Schaben los

Überträger von Krankheiten  

Kakerlaken vorbeugen, erkennen und bekämpfen

18.05.2019, 12:14 Uhr | lk, jb, t-online.de

Kakerlaken bekämpfen: So werden Sie die Schaben los. Tote Schabe auf dem Fußboden. (Quelle: Getty Images/anankkm)

Schaben: Die Insekten können ein Risiko für die Gesundheit darstellen. Ihre Bekämpfung aber auch. (Quelle: anankkm/Getty Images)

Schaben, oft auch Kakerlaken genannt, vermehren sich rasant und können Krankheiten übertragen. Umso wichtiger ist es, möglichst rasch im Urlaubsdomizil oder zu Hause gegen sie vorzugehen. Wir erklären, woran Sie einen Schabenbefall frühzeitig erkennen, wie das Ungeziefer ins Haus kommt und wie Sie die Tiere bekämpfen können. 

Sind Kakerlaken gefährlich?

Ein Schabenbefall ist ein Gesundheitsrisiko. Die Schädlinge können Salmonellen und Schimmelsporen übertragen, ihre Ausscheidungen können Allergien auslösen und das Ungeziefer erhöht das Infektionsrisiko für Magen-Darm-Erkrankungen. Zudem werden durch ihren Anfraß oder ihre Ausscheidungen Lebensmittel ungenießbar. Laut Dr. Martin Felke vom Institut für Schädlingskunde wurden auch Übertragungen von Tuberkulose, Ruhr, Typhus, Cholera, Kinderlähmung und Hepatitis B durch verschiedene Schabenarten dokumentiert.

Kakerlakenbefall verhindern
• Entsorgen Sie organische Abfälle täglich in der Mülltonne vor dem Haus.
• Waschen Sie dreckiges Geschirr umgehend ab.
• Entfernen Sie Lebensmittelflecken – auch wenn diese hinter den Möbeln sind. 
• Verschließen Sie Vorräte sorgfältig in festen Behältern.
• Lassen Sie Tierfutter nicht offen stehen, decken Sie es besser ab.

Wie kommen Kakerlaken ins Haus?

Kakerlaken befallen Wohnräume nicht wegen fehlender Hygiene oder Sauberkeit. Die Schädlinge werden meist über Nahrungsmittelverpackungen, gebrauchte Küchengeräte oder mit dem Urlaubsgepäck eingeschleppt. Außerdem können sie von angrenzenden Lebensmittelfabriken oder Restaurants in das Haus oder die Wohnung überwandern.

Einmal im Haus vermehren sich die Schaben rasant, weshalb ein Befall möglichst früh erkannt werden und dagegen vorgegangen werden muss. Allerdings verstecken sich Kakerlaken tagsüber in Schlupfwinkeln. Erst in der Abenddämmerung oder nachts kommen sie aus ihren Verstecken und werden auch erst dann entdeckt.

Sehen Sie tagsüber eine Kakerlake, ist bereits von einem sehr starken Befall auszugehen, dessen nur noch ein professioneller Schädlingsbekämpfer Herr werden kann.

Wie erkennt man, dass man Kakerlaken in der Wohnung hat?

Es gibt mehrere Anzeichen, die auf einen Schabenbefall hindeuten:

  • In ihren Entwicklungsstadien häuten sich die Insekten mehrfach. Die alte Haut bleibt als durchscheinende Hülle meist in der Nähe der Nester liegen.
  • Auch ihre Eipäckchen legen Kakerlaken meist nahe ihres Unterschlupfs ab.
  • Darüber hinaus können die Ausscheidungen der Ungeziefer einen Befall anzeigen. Experten zufolge sehen sie aus wie Krümel von Kaffeepulver und sind etwa einen Millimeter lang.
  • An Wänden oder anderen vertikalen Flächen verlaufen die Kotpünktchen häufig in einer länglichen Spur.
  • Kakerlaken leben meist in größeren Populationen zusammen und kommunizieren und orientieren sich über chemische Duftstoffe, die für den Menschen bisweilen als penetranter, süßlicher Geruch wahrnehmbar sind und einen Befall anzeigen können.
  • Fraßschäden an Lebensmitteln und Verpackungen deuten ebenfalls darauf hin, dass sich Schaben in der Wohnung breit gemacht haben, wie aufgefundene lebende oder tote Exemplare.

Gemeine Küchenschabe: Die Schädlinge legen ihre Eier in der Nähe ihrer Nester oder von Nahrungsquellen ab.  (Quelle: blickwinkel)Gemeine Küchenschabe (Quelle: blickwinkel)

Sollte man die Kakerlaken sofort zertreten?

Auch wenn Sie sich beim ersten Anblick meist sehr erschrecken, sollten Sie die Kakerlake nicht zertreten. Die weibliche Küchenschabe trägt ihre Eier bis kurz vor dem Schlüpfen der Brut unter ihrem Chitinpanzer mit sich herum. Wird das Ungeziefer zertreten, bleiben die Eier an der Schuhsohle kleben und werden dadurch im Haus verteilt. Der Befall könnte sich also auf bislang noch nicht betroffene Bereiche ausweiten. Besser ist es, die Kakerlake in einem Gefäß zu fangen – oder sie auf den Rücken zu legen, bis sie gestorben ist. Aber Achtung: weibliche Kakerlaken können fliegen. Gefangene Tiere sollten Sie nicht vor der Tür aussetzen, da sie so umgehend wieder zurück ins Haus kommen.

Sind Sie sich nicht ganz sicher, ob wirklich Kakerlaken im Haus sind, stellen Sie handelsübliche Klebefallen mit Lockstoffen auf, um einen Befall nachzuweisen.

Lassen sich Kakerlaken mit Gift bekämpfen?

Im Handel gibt es zahlreiche Mittel zur Kakerlakenbekämpfung, darunter Köderdosen und Pulver, Borax und Naturprodukte mit Abamectin. Doch grundsätzlich gilt bei Kakerlakenbekämpfung: Lassen Sie sich unbedingt vorab professionell beraten. Auch, wenn Sie die Ungeziefer in Eigenregie bekämpfen wollen.

Verwenden Sie bei Schädlingsbefall keine chemische Insektenvernichtungsmittel. Sie bergen erhebliche Gesundheitsrisiken, vor allem für empfindliche Personen wie Babys, Schwangere oder Kranke und belasten die Umwelt. Zudem können die Giftstoffe über die Luft auf Lebensmittel oder durch die Atemluft in den Körper gelangen. Auch eine Kontaminierung der Umwelt durch die belasteten Abfälle und Wasser, wenn diese in Böden und Gewässer gelangen, ist möglich.

Weiterhin sollen folgende Hausmittel gegen Kakerlaken helfen:

Katzenminze
Der Geruch ist so intensiv, dass Kakerlaken ihn nicht ausstehen können und flüchten.

Lorbeerblätter
Wie auch der Geruch von Katzenminze, riechen Lorbeerblätter so stark, dass Kakerlaken die entsprechenden Gebiete drum herum meiden.

Essig
Essig ist ein bekanntes Mittel gegen Kakerlaken. Sie sehen es als Hürde an. Verstärkt wird der Effekt noch, wenn Sie etwas Pfeffer darüber streuen.

Was ist der richtige Köder?

Köder ohne chemisch-synthetische Substanzen sollten am besten von einem Profi ausgelegt werden. Denn auch bei der Berührung von Produkten ohne Gift kann es zu Hautreizungen und anderen Nebenwirkungen kommen – Kinder und Haustiere sind hier besonders gefährdet.

Lassen Sie sich daher am besten im Vorfeld ausführlich beraten und auch die Bekämpfung selbst von einem Experten durchführen. Dieser kennt alle Sicherheitsmaßnahmen und weiß, welche Mittel im individuellen Fall am besten eingesetzt werden – ob biologisch bei nur leichtem Befall oder synthetisch in akuten Fällen. 

Blattella germanica: Deutsche Schaben sind kleiner als amerikanische Schaben (Quelle: imago images/Steffen Schellhorn)Deutsche Schaben (Blattella germanica) auf einem Brotrest (Quelle: Steffen Schellhorn/imago images)

Was kann man gegen Kakerlaken im Urlaub tun?

Auch wenn in Hotelzimmern oder Ferienwohnungen Spraydosen mit Insektenvernichtungsmitteln zur Verfügung gestellt werden, sollten Sie diese wegen der potentiellen Gesundheitsgefahr für Sie selbst nicht verwenden. Bitten Sie stattdessen darum, in ein anderes Apartment zu wechseln.

Auf die Art der Schädlingsbekämpfung durch die Betreiber von Hotels und Ferienanlagen haben Sie wenig Einfluss. Wenn jedoch chemische Mittel während Ihrer Abwesenheit im Zimmer versprüht werden, sind Teile davon möglicherweise auch später noch in der Luft gelöst oder haben sich auf Flächen und Böden abgesetzt.

Wann muss ein Schädlingsbekämpfer ran?

Für zu Hause gilt: Die genaue Art der gefangenen Tiere sollte von einem fachkundigen Schädlingsbekämpfer bestimmt werden. Denn je nach Schabenarten ist eine unterschiedliche Bekämpfungsstrategie nötig. Eine Bekämpfung des Ungeziefers auf eigene Faust ist nicht ratsam. Oft wird dadurch nicht der Ursprungsherd des Befalls gefunden und bekämpft. Denn dieser sei häufig außerhalb der eigenen Wohnung – zum Beispiel im angrenzenden Gastronomiebetrieb. Die Maßnahmen müssten demnach ausgeweitet werden. Deshalb ist es bei einem Befall wichtig, umgehend den Vermieter oder die Hausverwaltung zu informieren und im Urlaub den Betreiber der Unterkunft, wenn Sie eine Kakerlake entdecken. Dann muss möglichst rasch ein Schädlingsbekämpfer gerufen werden.

Wie bekämpfen Profis Kakerlaken und andere Schädlinge?

Der Profi lokalisiert zunächst den Befallsherd und untersucht, wie ausgeprägt der Befall ist, um darauf die notwendigen Bekämpfungsmaßnahmen abzustimmen. Häufig ist eine großflächige Anwendung von Schädlingsvernichtungsmittel nicht notwendig. Stattdessen werden Köderdosen und spezielle Gele gezielt in der Nähe oder direkt an den Schlupfwinkeln der Schaben angebracht.

Tipp
Insbesondere von chemischen Bekämpfungsmitteln sollten ungeschulte Personen die Finger lassen. Der unsachgemäße Einsatz von Ungeziefermitteln kann neben Gesundheitsrisiken auch zu einer Resistenzen bei den Schaben führen – oder sie werden dadurch in die noch unbelastete Räume getrieben.

Nach der Bekämpfung findet eine Erfolgskontrolle statt. Je nach Art schlüpfen die Nymphen aus den Eiern erst nach ein oder zwei Monaten. Mit erneut ausgelegten Klebefallen lässt sich überprüfen, ob wirklich keine Schaben mehr in der Wohnung sind. Anderenfalls würde es nicht lange dauern, bis sich die verbliebenen Tiere wieder vermehrt hätten und sich erneut ein problematischer Befall einstellen würde. 

Wie kann man einem Befall vorbeugen?

Weil die Schädlinge oft von einem benachbarten Befallsherd aus einwandern, können Sie durch kleinere bauliche Maßnahmen verhindern, dass sie in Ihre Wohnung gelangen. Kakerlaken dringen vor allem durch Türspalten oder Ritze in Räume. Teilweise reichen bereits Spalten, die knapp 0,5 Millimeter groß sind aus. Als vorbeugende Maßnahmen sollten all solche Zugänge dicht verschlossen und isoliert sein.

Alle Fugen und Ritzen von Mauerwerk, Wänden und Abschlussleisten sollten ebenfalls verschlossen werden, um den Schaben keine Versteckmöglichkeiten zu bieten. Weil die Tiere ein feucht-warmes Klima lieben, beugt regelmäßiges Stoßlüften einer Besiedlung des Wohnraums vor. Vermeiden Sie auch Staunässe in Blumentöpfen  sowie stehendes Wasser in Eimern, Waschbecken oder Gießkannen.

Überprüfen Sie darüber hinaus gekaufte Elektroartikel wie Waschmaschinen, Kühlschränke, aber auch Kaffeemaschinen genau auf einen Befall.

Verzichten Sie beim Einkauf darauf, die Waren in gebrauchten Verpackungen wie Bananenkartons nach Hause zu transportieren. In ihnen können sich die Tiere verstecken oder ihre Eier abgelegt haben.

Suchen Sie nach Ihrer Reise Koffer und Taschen sorgfältig nach "blinden Passagieren" ab.

So wird die Wohnung nicht zum Lebensraum für Kakerlaken

Bieten Sie dem Ungeziefer in der eigenen Wohnung keine Lebensgrundlage:

  • Waschen Sie dreckiges Geschirr umgehend ab und stellen Sie es nicht über Nacht in der Spüle.
  • Bringen Sie organische Abfälle täglich aus der Wohnung.
  • Wischen Sie Lebensmittelrückstände sofort auf. Das gilt für Arbeitsflächen ebenso wie für schwer erreichbare Ecken neben, hinter oder unter wärmeerzeugenden Elektrogeräten wie Backofen oder Kühlschrank.
  • Bewahren Sie Vorräte geschlossen und möglichst in Glas-, Kunststoff-, Keramik- oder Porzellangefäßen auf. Tüten aus Papier, Pappe oder Zellophan können von den Kakerlaken mit den Mundwerkzeugen geöffnet werden.
  • Säubern Sie das Badezimmer gründlich. Auch Seifen- und Kosmetikreste sollten entfernt werden.
  • Reinigen Sie Fressnäpfe von Haustieren und lassen Sie das Tierfutter nicht offen in der Wohnung stehen. Kontrollieren Sie regelmäßig die Katzen- oder Hundeklos. 

Wer alle vorbeugenden Maßnahmen ergreift und darauf achtet, keine Schaben in die Wohnung einzuschleppen, der hat gute Chancen, dauerhaft von den unangenehmen Mitbewohnern verschont zu bleiben.

Kakerlaken: Einige Liebhaber halten Schabentiere wie Haustiere in Terrarien. (Quelle: imago images/Photocase)Kakerlaken (Quelle: Photocase/imago images)

Was ist der Unterschied zwischen Kakerlaken und Schaben?

Im allgemeinen Gebrauch werden die Begriffe Kakerlake und Schabe oft synonym verwendet. Allerdings unterscheiden sie sich deutlich:

Kakerlake
Kakerlaken zählen zu mehreren Arten von Schaben. Sie leben überwiegend in Häusern oder Wohnungen, dicht bei den Menschen, um sich von deren Lebensmitteln und Essensresten zu ernähren. Kakerlaken, auch Küchenschaben genannt, werden daher auch als Vorratsschädlinge bezeichnet. 

Schabe
Es gibt rund 4.600 verschiedene Schabenarten. Die meisten von ihnen kommen in tropischen und subtropischen Gebieten vor. Nicht alle Arten gelten als Schädling. Einige werden als Futtertiere gezüchtet oder von Liebhabern in Terrarien gehalten.

Laut der Gesellschaft für deutsche Sprache e. V. kommt die allgemeine Bezeichnung von Kakerlaken aus Bayern: "Denn unseren Recherchen zufolge war es eine alte Gepflogenheit, bisher unbekannte Ungezieferarten nach den "lieben" Nachbarn zu benennen". Das Wort, so heißt es seitens des Vereins, stammt von dem venezianischen Ausdruck s’ciavo ("Slave", Bezeichnung für die Schabe) und wurde ins Bayerische übernommen.

Verwendete Quellen:

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