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Nebel und Regen: Sollte man trotzdem lüften, wenn es draußen nass ist?

Auch bei Nebel lüften  

Die optimale Luftfeuchtigkeit in der Wohnung finden

12.06.2020, 07:20 Uhr | jb, t-online

Nebel und Regen: Sollte man trotzdem lüften, wenn es draußen nass ist?. Frau öffnet Fenster (Quelle: imago images/Paul von Stroheim)

Fenster auf: Die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung darf weder zu hoch noch zu niedrig sein. (Quelle: Paul von Stroheim/imago images)

Die richtige Luftfeuchtigkeit in der Wohnung ist enorm wichtig. Zu trockene Luft ist auf Dauer ebenso schädlich wie eine zu feuchte Luft. Doch wie hoch sollte die Luftfeuchtigkeit sein? Wie misst und reguliert man sie? Sollte man lüften, wenn es draußen nass und neblig ist?

Experten empfehlen im Wohnraum eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent. Zuverlässig und bequem können Sie den Feuchtigkeitsgehalt der Raumluft mit einem Hygrometer messen. Die Geräte sind für rund 20 Euro bekommt erhältlich.

Luftfeuchtigkeit: Wie und wann sollte ich im Winter lüften?

Kurze Überschreitungen der empfohlenen Luftfeuchtigkeit sind nicht weiter schlimm. Ein dauerhaft zu feuchtes Raumklima hingegen begünstigt Schimmel.

Auch im Winter sollten Sie deshalb regelmäßig lüften – wenn möglich viermal, mindestens aber zweimal täglich für fünf bis zehn Minuten. Die Fenster werden dabei nicht gekippt, sondern vollständig geöffnet – für einen optimalen Luftaustausch am besten zwei gegenüberliegende zugleich.

Der beste Zeitpunkt ist abends vor dem Zubettgehen und morgens unmittelbar nach dem Aufstehen. Wenn Sie zwischendurch starke Feuchtigkeit produzieren – etwa durch Duschen, Kochen oder Wäschetrocknen – sollten Sie zusätzlich lüften.

Sollte ich bei Nebel oder Regen lüften?

Auch an nasskalten Wintertagen, wenn es draußen neblig ist oder regnet, sollten Sie für einen ausreichenden Luftaustausch sorgen. Das mag zunächst widersinnig erscheinen, schließlich ist bei Nebel die Außenluft so feucht, dass sie gesättigt ist. Die relative Luftfeuchtigkeit draußen beträgt 100 Prozent.

Trotzdem reduziert das Lüften auch an solchen Tagen die Feuchtigkeit in Innenräumen. Denn warme Luft kann viel mehr Wasserdampf aufnehmen als kalte. 



Bei empfohlenen 20 Grad Raumtemperatur befinden sich 10,2 Gramm pro Kubikmeter (g/m³) Wasserdampf in der Luft, wenn die relative Luftfeuchtigkeit 60 Prozent beträgt. 

Tabelle: Was ist die optimale Luftfeuchtigkeit in Räumen?

Je nach Wohnraum ist ein anderes Raumklima optimal. In unserer Tabelle finden Sie die empfohlen Werte für Luftfeuchtigkeit und Raumtemperatur.

RaumLuftfeuchtigkeitRaumtemperatur
Arbeitszimmer40 bis 60 Prozent 20 bis 21 Grad Celsius
Badezimmer50 bis 70 Prozent20 bis 23 Grad Celsius
Diele / Flur40 bis 60 Prozent15 bis 18 Grad Celsius
Keller40 bis 65 Prozentzehn bis 15 Grad
Kinderzimmer40 bis 60 Prozent20 bis 23 Grad Celsius
Küche50 bis 60 Prozent18 bis 20 Grad Celsius
Schlafzimmer40 bis 60 Prozent16 bis 18 Grad Celsius
Wohnzimmer40 bis 60 Prozent20 bis 23 Grad Celsius

Im Badezimmer und in der Küche kann die Luftfeuchtigkeit durch Duschen oder Abwaschen stark variieren. Es ist daher sinnvoll, hier für einen ausreichenden Luftaustausch zu sorgen.

Warum sollte ich meinen Keller lüften?

Der Keller hat oft eine geringere Temperatur. Durch die kühle Raumluft kann die Luftfeuchtigkeit jedoch nicht aufgenommen werden. Die Folge sind Kondenswasserbildung an den Wänden und Möbeln. Schimmelpilze können sich schnell ausbreiten und vermehren. Es ist daher wichtig, den Keller regelmäßig und richtig zu lüften. Richtig lüften bedeutet: Lüften Sie ein- bis zweimal pro Woche morgens ausreichend. 

Wenn sich Ihr Waschraum im Keller befindet, sollten Sie entsprechend häufig lüften, um die Luftfeuchtigkeit zu verringern. Besonders nach dem Wäschewaschen und trocknen heißt es daher: Durchzug.

Im Winter sollten Sie für einen intensiven Luftaustausch sorgen. Das Stoßlüften sollte dabei nicht länger als zehn Minuten dauern. Die Kellerfenster können Sie zu der Jahreszeit geöffnet lassen, wenn die Außentemperatur vergleichsweise hoch (sechs bis zehn Grad Celsius) und die Luftfeuchtigkeit relativ gering ist. Bei Regen oder Schnee sollten Sie die Fenster jedoch schließen.

Lüften Sie den Keller im Sommer schnell. Öffnen Sie dazu alle Fenster und Türen, um einen zügigen Austausch zu ermöglichen. Nach spätestens 15 Minuten sollten Sie die Fenster und Türen wieder vollständig schließen. Zu viel warme Luft sollte nicht in den Keller eindringen. Andernfalls kann der Raum schnell abkühlen, was die Bildung von Kondenswasser noch verstärkt. 

Gesundheitsschäden durch eine zu geringe Luftfeuchtigkeit

Ein häufiges Problem im Winter ist eher zu trockene als zu feuchte Luft. Sowohl die Heizungsluft im Raum, wie auch die kalte Winterluft draußen sind feuchtigkeitsarm. Liegt die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung dauerhaft unter 40 Prozent, trocknen die Schleimhäute der Augen und oberen Atemwege aus. Man wird anfälliger für Krankheitserreger und das generelle Wohlbefinden leidet.

Wie kann ich die Luftfeuchtigkeit verbessern?

Verbessern können Sie das Raumklima mit Zimmerpflanzen. Einige Pflanzengattungen geben bis zu 97 Prozent des Gießwassers nach und nach als Wasserdampf wieder ab und regulieren so die Luftfeuchtigkeit im Raum. Außerdem wandeln sie ausgeatmetes Kohlendioxid in Sauerstoff um und wirken dadurch schlechter Luft entgegen.

Auch handelsübliche Lufterfrischer helfen zuverlässig gegen zu trockene Luft. Die Kosten sind überschaubar. Allerdings fielen in Tests immer wieder einige der Geräte negativ auf, weil sie die Raumluft stark verkeimen oder die Befeuchtungsleistung nicht korrekt angegeben wird. Alternativ können Sie im Winter eine Keramik- oder Porzellanschale mit klarem Wasser auf den Heizkörper stellen.

Die Luftfeuchtigkeit im Raum erhöhen können Sie auch durch das Herunterdrehen der Heizung. Dadurch steigt der Feuchtegehalt. 

Wie kann ich die optimale Luftfeuchtigkeit in Wohnung und Haus messen?

Mit einem mechanischen oder elektrischen Hygrometer können Sie die Höhe der Luftfeuchtigkeit in einem Raum messen. Die Geräte geben oftmals schon an, ob die Luftfeuchtigkeit zu hoch oder zu gering ist.

Darüber hinaus lässt sich noch mit einer Formel die relative Luftfeuchtigkeit bestimmen. Dafür werden zwei Messpunkte im Raum benötigt. Diese Methode ist jedoch relativ umständlich, da Sie hierfür neben der absoluten Temperatur auch Angaben zum Dampfdruck und anderen Faktoren benötigen.

Warum unterscheidet sich die Luftfeuchtigkeit nach Jahreszeit?

Im Sommer ist die Außentemperatur oft hoch und die Luft sehr feucht. Öffnen Sie dann das Fenster, gelangt dieses Klima in den aufgeheizten Raum. Die feuchte Außenluft kühlt ab und erhöht dadurch die Luftfeuchtigkeit im Inneren. Im Winter ist der Effekt umgekehrt. Bei Außentemperaturen um den Gefrierpunkt enthält die Luft selbst bei Nebel nur etwa 5 g/m³ Wasserdampf. Die Luftfeuchtigkeit im Raum sinkt also, wenn die Luft hineinströmt und sich erwärmt.

Aus diesem Grund messen Sie zu unterschiedlichen Jahreszeiten verschieden hohe Werte für die Luftfeuchtigkeit in ein und demselben Raum. 


Verwendete Quellen:
  • eigene Recherche
  • Deutscher Hausfrauen Bund


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