Nachrichten
Wir sind t-online

Mehr als 150 Journalistinnen und Journalisten berichten rund um die Uhr f├╝r Sie ├╝ber das Geschehen in Deutschland und der Welt.

Mietrecht: Neun hartn├Ąckige Irrt├╝mer

Von dpa-tmn, t-online, jb

Aktualisiert am 01.05.2021Lesedauer: 4 Min.
Schl├╝ssel: Der Vermieter hat kein Anrecht auf einen Zweitschl├╝ssel.
Schl├╝ssel: Der Vermieter hat kein Anrecht auf einen Zweitschl├╝ssel. (Quelle: Andreas Gora/imago-images-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Wenn es um die Rechte und Pflichten von Mietern geht, halten sich einige Legenden hartn├Ąckig. So glauben viele Mieter, sie k├Ânnten die K├╝ndigungsfrist verk├╝rzen, indem sie dem Vermieter drei Nachmieter pr├Ąsentieren. Doch nicht nur Mieter irren sich im Bezug auf ihre Rechte ÔÇô auch Vermieter wissen oft nicht, was erlaubt ist.

Das Wichtigste im ├ťberblick


Dass es f├╝r Mietwohnungen eine K├╝ndigungsfrist von drei Monaten gibt, sch├╝tzt den Mieter davor, dass er pl├Âtzlich ohne Bleibe dasteht. Allerdings kann das Einhalten der Frist sehr teuer werden, wenn man als Mieter selbst in eine neue Wohnung umziehen m├Âchte.

1. Fr├╝her aus dem Vertrag mit drei Nachmietern

Meist kann man die neuen R├Ąumlichkeiten schon beziehen, bevor die K├╝ndigungsfrist abgelaufen ist. Zum ohnehin schon kostspieligen Umzug kommt dann noch hinzu, dass man doppelt Miete zahlen muss. Das ist nicht angenehm, aber nur schwer zu umgehen. Entgegen der landl├Ąufigen Meinung verk├╝rzt sich die Frist jedenfalls nicht, wenn man dem Vermieter drei potenzielle Nachmieter vorschl├Ągt.

Zumindest gibt es keine rechtliche Grundlage f├╝r eine solche Regelung. Dass sich der Mietrechtmythos von den drei Nachmietern inzwischen schon seit Jahrzehnten h├Ąlt, liegt vermutlich daran, dass sich viele Vermieter trotzdem auf einen solchen Handel einlassen. Immerhin sparen sie sich die nervige Vorauswahl bei der Suche nach geeigneten Mietern. Au├čerdem steht die Wohnung auf diese Weise nicht wochenlang leer.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Panzer-Manager von Rheinmetall verschwand tagelang
Ein Sch├╝tzenpanzer Marder 1A5 der Bundeswehr (Symbolbild): Er wird von der Rheinmetall Landsysteme hergestellt.


2. Zweitschl├╝ssel f├╝r den Vermieter

Legenden zum Mietrecht gibt es auch auf Vermieterseite. So glauben viele Hausbesitzer, dass sie selbstverst├Ąndlich einen Zweitschl├╝ssel zur vermieteten Wohnung besitzen d├╝rfen. Immerhin handelt es sich ja um ihr Eigentum. Doch auch das ist ein Irrglaube. Der Mieter ist der einzige, der einen Schl├╝ssel zu seiner Wohnung haben darf, es sei denn, beide Parteien haben sich darauf verst├Ąndigt, dass der Vermieter einen Schl├╝ssel besitzen darf.

Allerdings berechtigt ihn das nicht, ungefragt die Wohnung zu betreten. Vielmehr gelten unangek├╝ndigte Besuche als Hausfriedensbruch und k├Ânnen sogar ein rechtliches Nachspiel haben.

3. Partys erlaubt?

Eine weitere Mietrechtlegende, die sich seit Jahren h├Ąlt, ist die M├Ąr vom Recht auf Party. Demnach darf man angeblich einmal im Monat so richtig feiern. Das ist falsch. Man darf prinzipiell sogar jeden Tag feiern, sofern man sich ab 22 Uhr an die vorgeschriebene Nachtruhe h├Ąlt und auch sonst die Nachbarn nicht bel├Ąstigt. Das gilt f├╝r alle Festlichkeiten und Zusammenk├╝nfte. Ein Recht auf Party gibt es nicht. Und wenn es doch mal ausgelassener zugehen soll, ist es ratsam, die Nachbarn vorher zu informieren, wom├Âglich sogar einzuladen oder schon vorab um Entschuldigung zu bitten.

4. Kein Anspruch auf ├ťbergabeprotokoll

Die meisten Mieter kennen es: Beim Ein- oder Auszug wird ein ├ťbergabeprotokoll erstellt. Zweck ist es, einvernehmlich den Zustand der Wohnung zu dokumentieren. Doch nicht jeder Vermieter erstellt solche Protokolle. Der Mieter hat dann keinen Anspruch darauf, dass ein gemeinsames Protokoll erstellt wird.

Weder Vermieter noch Mieter sind verpflichtet, ein gemeinsames Protokoll zu erstellen. Der Zustand der Wohnung kann aber auch nur von einer Seite protokolliert werden. Das hat aber in einem sp├Ąteren Gerichtsprozess weniger Beweiskraft. Wollen Mieter ein Protokoll ohne Beteiligung des Vermieters erstellen, sollten sie Fotos machen oder neutrale Zeugen hinzuziehen.

5. Mietvertrag ab Unterschrift g├╝ltig

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass ein Mietvertrag erst bei Einzug g├╝ltig sei und man bis dahin noch jederzeit vom Mietvertrag zur├╝cktreten k├Ânne. Doch sobald man die Unterschrift unter den Mietvertrag gesetzt hat, ist dieser g├╝ltig. Wer es sich anders ├╝berlegt, muss sich an die im Vertrag festgelegte K├╝ndigungsfrist halten.

6. Kaution und letzte Miete

Ein Umzug ist teuer: Neben neuen Anschaffungen und Transport muss man meist doppelt Miete zahlen und wom├Âglich auch noch eine Maklerprovision. Da kann es schon mal eng werden. Wie gut, dass man wenigstens die Kaution f├╝r die alte Wohnung zur├╝ck erh├Ąlt. Wer allerdings glaubt, er k├Ânne sich deshalb die ausstehende Miete f├╝r die alte Wohnung sparen und sie mit der Kaution verrechnen lassen, der irrt. Die Miete muss bis zum letzten Tag bezahlt werden, ganz unabh├Ąngig davon, was mit der Kaution geschieht.

7. Kein gleiches Recht f├╝r alle Mieter

Entgegen der landl├Ąufigen Meinung, dass der Vermieter alle Mieter gleich behandeln muss, gibt es so etwas wie einen Gleichbehandlungsgrundsatz im Mietrecht nicht. Das hei├čt, der Vermieter darf durchaus bei einer Mietpartei die Miete erh├Âhen, und bei dessen Nachbarn nicht. Auch die Haustierhaltung kann er einzelnen Parteien erlauben, w├Ąhrend er es deren Nachbarn verbietet.

8. Der Vermieter darf alles fragen

Vermieter erscheinen vor Abschluss eines Mietvertrages oft neugierig. Allerdings m├╝ssen Interessenten nicht alles verraten. Und bestimmte Dokumente m├╝ssen erst bei Abschluss des Mietvertrages vorgelegt werden.


Auf diese drei Punkte sollten Sie als Mietinteressent bei einer Besichtigung achten:

Die Frage nach Kontaktdaten der bisherigen Vermieter ist unzul├Ąssig

Die Kontaktdaten sind zum einen f├╝r den Abschluss eines Mietvertrages nicht erforderlich und sie zu verlangen, widerspricht zum anderen dem Grundsatz der Direkterhebung, sagt Helga Block, die Landesbeauftragte f├╝r Datenschutz in Nordrhein-Westfalen.

Eine Kopie des Personalausweises zu verlangen, ist in der Regel nicht erlaubt

Auch darf die Seriennummer des Personalausweises nicht notiert werden. Name, Vorname und Anschrift darf ein Makler oder Vermieter aber von einem Interessenten erfragen. Diese Angaben d├╝rfen auch durch die Vorlage des Personalausweises ├╝berpr├╝ft werden.

Vermieter verlangen eine Bonit├Ątsauskunft

Vermieter wollen, dass Interessenten die Miete auch zahlen k├Ânnen. Nach Angaben der Datensch├╝tzer d├╝rfen Vermieter aber keine allgemeine Auskunft, etwa von der Schufa, fordern. Denn diese enth├Ąlt mehr Daten als Ausk├╝nfte, die speziell zur Weiterleitung an Dritte gedacht sind. Erst wenn der Abschluss des Mietvertrags bevorsteht, darf die Vorlage einer Bonit├Ątsauskunft verlangt werden.

9. Lebenspartner darf ohne Erlaubnis des Vermieters einziehen

Hier unterscheidet das Recht deutlich zwischen Lebenspartner und Ehepartner. Denn f├╝r den Einzug des Lebenspartners ben├Âtigen Mieter die Genehmigung des Vermieters. Teilen sich Eheleute eine Wohnung, wird hierf├╝r keine zus├Ątzliche Genehmigung ben├Âtigt. Ein Anspruch darauf, dass der Vermieter den Einzug des Lebenspartners erlaubt, gibt es allerdings nicht.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Neueste Artikel

t-online - Nachrichten f├╝r Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Str├Âer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverl├Ąngerung FestnetzVertragsverl├Ąngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website