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Laute Sexgeräusche können zur Wohnungskündigung führen

Mietrecht  

Laute Sexgeräusche können zur Wohnungskündigung führen

31.03.2014, 10:06 Uhr | nk (CF)

Eigentlich gehören Sexgeräusche ja in den Bereich der Privatsphäre – doch wenn Gestöhne und Geschrei überhandnehmen, droht lauten Mietern im schlimmsten Fall eine Wohnungskündigung wegen Lärmbelästigung.

Nachbarschaftsstreit wegen lauter Sexgeräusche

Laute Sexgeräusche müssen von Nachbarn nicht hingenommen werden, entschied das Amtsgericht Warendorf 2011. Verhandelt wurde der Fall eines Mieters, der seinen Nachbarn in einem Sechs-Familienhaus sowohl tagsüber als auch nachts mit überlauten Sexgeräuschen auf die Nerven ging. Nachdem der lebenslustige Störenfried mehrmals vergeblich um eine Änderung seines Verhaltens gebeten worden war, klagte ein Nachbar die Unterlassung der widerrechtlichen Störung vor Gericht ein.

Ist lautes Stöhnen ein Persönlichkeitsrecht?

Doch der Angeklagte sah sich keiner Schuld bewusst: Er beantragte die Abweisung des gegen ihn geltend gemachten Unterlassungsanspruchs. Eine Einschränkung seiner Sexgeräusche beschneide sein im Grundgesetz garantiertes Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit. Zudem sei er gar nicht dazu in der Lage, seine Lustäußerungen zu kontrollieren und machte die schlechte Schallisolierung im Haus für den Konflikt verantwortlich. 

Sexgeräusche auf Zimmerlautstärke halten

Das Amtsgericht Warendorf entschied gegen den Angeklagten. Ein grenzenloses Sexualleben sei nicht vom Grundgesetz gedeckt. Zudem endeten die Freiheitsrechte eines jeden Bürgers da, wo die Rechte Dritter betroffen seien. Die schlechte Schallisolierung solle vom Angeklagten zum Anlass genommen werden, sich in Rücksicht zu üben. Anschließend wurde der Störer kostenpflichtig dazu verurteilt, seine Sexgeräusche auf Zimmerlautstärke zu reduzieren.

Wohnungskündigung nicht ausgeschlossen

2010 sorgte ein Fall im sächsischen Zwickau für Schlagzeilen. Nachdem ein junges Paar immer wieder seine Nachbarn mit lautem Gestöhne und Geschrei in der Nachtruhe gestört hatte, erhielt es von der Gebäude- und Grundstücksgesellschaft Zwickau (GGZ) die Wohnungskündigung wegen Lärmbelästigung. Der Deutsche Mieterbund erklärte das Vorgehen der GGZ für rechtens: Wer nach 22 Uhr seine Nachbarn mit lauten Geräuschen störe, müsse mit einer Wohnungskündigung rechnen. Die Lärmquelle sei in dieser Frage nebensächlich.

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