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Weitere Hersteller wollen "Zigeunersauce" umbennen

Schon länger in der Diskussion  

Weitere Hersteller wollen "Zigeunersauce" umbennen

18.08.2020, 17:27 Uhr | dpa

Weitere Hersteller wollen "Zigeunersauce" umbennen. "Zigeunersauce" des Herstellers Knorr: Vor dem Hintergrund der Diskussion über rassistische Namen und Begriffe wird die Zigeunersauce der Marke Knorr umbenannt. (Quelle: dpa/picture alliance)

"Zigeunersauce" des Herstellers Knorr: Vor dem Hintergrund der Diskussion über rassistische Namen und Begriffe wird die Zigeunersauce der Marke Knorr umbenannt. (Quelle: picture alliance/dpa)

Kürzlich hat Knorr bekannt gegeben, dass seine "Zigeunersauce" bald anders heißen wird. Nun wollen andere Unternehmen nachziehen.

Nach Knorr wollen weitere Anbieter ihre "Zigeunersauce" umbenennen. Die Lebensmittelhersteller Homann und Bautz'ner teilten mit, dass ihre entsprechenden Würzsaucen bald anders heißen sollen. "Die Namensänderung ist auch bei uns schon länger in Planung und der Zeitpunkt nur noch von produktionstechnischen Umständen abhängig", ließ eine Sprecherin des sächsischen Unternehmens Bautz'ner wissen.

Firmen diskutieren schon länger über Namensumbenennung

Auch bei der niedersächsischen Firma Homann mit Sitz in Dissen läuft die Diskussion seit geraumer Zeit, wie ein Sprecher der Theo Müller Unternehmensgruppe mitteilte. Man betrachte den Begriff nach wie vor als reine Sortenbezeichnung, allerdings "werden wir diese Sorte beim nächsten Relaunch des Verpackungsdesigns auf zum Produkt passende Art und Weise umbenennen". Über die neuen Namen gaben die Firmen zunächst keine Auskunft.

Aus dem Hause Edeka hieß es, dass eine Umbenennung der Würzsaucen der Eigenmarken von Edeka und beim Netto Marken-Discount geprüft werde.

Knorrs "Zigeunersauce" heißt jetzt "Paprikasauce Ungarischer Art"

Am Sonntag war bekannt geworden, dass Knorr seine "Zigeunersauce" in "Paprikasauce Ungarischer Art" umbenennt. "Da der Begriff 'Zigeunersauce' negativ interpretiert werden kann, haben wir entschieden, unserer Knorr Sauce einen neuen Namen zu geben", hatte der Mutterkonzern Unilever der "Bild am Sonntag" mitgeteilt.

Der Zentralrat der Deutschen Sinti und Roma begrüßt die Umbenennung der Saucen, hält die Würzsauce aber für die falsche Ebene für eine Auseinandersetzung mit dem Begriff. Ein Sprecher des Vereins sagte am Dienstag: "Wir haben es mit Anschlägen im rechtsextremen Milieu zu tun und in dem Kontext taucht der Begriff 'Zigeuner' natürlich auf. Das sind die Sachen, die uns wirklich Sorgen machen." Er fügte hinzu: "Die Zigeunersoße ist da nicht das richtige Level, um diesen Begriff zu diskutieren."

Zentralratsvorsitzender Romani Rose hatte zuvor gesagt, dass ihm der wachsende Antiziganismus in Deutschland und Europa größere Sorgen bereite. "Für den Zentralrat sind vor diesem Hintergrund Zigeunerschnitzel und Zigeunersauce nicht von oberster Dringlichkeit."

Dafür steht der umstrittene Begriff "Zigeuner"

Der Begriff "Zigeuner" ist eine alte Sammelbezeichnung für verschiedene Volksgruppen, die sich wohl von Indien aus vor allem über Südosteuropa verbreiteten. Der Zentralrat der in Deutschland lebenden Volksgruppen Sinti und Roma nennt den Begriff "eine von Klischees überlagerte Fremdbezeichnung der Mehrheitsgesellschaft, die von den meisten Angehörigen der Minderheit als diskriminierend abgelehnt wird". Auch im öffentlichen Sprachgebrauch wird der Begriff so empfunden.

In der Küchentechnik bezeichnet die "Zigeunersauce" eine würzige, scharfe Soße mit stückigen Einlagen und wird heute in der Regel aus Tomaten hergestellt, häufig mit Paprika, Zwiebeln, Essig und Gewürzen. Traditionell verbindet der Verbraucher die Soße mit der Geschmacksrichtung ungarisch und scharf. Nach Angaben von Sinti und Roma entstammt die Soße nicht ihrer Küche.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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