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Barbaratag: Die Geschichte und der Brauch des Feiertags


4. Dezember
Barbaratag: Die Geschichte steckt hinter dem Brauch

Von t-online, jb

Aktualisiert am 04.12.2023Lesedauer: 4 Min.
Heilige Barbara: Trotz zahlreicher Schwierigkeiten hielt Barbara an ihrem Glauben fest.Vergrößern des BildesHeilige Barbara: Trotz zahlreicher Schwierigkeiten hielt Barbara an ihrem Glauben fest. (Quelle: Artokoloro/imago-images-bilder)
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Sie gilt als Schutzpatronin und Märtyrerin: die Heilige Barbara. Um sie zu ehren, gibt es im Christentum Bräuche, die am 4. Dezember stattfinden. Doch gab es die Heilige Barbara wirklich?

Viele Christen begehen am 4. Dezember den Barbaratag. Dieser Tag gilt als Gedenktag für die christliche Märtyrerin, die im 3. Jahrhundert in Nikomedien gelebt haben soll: die Heilige Barbara. Obwohl ihre Existenz historisch nicht gesichert ist, ist ihre bewegende Geschichte noch heute vielen Gläubigen bekannt. Vor allem die Bayern, Westfalen und Schwaben üben die zahlreichen Traditionen rund um den Gedenktag noch aus.

Der Barbaratag ist kein gesetzlicher Feiertag.

Die Geschichte der Heiligen Barbara

Der Überlieferung zufolge lebte Barbara als Tochter eines reichen Kaufmanns im 3. Jahrhundert in Nikomedien in der heutigen Türkei. Anstatt zu heiraten, wollte die junge Frau ihr Leben Christus widmen. Ihr heidnischer Vater war mit ihrem Bekenntnis zum Christentum nicht einverstanden. Trotz seiner teils grausamen Maßnahmen – so sperrte er sie beispielsweise jahrelang in einem Turm ein – behielt Barbara ihren christlichen Glauben bei. Ihr Vater brachte sie vor Gericht und enthauptete sie schließlich eigenhändig. Später soll der Vater vom Blitz erschlagen worden sein.

Die Heilige Barbara als Schutzpatronin

Aufgrund ihrer bewegten Geschichte und ihres starken Glaubens gilt die Heilige Barbara als Schutzpatronin vieler Berufsgruppen und leidenden Menschen. Sie gehört zu den Vierzehn Nothelfern der katholischen Kirche – allesamt Heilige aus dem zweiten bis vierten Jahrhundert. So verehren sie zum Beispiel die Bergleute als Schutzheilige, da sie sich der Überlieferung zufolge auf der Flucht vor ihrem Vater in einer Felsspalte versteckte. Diese soll sich auf wundersame Weise vor ihr geöffnet haben. Als weitere Berufsgruppen verehren etwa Architekten, Bauarbeiter und Dachdecker die Heilige und gedenken am 4. Dezember der Legende.

Die Heilige Barbara ist außerdem die Beschützerin der Gefangenen und der Sterbenden. Sie gilt auch als Helferin gegen Blitze und Feuer, da ihre Geschichte besagt, dass ihr Vater nach ihrer Enthauptung von einem Blitz getroffen wurde.

Brauch zum Barbaratag: Kirschzweige

Der Barbaratag am 4. Dezember ist seit mehreren Jahrhunderten mit besonderen Bräuchen verbunden. Der bekannteste Brauch ist es, frisch geschnittene Zweige von Weide, Kirschbaum oder Forsythie ins Haus zu holen und in ein Gefäß mit Wasser zu stellen. Der Grund: Sie sollen Glück bringen, wenn sie bis zum Heiligen Abend blühen.

In der Wärme der Wohnung treiben die sogenannten Barbarazweige dann neue Knospen, sodass sie zu Weihnachten in voller Blüte stehen. Das bedeutet, dass der Haushalt im kommenden Jahr viel Glück erfahren wird. Im Winter stehen die blühenden Zweige zudem für Hoffnung und neues Leben. Besonders in Westfalen, Bayern und Schwaben ist dieser Brauch bekannt.

In einigen Regionen schneiden Mädchen Triebe von Obstbäumen ab, stellen sie in eine Vase und versehen jeweils einen mit dem Namen einer ihrer Verehrer. Der Zweig, welche zuerst erblüht, soll dann als Entscheidung für den künftigen Ehemann gelten.

Der Brauch mit den abgeschnittenen Zweigen von Obstbäumen geht auf die Sage zurück, als die Heilige Barbara in das Gefängnis gehen musste. Auf dem Weg dorthin soll sie mit ihrem Gewand an mehreren Zweigen hängengeblieben sein, die daraufhin abbrachen. Diese Zweige nahm die junge Frau anschließend mit in ihr Verlies und stellte sie dort in ein Gefäß. An ihrem Todestag sollen die Zweige geblüht haben.

Darum bringt der Barbarazweig Glück

Es gibt zahlreiche Legenden, weshalb der Barbarazweig Glück bringen soll. Dementsprechend wird das Glück auch auf die ein oder andere Weise gezeigt. Je nachdem, in welcher Personengruppe die Legende erzählt wird:

  • Bei Bauern und Landwirten hieß es früher, dass ein blühender Barbarazweig für eine gute Ernte im neuen Jahr steht. Je prächtiger die Zweige blühen, desto üppiger fällt die Ernte aus.
  • Bei unverheirateten Mädchen bedeutet ein blühender Barbarazweig zu Weihnachten, dass eine Hochzeit im kommenden Jahr bevorsteht.
  • Bei Christen werden Wünsche auf Zettel geschrieben und jeweils einer davon an einen Zweig gehängt. Erblüht ein Zweig pünktlich zu Weihnachten, geht der Wunsch in Erfüllung, der an diesem Zweig hängt.

Brauchtum: Barbaraweizen, Geschenke, Barbarabrot

Rund um den christlichen Feiertag gibt es noch weitere Bräuche:

  • Als sogenannten Barbaraweizen säen Gläubige am 4. Dezember einige Körnchen Weizen in einer Schale aus, sodass sie bis Weihnachten sprießen.
  • In einigen Regionen des Rheinlands bekommen Kinder bereits am Barbaratag Geschenke.
  • Mancherorts begleitet die Heilige Barbara den Nikolaus am 6. Dezember und unterstützt ihn bei der Bescherung.

Auch Bergleute und Feuerwehrleute in einigen Regionen Europas ehren die Heilige Barbara mit speziellen Bräuchen. Früher war es in Österreich üblich, dass Bergleute am 4. Dezember Barbarabrot aus Pfefferkuchenteig erhielten.

Gedicht zum Barbaratag: Geh in den Garten

Ein bekanntes Gedicht zum Barbaratag stammt von dem Dichter Josef Guggenmoos:

Geh in den Garten am Barbaratag.
Gehe zum kahlen Kirschbaum und sag:

Kurz ist der Tag, grau ist die Zeit.
Der Winter beginnt, der Frühling ist weit.
Doch in drei Wochen, da wird es geschehn:
Wir feiern ein Fest, wie der Frühling so schön.
Baum, ein Zweig gib du mir von dir.
Ist er auch kahl, ich nehm ihn mit mir:

Und er wird blühen in seliger Pracht
mitten im Winter in der heiligen Nacht.

Verwendete Quellen
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