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Opossum als Haustier: Darf man die Beutelratte halten?


Ein Opossum als Haustier – darf man die Beutelratte bei uns halten?

Von t-online, dom

Aktualisiert am 30.01.2024Lesedauer: 3 Min.
imago259418405Vergrößern des BildesEin Opossum-Junges in einem Baum: Ausgewachsene männliche Tiere können bis zu fünf Kilogramm schwer werden. (Quelle: via imago-images.de/imago)
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Ein Wildtier als Haustier? Dafür muss man eine Menge Vorwissen mitbringen. Etwa im Fall des Opossums, des Beuteltiers mit dem berühmten Greifschwanz.

Sie sehen unfassbar niedlich aus, haben aber scharfe Zähne. Opossums, die faszinierenden Beuteltiere aus Amerika, werden als Haustiere in Europa immer beliebter. Doch wie verschiedene Haustiermagazine berichten, ist die Haltung der exotischen Tiere kompliziert und erfordert eine Menge Vorwissen.

Sie denken über ein Opossum als Haustier nach? Dann sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass es sich um ein Wildtier handelt, das räuberisch lebt und für den auch das schönste Menschenheim Gefangenschaft bedeutet. Wildtiere oder exotische Tiere eigenen sich "keinesfalls als Haustiere", schreibt der Deutsche Tierschutzbund.

Die Herkunft der Opossums

Opossums sind in den Wäldern des gesamten amerikanischen Kontinents beheimatet und streifen schon seit Urzeiten über unsere Erde. "Die ältesten Fossilien von Opossums stammen aus der Zeit von vor mehr als 65 Millionen Jahren, kurz vor dem Aussterben der Dinosaurier", berichtet das Haustierfachmagazin "deinetiere.com".

Es gibt mehr als 100 verschiedene Opossum-Arten, dabei hält eines einen Rekord unter den Säugetieren in Nordamerika: Das Nordopossum hat sagenhafte 52 Zähne. Zum Vergleich: Menschen haben für gewöhnlich 32.

Über den kleinen Beutelsäuger, dessen Männchen bis zu 40 Zentimeter lang und fünf Kilogramm schwer werden können, gibt es noch mehr Kurioses zu berichten. Weil der Kletterexperte mit dem nackten Greifschwanz an Land nicht besonders schnell ist, hat er eine geniale Täuschungsstrategie entwickelt. Werden Opossums von einem Angreifer überrascht, stellen sie sich tot. Sie strecken die Zunge heraus und bleiben bewegungslos mit offenen Augen liegen. Zusätzlich verströmen sie einen fauligen Geruch.

Warum sind Opossums eher langsam? Normalerweise kennt man Nagetiere doch als schnelle Flitzer? Schuld ist der Passgang des Opossums. Das heißt: Die Tiere bewegen gleichzeitig die Pfoten links vorne und links hinten und dann rechts vorne und rechts hinten – wie bei einem Kamel.

Darf man in Deutschland ein Opossum halten?

Rein rechtlich spricht nichts dagegen, hierzulande ein Opossum im Haus zu haben. Nach Meinung des Deutschen Tierschutzbundes ist das falsch. Er fordert, dass "nur solche Tiere von Privatleuten gehalten werden dürfen, gegen deren Haltung keine Bedenken aus Tier-, Natur- und Artenschutzsicht sowie aus Gründen der öffentlichen Sicherheit bestehen".

Ausgeschlossen wäre dann zum Beispiel die Privathaltung von Tierarten, die wegen ihrer hohen Ansprüche nicht artgerecht im normalen Privathaushalt gehalten werden können, oder Tiere, die als Wildfänge frei gehandelt werden, obwohl ihre Bestände im Herkunftsgebiet schon als bedroht angesehen werden müssen, oder sehr gefährliche Tiere.

Die Tierschützer warnen: "Viele Halter unterschätzen – wenn sie Tiere frei auf dem Markt erwerben können – den damit verbundenen Aufwand und die Kosten und sind überfordert. Die Folge: Die Tiere werden ausgesetzt oder abgegeben oder sie vegetieren in schlechter Haltung dahin. Das muss verhindert werden."

Jenseits ihrer amerikanischen Heimat werden Opossums mittlerweile in vielen Ländern (zum Beispiel Australien und Neuseeland) gezüchtet. In der Einfuhr solcher Tiere liegen große Gefahren für die Opossums. Tierschützer berichten, dass sich viele Tiere auf dem Transport verletzten oder ihn gar nicht erst überleben.

Die Haltung eines Opossums ist eine Herausforderung

Was Sie bedenken müssen, wenn es statt eines Wellensittichs, einer Schildkröte oder eines Hundes tatsächlich ein Opossum sein soll: Eine artgerechte Haltung in der Wohnung ist im Grunde unmöglich.

  • Für ein Opossum sind Klettermöglichkeiten wichtig. Außerdem sind sie Einzelgänger und haben (außer in der Paarungszeit) weder Interesse an anderen Exemplaren ihrer Art noch an anderen Haustieren.
  • Opossums sind Allesfresser. Auf dem Speiseplan der Nager stehen Früchte, Gräser, Insekten, kleine Nagetiere und Aas, also tote Tiere. In Gefangenschaft ist es sehr schwierig, diese Ernährungsweise nachzuahmen.
  • Eigentlich sind die Beutelratten harmlos. Da sie aber zu den Raubtieren gehören, können sie auch schon mal beißen.
  • Opossums wollen sich verstecken und in Ruhe schlafen. Das tun die Beutelratten übrigens bis zu 18 Stunden – und leider gerne am Tag. Aktiv werden Opossums erst in der Nacht.
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Durch die sozialen Netzwerke gelangen Opossums gerade zu einer Art Berühmtheit. Bilder von niedlich aussehenden Exemplaren machen die Runde und befeuern den Trend, sie als Haustier halten zu wollen. Wenn Sie entgegen aller Ratschläge ausprobieren wollen, mit einem Opossum zu leben, sollten Sie sich gut informieren – und sich einer weiteren Tatsache bewusst sein: Opossums werden nicht besonders alt, nur zwei bis drei Jahre, in Gefangenschaft vielleicht fünf.

Verwendete Quellen
  • deinetiere.com: "Ist es möglich, ein Opossum als Haustier zu halten?"
  • geo.de: "Opossum - immer mit der Ruhe"
  • peta.org: "A Neighbor, Not a Nuisance: Getting the Facts on Opossums" (englisch)
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