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Gartenkreuzspinne: Ist sie gefährlich – Mythos um Achtbeiner


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Sind Gartenkreuzspinnen gefährlich?

dpa, t-online, km

Aktualisiert am 13.06.2022Lesedauer: 3 Min.
Gartenkreuzspinne: Das prägnante Merkmal dieser Art ist das weißliche Kreuz auf dem Rücken.
Gartenkreuzspinne: Das prägnante Merkmal dieser Art ist das weißliche Kreuz auf dem Rücken. (Quelle: blickwinkel/imago-images-bilder)
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Sie zählt zu den bekanntesten Arten in Deutschland: die Gartenkreuzspinne. Kaum verirrt sich Beute in das Netz, setzt sie ihr Gift gekonnt ein. Sollten auch Menschen vor einem Biss Angst haben?

Das Wichtigste im Überblick


  • Aussehen der Gartenkreuzspinne
  • Ist die Gartenkreuzspinne giftig?
  • Das Netz wird in drei Phasen gebaut
  • So fängt die Gartenkreuzspinne ihre Beute

Die Gartenkreuzspinne (Araneus diadematus) ist fast überall zu finden: in Parks und Gärten, an Mauern oder Häusern. Sie gehört zur Familie der Radnetzspinnen. Vor Spinnen fürchten sich viele Menschen, besonders diese Art wirkt durch ihr Aussehen gefährlich. Ist die Angst begründet? Und woran erkennen Sie sie?


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Aussehen der Gartenkreuzspinne

Das prägnante Merkmal der Gartenkreuzspinne ist das weißliche Kreuz auf ihrem Rücken. Daher kommt auch ihr Name. Auf der Unterseite ihres Hinterleibes hat die Gartenkreuzspinne ihre Spinnwarzen. Mit denen stellt sie die Fäden für ihr Spinnennetz her.

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Die Farbe der Kreuzspinne kann sehr unterschiedlich ausfallen: Manche sind fast schwarz, andere gelbbraun oder dunkelrot. Die Weibchen erreichen eine Größe von bis zu 17 Millimetern, sind also in etwa so groß wie der Fingernagel eines Erwachsenen. Männchen werden hingegen nur zehn Millimeter groß.

Info
Die natürlichen Feinde der Gartenkreuzspinne sind alle insektenfressenden Vögel.

Ist die Gartenkreuzspinne giftig?

Bis auf wenige Ausnahmen sind alle Spinnen giftig, die es auf dieser Welt gibt. Das Gift ist für sie die einzige Möglichkeit, um sich gegen Feinde zu wehren und Beute zu machen. Die meisten Spinnen, ob sie nun groß oder klein sind, lauern ihren Opfern auf, spinnen sie blitzschnell ein und lähmen oder töten sie dann sofort mithilfe ihres Gifts.

Ob eine Spinne allerdings für den Menschen giftig und damit auch gefährlich werden kann, hängt immer von der Größe der Klauen ab, die seitlich am Kopf der Spinne sitzen. Hinter diesen Klauen sind Drüsen und darin ist das Gift, ähnlich wie in den Giftzähnen von Schlangen. Sind die Klauen lang, dann können sie für den Menschen gefährlich werden. Das ist bei den Gartenkreuzspinnen in der Regel nicht der Fall.

Gartenkreuzspinne: Als Nahrung bevorzugt die Art unter anderem Mücken, Fliegen oder Blattläuse.
Gartenkreuzspinne: Als Nahrung bevorzugt die Art unter anderem Mücken, Fliegen oder Blattläuse. (Quelle: Manngold/imago-images-bilder)

Warum die Gartenkreuzspinne nicht gefährlich ist

Obwohl die Spinnen mit dem markanten Kreuz auf dem Rücken die größten ihrer Art sind, sind sie im Vergleich zum Menschen mikroskopisch klein. Entsprechend kurz sind auch ihre Klauen und sie können damit im Normalfall auch nicht die Haut durchdringen. Das wäre allerdings die Voraussetzung, um das Gift zu platzieren.

Lediglich an den dünnsten Stellen der Haut könnten die Beißerchen durchkommen – etwa an den Kniekehlen. Doch selbst wenn die Klauen die menschliche Haut durchdringen, bedeutet das noch immer keine Gefahr, denn die Dosis des Gifts würde niemals ausreichen, um einen Menschen zu gefährden.

Info
Die Kreuzspinne und andere Spinnenarten greifen nicht ohne Grund an. Sie tun das vor allem, wenn sie fürchten, zerquetscht zu werden.

Übrigens: Die Gartenkreuzspinne ist vor allem im Altweibersommer anzutreffen – also hauptsächlich von Juli bis September.

Das Netz wird in drei Phasen gebaut

Laut der Deutschen Wildtier Stiftung benötigen Gartenkreuzspinnen für ihr Radnetz circa 45 Minuten. Das wird in mehreren Phasen aufgebaut:

  • Für das Grundgerüst legt das Tier eine Konstruktion an, die wie ein Y aussieht. Die Spinne klettert dafür beispielsweise auf einen Ast und erzeugt einen Faden, der durch den Wind an einen anderen Ast gelangt. Von der Mitte aus zieht sie dann einen Faden nach unten und befestigt ihn.
Netzbau: Für das Grundgerüst baut die Spinne eine Konstruktion, die wie ein Y aussieht.
Netzbau: Für das Grundgerüst baut die Spinne eine Konstruktion, die wie ein Y aussieht. (Quelle: Chromorange)
  • Im nächsten Schritt beginnt sie, mithilfe sogenannter Rahmenfäden die Eckpunkte zu verbinden. Ausgehend vom Mittelpunkt des Netzes werden noch einige Radialspeichen – auch Stützfäden genannt – gesponnen.
  • Anschließend werden die Radialspeichen mit einer Hilfsspirale verknüpft. Ab jetzt wird die eigentliche Fangspirale gebaut. Die Spinne scheidet dafür einen klebrigen Faden aus. Dieser beginnt außen und wird spiralförmig zur Netzmitte gesponnen. Die Hilfsspirale wird gleichzeitig wieder aufgefressen.
Gartenkreuzspinne: Das Netz muss häufig erneuert werden.
Gartenkreuzspinne: Das Netz muss häufig erneuert werden. (Quelle: Ankur Sharma/Getty Images)

Die Klebefähigkeit nimmt oft schon nach einem Tag ab. Daher muss das Netz häufig erneuert werden. Das alte Netz wird dann aufgefressen.

So fängt die Gartenkreuzspinne ihre Beute

Als Nahrung bevorzugt die Spinnenart unter anderem Mücken, Fliegen oder Blattläuse. Ist das Netz gebaut, bleibt die Beute darin hängen. Das registriert die Gartenkreuzspinne durch einen Signalfaden, durch den sie kleinste Erschütterungen wahrnimmt. Nachdem sie schnell zu ihrer Beute gekrabbelt ist, befühlt sie sie zunächst mit den Beinen und mit zwei Mundtastern.

Dann wickelt sie ihren Fang mit Spinnfäden zu einem festen Paket zusammen und beißt mit ihren Giftzangen hinein, sodass das eingewickelte Tier gelähmt oder tot ist.

Danach spritzt die Spinne Verdauungssaft in ihr Beutetier. Dessen Fleisch weicht dadurch auf und die Spinne kann es wie einen Brei aufsaugen. Teile, die übrig bleiben, wirft die Spinne hinterher einfach aus dem Netz.

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Verwendete Quellen
  • Bund Naturschutz in Bayern e.V.
  • Deutsche Wildtier Stiftung
  • Nabu: "Baumeister auf acht Beinen"
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherche
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