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Fremdsprachen lernen: So klappt es in jedem Alter

Unterschiedliche Methoden  

Fremdsprachen lernen: Tipps und Tricks für den Erfolg

14.05.2014, 16:54 Uhr | mo (IP) /jl

Fremdsprachen lernen: So klappt es in jedem Alter. Eine Fremdsprache zu lernen ist eine Bereicherung - auch für den nächsten Urlaub (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eine Fremdsprache zu lernen ist eine Bereicherung - auch für den nächsten Urlaub (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ein Sommerurlaub in Italien steht an, das Auslandssemester in Frankreich wird geplant oder Sie interessieren sich einfach für fremde Kulturen und Sprachen – eine Fremdsprache zu lernen ist immer eine Bereicherung. Etwas Disziplin und Ausdauer ist dabei auch gefragt. Wenn Sie ein paar wichtige Tipps und Tricks beachten, fällt es Ihnen aber bestimmt nicht schwer, in eine neue Sprache einzutauchen.

Beim Erlernen einer Fremdsprache spielt die Motivation generell eine sehr wichtige Rolle. Denn wenn man Grammatik und Vokabeln lernt, weil man sich für eine Sprache interessiert und diese auch anwenden möchte, fällt es leichter, sich hierfür Zeit zu nehmen und diese zu lernen.

Den individuellen Lerntyp ermitteln

Um eine Fremdsprache zu erlernen ist es hilfreich, sich vor dem Lernen bewusst zu machen, welcher Lerntyp Sie sind. Grundsätzlich unterscheiden Lernende sich in diese vier Lerntypen:

  • Der auditive Lerntyp: Als auditiver Lerner merken Sie sich Inhalte am besten, wenn Sie sich diese selbst vorsprechen oder Ihnen etwas vorgetragen wird. Sie erinnern sich generell gut an Präsentationen und Gespräche mit anderen Personen. Auswendig lernen fällt Ihnen meist eher leicht. Laut dem Onlineportal von GEOlino, dem Kindermagazin von GEO, lernt der auditive Typ Vokabeln besonders gut durch Eselsbrücken, die sich bei der Aussprache ergeben. Störgeräusche lenken diesen Lerntyp allerdings leicht ab.
  • Der visuelle Lerntyp: Als visueller Lerner können Sie sich Inhalte am besten merken wenn sie Ihnen schriftlich vorliegen. Beim Lernen helfen Ihnen deshalb Zeichnungen, Tabellen und Plakate. Selbstgemalte Plakate und selbst geschriebene Karteikarten eignen sich in diesem Fall besonders gut für das Vokabellernen. "Visuelle Lerntypen merken sich oft auch andere Eigenschaften einer solchen Karte – zum Beispiel ein Eselsohr oder ein Saftfleck - und verbinden sie mit der Vokabel", so GEOlino.
  • Der haptische Lerntyp: Als haptischer Lerner erinnern Sie sich am besten an Inhalte, die Sie gleich praktisch anwenden können. Sie lernen am besten in Bewegung, beispielsweise durch Umherlaufen oder Gestikulieren. Außerdem helfen Ihnen eigene Notizen sowie Übungen und Experimente zur Anwendung des Gelernten. "Diese Personen sind oft daran zu erkennen, dass sie selten Bedienungsanleitungen lesen, sondern lieber etwas gleich ausprobieren", so das Onlineforum "bildungsportal.at".
  • Der kommunikative Lerntyp: Als kommunikativer Lerntyp erinnern Sie sich am besten an Inhalte, die in Diskussionen oder in Lerngruppen besprochen werden. Für diesen Lerntyp ist die Interaktion mit anderen, beispielsweise durch Rollenspiele und das Auseinandersetzen mit dem Thema durch Erklären und Wiederholen mit anderen Personen besonders hilfreich.

Eindeutige Zuordnung ist nicht immer leicht

Auf Sie treffen mehrere Lerntypen zu? Das ist ganz normal, denn es gibt durchaus Lerner, die sich nicht eindeutig einem Lerntyp zuordnen können. In Fachkreisen ist diese strikte Einteilung in Lerntypen deshalb teilweise umstritten. Die oben aufgeführte Einteilung soll Ihnen lediglich verdeutlichen, mit welchen Sinnen Sie am besten neue Inhalte aufnehmen. Versuchen Sie aber immer, eine Sprache mit allen Sinnen zu erlernen.

Sprachen aus derselben Sprachfamilie fallen oft leichter

Beim Sprachenlernen kann es auch hilfreich sein, eine Brücke zu bereits erlernten Sprachen zu schlagen. So tut sich jemand, der bereits Französisch oder Italienisch spricht, mit dem Grundwortschatz des Spanischen um ein Vielfaches leichter, denn Wörter wie „le vin“ (Französisch), „el vino“ (Spanisch) und „il vino“ (Italienisch) für „Wein“ sind einander ähnlich.

Auch die Grammatik weist in allen romanischen Sprachen zahlreiche Parallelen auf wie etwa das Phänomen des Subjunktivs, das im Deutschen nicht existiert. Allerdings kann eine bereits erlernte ähnliche Sprache sowohl bei den Vokabeln als auch bei der Grammatik auch für Verwirrung sorgen.

Um für Abwechslung beim Lernen zu sorgen und um unterschiedliche Sinne anzusprechen, sollten Sie außerdem versuchen, sich einer Sprache auf unterschiedliche Weise und durch verschiedene Medien zu nähern. Zusätzlich zu einem klassischen Sprachkurs können Sie beispielsweise ein Online-Portal nutzen, eine Sprachreise unternehmen, einen Sprachtandem-Partner regelmäßig treffen oder Radio, TV und Bücher in der entsprechenden Sprache nutzen.

Ein Auslandsaufenthalt wirkt wahre Wunder

Unabhängig vom Lerntyp kann es für Sie sehr hilfreich sein, Ihre erlernten Fremdsprachenkenntnisse durch einen Auslandsaufenthalt wie zum Beispiel eine Sprachreise zu verbessern. Durch den Kontakt zu Sprechern der Fremdsprache und durch das Bewältigen von Alltagssituationen können Sie das Erlernte nach und nach verfestigen.

Und bereits nach kurzer Zeit werden Sie die anfänglichen Sprech-Hemmungen ablegen und durch die regelmäßige Kommunikation ganz automatisch neue Wörter aufnehmen und verwenden. Während des Aufenthaltes sollten Sie am besten zusätzlich einen begleitenden Sprachkurs absolvieren.

Fremdsprachen lernen für Kinder: Früh übt sich

Je jünger ein Kind beim Erlernen der neuen Fremdsprache ist, desto leichter fällt es ihm. „Multilingual erzogene Kinder lernen später auch andere Fremdsprachen leichter, weil sie schon früh ein Gefühl für die Systematik hinter einer Sprache entwickeln", sagt die Psychologin Nicola Küpelikilinc gegenüber „Spiegel Online“. Erwachsene haben also ein besseres Gespür für Sprachen entwickelt, wenn sie als Kind bereits mehrsprachig erzogen wurden.

Die entscheidende Grenze überschreiten Kinder laut Sprachexperten mit dem vierten Geburtstag. Dann nämlich ist die Entwicklung der neuronalen Netze, in denen das Gehirn Sprachen verarbeitet, zunächst abgeschlossen. Ab diesem Punkt legt das Gehirn für jede weitere Sprache ein neues Netzwerk an. Vor dem vierten Lebensjahr werden alle Fremdsprachen im selben Areal verarbeitet, was das Erlernen vereinfacht.

Fremdsprache sollte im Umfeld präsent sein

Auch bei der Aussprache haben kleine Kinder deutlich weniger Schwierigkeiten. Legen Sie daher Wert auf ein frühes, spielerisches Erlernen, wie es in mehrsprachigen Kindergärten praktiziert wird. Wichtig ist jedoch, dass Ihr Kind die entsprechende Sprache auch häufig in seinem Umfeld hört und verwendet. Unterstützend wirkt es, wenn Sie einen Verwandten oder einen fremdsprachigen Babysitter finden, der mit dem Kind ausschließlich die Fremdsprache spricht.

Laut Küpelikilinc sollten Sie jedoch darauf achten, Ihr Kind nicht unter Druck zu setzen. Der entstehende Lernstress kann dazu führen, dass das Kind negative Erfahrungen mit der Fremdsprache assoziiert. Haben Sie also Geduld mit Ihrem Kind damit es die Motivation nicht verliert.

Lerngeschwindigkeit variiert bei Kindern und Erwachsenen

Generell kann man nicht eindeutig sagen, dass Erwachsene eine Fremdsprache schlechter lernen als Kinder. Kinder und Erwachsene lernen eine Sprache auf ganz unterschiedliche Weise. Kinder nehmen eine Sprache, ähnlich wie beim Erlernen der Muttersprache, eher spielerisch und durch Imitieren und Ausprobieren auf und erzielen dadurch schnelle Erfolge.

Erwachsene hingegen nähern sich einer Sprache eher durch systematisches Erlernen und anschließendes Anwenden der Regeln und erzielen somit oft langsamer Erfolge.

Tipps für Senioren: Auch im Alter Fremdsprachen lernen

„Wir können uns auch mit 100 Jahren noch eine neue Sprache aneignen oder ein ganzes Drehbuch auswendig lernen. Das Gehirn noch einmal herauszufordern, dafür ist es nie zu spät.“ so Professor Ernst Pöppel, Hirnforscher an der Universität München, gegenüber dem Online-Portal von "Medical Tribune".

Gerade im Ruhestand hat man in der Regel viel Freizeit und kann sich daher darauf konzentrieren, eine neue Fremdsprache zu lernen. Dies ist eine abwechslungsreiche Möglichkeit, die Freizeit zu gestalten und dabei dem Gehirn etwas Gutes zu tun. Studien haben ergeben, dass das Lernen einer neuen Fremdsprache wie Gehirnjogging wirkt und daher auch das Risiko für Krankheiten wie Alzheimer mindert.

Ideal für Senioren sind Kurse in kleinen altersgerechten Gruppen, in denen der Lehrer auf das Lerntempo eines jeden Schülers eingehen kann und genügend Zeit für ausgiebiges Sprechen bleibt. Sind die ersten Lernfortschritte gemacht, können Sie auch eine Sprachreise unternehmen, bei der Sie die erworbenen Kenntnisse direkt in der Praxis erproben.

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