Sie sind hier: Home > Leben > Familie > Freizeit >

Hundstage: Bedeutung für das Sommerwetter und den Winter 2020

Sommerhitze-Bauernregeln  

Was sind eigentlich die Hundstage?

20.02.2020, 09:36 Uhr | sah, jb, t-online.de

Hundstage: Bedeutung für das Sommerwetter und den Winter 2020. Hund: Die Hundstage sind nicht nach den Haustieren benannt. (Quelle: Getty Images/K_Thalhofer)

Hund: Die Hundstage sind nicht nach den Haustieren benannt. (Quelle: K_Thalhofer/Getty Images)

Hundstage – so wird eine bestimmte Hitzeperiode im Sommer bezeichnet. Mit den Tieren hat sie allerdings nichts zu tun. Wir erklären, woher der Name stammt und wie die Hundstage wirklich mit dem Wetter zusammenhängen.

Die sogenannten Hundstage prophezeien laut einer Bauernregel unter anderem einen langen Winter: "Hundstage heiß, Winter lange weiß." Bei der Bezeichnung denken viele zudem an die Hitze im Hochsommer, während derer sich Mensch und Hund oft im Schatten aufhalten – am liebsten, ohne sich zu regen. Doch der Ausdruck Hundstage hat einen anderen Ursprung.

Ursprung der Hundstage

Die Schönwetterperiode zwischen dem 23. Juli und 23. August ist nach dem Sternbild Großer Hund (Canis Major) benannt. Es ist jedoch nicht sofort in vollem Umfang am Nachthimmel sichtbar. Vom Erscheinen des ersten Hundssterns (Muliphein) bis zum letzten (Aludra) vergeht etwa ein Monat. Während dieses Zeitraums geht der hellste Stern im Sternbild Großer Hund, Sirius, mit der Sonne auf und unter – deshalb wird Sirius auch Hundsstern genannt.

Canis Major: Der hellste Stern im Sternbild Großer Hund ist Sirius. (Quelle: imago images/Leemage)Canis Major: Der hellste Stern im Sternbild Großer Hund ist Sirius. (Quelle: Leemage/imago images)

Der Zeitraum erhielt seinen Namen während des Römischen Reiches. Die Römer verzeichneten das Auftauchen des Großen Hundes in ihrem Kalender – damals vom 26. Juli bis Anfang August. Das astronomische Ereignis und das Erscheinen des Sternbilds wird auch als "heliakischer Aufgang" bezeichnet, was etwa "mit der Sonne" bedeutet. 

Welchen Einfluss haben die Hundstage auf das Wetter?

Heutzutage werden die Hundstage mit Hitze in Verbindung gebracht. Dass das Erscheinen von Sirius mit hohen Temperaturen einhergeht, ist jedoch ein Zufall. Es ist nicht die Ursache für die meist heißeste Jahreszeit. Das Sternbild geht nur etwa in diesem Zeitraum gemeinsam mit der Sonne auf. Es handelt sich deshalb nicht um ein meteorologisches, sondern ein astronomisches Ereignis.

Im Laufe der Jahrhunderte hat sich der heliakische Aufgang des Sirius aufgrund von Eigenbewegung des Sternbildes und Richtungsänderung der Erdachse um einen Monat verschoben. Daher ist er mittlerweile in Deutschland frühestens ab dem 30. August zu sehen. Das Phänomen könnte also eher als Zeichen für das baldige Ende des Sommers oder des kommenden Herbstanfangs gesehen werden. Der Begriff Hundstage steht aber weiterhin für die heißesten Wochen des Jahres.

Mythen und Weisheiten rund um die Hundstage

Bevor der Einfluss des Hundssterns auf die Temperaturen widerlegt wurde, gab es verschiedene Erklärungen für die Hitzewelle:

  • Bei den Griechen entstand der Mythos, dass das Sonnenlicht mit dem Feuer des Sirius verschmilzt und somit die Ursache für große Hitze sei.
  • Die Araber machten das Sternbild für heiße Tage verantwortlich: Der "vom Himmel tropfende Speichel des Hundssterns" soll der Grund für Fata Morganen gewesen sein.
  • Bei den Ägyptern läutete das Erscheinen des Hundssterns einen erhöhten Wasserstand des Nils und somit das Anspülen von fruchtbarem Boden ein.

Hierzulande wurden die Hundstage früher mit gemischten Gefühlen betrachtet. Zum einen bedeutete die große Hitze eine mögliche Gefahr für die Ernte, zum anderen einen langen harten Winter.

Bauernregeln für die Hundstage

Es gibt verschiedene Bauernregeln rund um die Hundstage, die besagen, dass auf schönes Wetter während der Hundstage ein kalter Winter folgt und regnerisches Wetter eine schlechte Ernte nach sich zieht. Hier einige Beispiele:

  • "Hundstage hell und klar deuten auf ein gutes Jahr – werden Regen sie bereiten, kommen nicht die besten Zeiten."
  • "Wie das Wetter, wenn der Hundsstern aufgeht, so wird's bleiben, bis er untergeht."
  • "Was die Hundstage gießen, muss die Traube büßen."
  • "Sind die Hundstage voll Sonnenschein, wird das Jahr recht fruchtbar sein."
  • "Hundstage heiß, bringen dem Bauern viel Schweiß."
  • "Sind die Hundstage heiß, bleibt's im Winter lange weiß."
Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Leben > Familie > Freizeit

shopping-portal