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Wie und wo kommt die Delfintherapie zum Einsatz?

Unkonventionelle Behandlung  

Wie und wo kommt die Delfintherapie zum Einsatz?

31.08.2015, 12:50 Uhr | rk (CF), ji

Wie und wo kommt die Delfintherapie zum Einsatz?. Die Delfintherapie bereitet vor allem Kindern Freude – aber den Delfinen auch? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Delfintherapie bereitet vor allem Kindern Freude – aber den Delfinen auch? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Delfintherapie ist eine tiergestützte Therapie, die vor allem Kindern mit Behinderungen oder Verhaltensauffälligkeiten helfen soll. Die Therapieform gilt jedoch als umstritten, unter anderem wegen fehlender Beweise zu ihrer Wirkung.

Wofür wird die Delfintherapie eingesetzt?

Die tiergestützte Therapie mit Delfinen wird vor allem zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen eingesetzt. Ziele dieser besonderen Therapie sind zum Beispiel, die Konzentration der Kinder zu steigern oder ihre Fähigkeit zur Kontaktaufnahme zu verbessern. Weiterhin kann das Schwimmen mit Delfinen eine Art Belohnung und Motivation für das Kind sein.

Eingesetzt wird die Delfintherapie vor allem bei Kindern mit Autismus, geistiger Behinderung, Hirntraumata und seelischen Erkrankungen. Wissenschaftliche Belege, dass die tiergestützte Therapie Kindern mit Autismus hilft, liegen jedoch nicht vor.

Weltweit gibt es mehrere Zentren für die tiergestützte Therapie. Der Stiftungsfonds Delfintherapie empfiehlt beispielsweise Einrichtungen auf den Cayman Islands, den Niederländischen Antillen sowie in Florida.

So funktioniert die Delfintherapie

Kritiker bemängeln, dass die Delfintherapie oftmals auf dem Prinzip der Belohnung basiert, da dem Patienten damit hauptsächlich ein Aufmerksamkeitsdefizit unterstellt werde. Neben der Aufgaben mit anschließender Belohnung im Delfinbecken, gibt es jedoch auch Therapieabläufe, bei denen die Patienten aktiv mit den Delfinen zusammenarbeiten.

Im "Onmega Dolphin Therapy & Activity Center" in der Türkei werden die Patienten im ersten Schritt mit den Delfinen vertraut gemacht, um gleichzeitig die sensoren Informationen von allen Gefühlsorganen zu aktivieren. Im zweiten Schritt soll der Patient mit Hilfe des Therapeuten einige Aufgaben mit dem Delfin absolvieren. Dazu gehört das Werfen und Holen von Bällen und Bewegungen im Wasser. Die Delfine, die zuvor in einem Lehrprogramm trainiert wurden, neigen zu allelomimetrischem Verhalten (Nachahmung). Dies wird sich für die Therapieaufgaben zunutze gemacht.

Vorteil des "Onmega"-Delfinariums: Die drei trainierten Delfine leben in einem schwimmenden Freiwasser-Delfinarium und dadurch in einem möglichst natürlichen Lebensraum. Es handelt sich dabei um das einzige Freiwasser-Delfinarium in Europa.

Ist die tiergestützte Therapie wirklich sinnvoll?

Beim Blick auf die Standorte der Zentren wird schnell klar: Die Delfintherapie gehört zu den kostspieligeren Behandlungsformen für verhaltensauffällige und behinderte Kinder. Der Kostenpunkt liegt zwischen 5.000 und 10.000 Euro, je nach Behandlungsform und Zeitraum. Nicht mit einberechnet sind dabei die Reisekosten. Nicht nur deshalb übernehmen Krankenkassen keine Kosten für die tiergestützte Therapie. Auch sei die Wirkung der Delfintherapie noch nicht zweifellos bestätigt, heißt es auf der Homepage der Krankenkasse AOK.

Es gibt zwar Studien, die der Delfintherapie eine Wirkung bescheinigen – jedoch nur unter bestimmten Umständen. Laut der AOK hätten zudem Tierschutzorganisationen Bedenken, da Delfine wilde Raubtiere seien, die für die Therapie in Gefangenschaft gehalten werden müssen. Bedenklich sei darüber hinaus, dass sich Kinder während der Delfintherapie schon verletzt hätten.

Zudem kommt hinzu, dass Delfine in Gefangenschaft niemals artgerecht gehalten werden können. Ob in Schwimmbecken oder abgetrennten Meeresbereichen: Delfine müssen auf kleinstem Raum leben. In freier Natur schwimmen sie bis zu 100 Kilometer am Tag und tauchen bis 500 Meter tief – dies kann in Gefangenschaft nicht gewährleistet werden. Darüber hinaus müssen die Therapie-Tiere mit Medikamenten behandelt werden, um Krankheiten bei den Patienten zu vermeiden.

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