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Das hat es mit dem Brauch des Aprilscherzes auf sich

Könige, Engel und Götter  

Das hat es mit dem Brauch des Aprilscherzes auf sich

27.03.2017, 12:30 Uhr | MHa, t-online.de

Das hat es mit dem Brauch des Aprilscherzes auf sich. Am 1. April wird traditionell ein Späßchen gemacht. Aber warum? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/AntonioGuillem)

Am 1. April wird traditionell ein Späßchen gemacht. Aber warum? (Quelle: AntonioGuillem/Thinkstock by Getty-Images)

Hat sich der Aprilscherz aus dem typisch durchwachsenen und trügerischen Aprilwetter abgeleitet? Oder könnten der französische König Karl IX., der Gott Quirinus, der Engel Luzifer und Heinrich IV. etwas mit dem Brauch des Aprilscherzes zu tun haben?

In Deutschland erstmals bezeugt wurden Aprilscherze wohl schon 1618 in Bayern. Woher genau der Brauch des Aprilscherzes stammt, kann aber nicht eindeutig geklärt werden. Dennoch kursieren einige Theorien, die erklären sollen, warum wir uns am 1. April gerne einen Spaß mit unseren Mitmenschen erlauben.

Das falsche Neujahrsfest

Eine Theorie zur Herkunft des Aprilscherzes geht auf das Jahr 1564 zurück. Der französische König Karl IX. reformierte damals den Kalender, indem er den Neujahrstag vom 1. April auf den 1. Januar verlegte. Manche Menschen sollen es amüsant gefunden haben, ihre Einladungen zu Neujahrsfesten trotzdem zum 1. April zu verschicken.

Sie hofften wohl, dass es Mitmenschen gibt, die darauf hineinfallen und den Einladungen folgen würden. Wer tatsächlich zum scheinbaren Neujahrsfest am 1. April erschien, hatte im schlimmsten Fall nicht nur eine lange Anfahrt umsonst auf sich genommen, sondern wurde zudem auch verspottet. Soldaten sollen diese Form des Aprilscherzes in andere europäische Länder hinausgetragen haben, wo die Scherze sich großer Beliebtheit erfreuten.

Das vermeintliche Schäferstündchen

Ziemlich übel soll im 17. Jahrhundert dem französischen König Heinrich IV mitgespielt worden sein. So habe er am 1. April eine Einladung von einer jungen Frau aus dem einfachen Volk erhalten, in der sie sich mit dem König zu einem Schäferstündchen verabreden wollte. Heinrich IV. soll eine Schwäche für junge Frauen gehabt haben. So soll er der Einladung zu dem Rendezvous nachgekommen und zu seinem abgelegenen Lustschloss gefahren sein, wo die Verehrerin warten sollte.

Was der König nicht wusste: Es war ein böser Streich, denn nicht die junge Dame wartete auf Heinrich, sondern seine Gemahlin, die Königin. Zudem soll sich der gesamte Hofstaat bei dem Lustschlösschen versammelt haben. Somit wurde der König bloßgestellt und sprichwörtlich „in den April geschickt“.

Göttliche Herkunft?

Der Brauch des Aprilscherzes könnte sich auch aus der Quirinalia, dem Fest der Narren und Dummen, entwickelt haben. Zu Ehren des Gottes Quirinus zogen die Menschen singend und tanzend durch die Straßen Roms.

Ursprünglich feierten die Römer die Quirinalia am 17. Februar, ehe das Fest in Folge von mehreren Kalenderreformen auf den 1. April verschoben worden wurde. Aus dem vergnüglichen Brauch mit Gesang und Tanz, soll im Laufe der Zeit der Brauch des Aprilscherzes entstanden sein.

Unglück statt Spaß

Im Christentum hat der 1. April nichts mit Scherzen oder lustigen Anekdoten zu tun. Im Gegenteil: Es ist ein Tag der Wachsamkeit und des Unglücks. Christlichen Überlieferungen zur Folge soll der gefallene Engel Luzifer an einem 1. April in die Hölle gekommen sein. Zudem sei der Jünger Judas Ischariot, der Jesus verraten hatte, an einem 1. April geboren und gestorben.

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