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Advent 2020: Wann beginnt eigentlich die Adventszeit?

Vor fast 1.000 Jahren festgelegt  

Adventszeit: Wann beginnt eigentlich der Advent?

09.11.2020, 13:01 Uhr | sah, t-online

Advent 2020: Wann beginnt eigentlich die Adventszeit?. Kerzen: Sie gehören für viele zur Adventszeit. (Quelle: Getty Images/Alex)

Kerzen: Sie gehören für viele zur Adventszeit. (Quelle: Alex/Getty Images)

Wie lang ist die Adventszeit? Diese Frage wurde im Mittelalter intensiv diskutiert. Bis im damaligen Kloster Limburg eine weitreichende Entscheidung getroffen wurde.

In den Adventswochen stimmen sich die Menschen auf das Weihnachtsfest ein. Es ist die Zeit der Weihnachtsmärkte und mit Lichterketten geschmückte Einkaufsstraßen locken zum Kauf von Geschenken. Ursprünglich hatte der Advent aber den Charakter einer Buß- und Fastenzeit.

Wann ist der 1., 2., 3. und 4. Advent 2020?

Die Adventszeit ist unterschiedlich lang und kann zwischen 22 und 28 Tagen variieren, weil der Beginn der Adventszeit nicht in jedem Jahr auf das gleiche Datum fällt. Das hängt damit zusammen, dass Weihnachten nicht immer am gleichen Wochentag ist.

So berechnet sich der Termin: Die Adventszeit hat vier Sonntage und beginnt immer am vierten Sonntag vor dem 25. Dezember, den die Kirche schon im vierten Jahrhundert als Datum der Geburt Jesu Christi festgesetzt hat. Fällt Heiligabend aber auf einen Sonntag, ist er damit gleichzeitig der vierte Advent. In diesem Jahr beginnt die Adventszeit beispielsweise am 29. November. Alle weiteren Termine können Sie der Tabelle entnehmen.


202020212022
1. Advent29. November28. November27. November
2. Advent6. Dezember5. Dezember4. Dezember
3. Advent13. Dezember12. Dezember11. Dezember
4. Advent20. Dezember19. Dezember18. Dezember

Adventszeit: Ursprung

Am Sonntag den 26. November 1038 machte Kaiser Konrad II. auf dem Weg von Burgund nach Goslar Halt in Straßburg. Er besuchte dort den Bischof, seinen Onkel Wilhelm. Der hatte eigentlich geplant, mit der Ankunft des Kaisers auch die Ankunft des Herrn und den 1. Advent zu feiern. Doch es kam anders. "Der Kaiser und seine Umgebung waren damit nicht einverstanden", schreibt der Historiker Herwig Wolfram in seinem Buch "Konrad II.". Noch heute bestimmt dieses Ereignis, wann der Advent beginnt.

Hätten Konrad und Wilhelm den 1. Advent bereits am 26. November gefeiert, hätte es insgesamt fünf Adventssonntage gegeben – einen mehr als von Papst Gregor dem Großen gut 400 Jahre zuvor vorgegeben. Bis zum kaiserlichen Besuch bei Bischof Wilhelm stand nur die Zahl der Adventssonntage fest, zum Datum war nichts gesagt. Das sorgte für Diskussionen über die Länge der Adventszeit, in der sich die Christen auf das Fest der Geburt Jesu vorbereiten.

Eine Woche nach seiner Ankunft zog Kaiser Konrad II. einen Schlussstrich unter den sogenannten Adventsstreit. Am 3. Dezember feierte er zusammen mit seiner Frau Gisela und mehreren Bischöfen im Kloster Limburg bei Bad Dürkheim in der heutigen Pfalz den ersten Advent. Zugleich ließ Konrad die Datums-Spanne regeln. Es wurde festgelegt, dass der erste der vier Adventssonntage immer zwischen dem 27. November und dem 3. Dezember liegen muss. Diese Regelung unterstützte später auch das Konzil von Trient (1545-1563) und schrieb eine vierwöchige Adventszeit vor, beginnend mit dem vierten Sonntag vor dem ersten Weihnachtstag.

Advent: Bedeutung im Kirchenjahr

Advent – vom lateinischen "adventus" für Ankunft – ist für Christen das Warten auf die Ankunft Jesu. Mit dem 1. Advent beginnt das Kirchenjahr. Jeder der vier Sonntage vor Weihnachten hat seine eigene Bedeutung:

  • 1. Advent: Er steht für das Kommen des Herrn. In der evangelischen Kirche erinnert er insbesondere an den Einzug Jesu in Jerusalem.
  • 2. Advent: Er dient der Vorbereitung auf die Wiederkunft Christi.
  • 3. Advent: Er erinnert an Johannes den Täufer.
  • 4. Advent: Hier steht insbesondere in der katholischen Kirche Maria, die Mutter Gottes, im Mittelpunkt.

Bräuche in der Adventszeit

Adventskranz

Der Adventskranz geht auf eine Erfindung des evangelischen Pfarrers Johann Hinrich Wichern 1839 zurück. Da die Waisenkinder, um die er sich kümmerte, immer fragten, wann denn endlich Weihnachten sei, baute er aus einem alten Wagen einen Holzkranz mit 20 kleinen roten und 4 großen weißen Kerzen als Kalender.

An jedem Tag in der Adventszeit wurde eine weitere Kerze angezündet, an den Sonntagen eine der großen Kerzen, sodass die Kinder die Tage bis Weihnachten abzählen konnten. Die großen Kränze erwiesen sich für den täglichen Gebrauch im privaten Bereich jedoch als zu unhandlich. Besser setzte sich die Idee durch, mit vier Kerzen die Adventssonntage zu symbolisieren. Seit etwa 1860 wird der Adventskranz aus Tannengrün gefertigt.

Adventskalender

Die Urform des Adventskalenders bestand nach Überlieferungen darin, dass im 19. Jahrhundert protestantische Familien vom 1. Dezember an bis zum Heiligen Abend täglich ein Bild mit entsprechenden religiösen Motiven an die Wand hängten. Dann aber entstand Anfang des 20. Jahrhunderts der Kalender mit 24 kleinen Fenstern, mit dem vor allem die Kinder auf das Fest vorbereitet werden sollten, der aber auch bei den Erwachsenen bestens ankam.

Dieser nur dreieinhalb Wochen umfassende Kalender trat von Deutschland aus nach dem Zweiten Weltkrieg seinen Siegeszug um die Welt an. Er wurde in seinen vielfachen Ausführungen zu einem umsatzstarken Handelsartikel. Meist verbirgt sich dahinter Schokolade.

Die zahlreichen Leckereien im Advent sind aber vergleichsweise neu. In sehr frühen Zeiten fasteten die Gläubigen sogar im Advent: Eine kirchliche Verfügung aus dem fünften Jahrhundert sah nach dem Vorbild der österlichen Enthaltsamkeit vor Weihnachten eine Fastenzeit vor, die schon am Martinitag am 11. November beginnen sollte. Sie setzte sich in der Bevölkerung jedoch nicht durch.

Räuchermännchen als Dekoration

Zunächst waren Räuchermännchen schlicht Abdeckungen für Räucherkerzen und -kegel und dienten dem komfortablen Abbrennen des Weihrauchs. Sie wurden 1830 erstmal erwähnt. Ursprünglich hat man beliebte Figuren des Lebens dargestellt, zum Beispiel verschiedene Berufe des Volkes. Dann entwickelten die Handwerker auch Figuren für Weihnachten.

Schwibbögen

Der Schwibbogen kommt aus dem Erzgebirge. Er zeigt den Alltag der Familien sowie die Sehnsucht der Bergleute nach Licht. Einige Varianten zeigten auch christliche Motive aus der Weihnachtsgeschichte. Auf den ältesten erhaltenen Schwibbögen aus dem 18. Jahrhundert findet sich die Darstellung des Sündenfalls und die Vertreibung Adams und Evas aus dem Garten Eden. Seit Mitte des letzten Jahrhunderts werden Schwibbögen zur Advents- und Weihnachtszeit in die Hausfenster gestellt.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche 
  • Nachrichtenagentur dpa

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