Sie sind hier: Home > Leben > Familie > Freizeit > Haustiere >

Deutschland "Killermaschine" Kalikokrebs bedroht unsere Tierwelt

...

Anzahl "im Millionenbereich"  

"Killermaschine Kalikokrebs" bedroht Tierwelt in Deutschland

12.07.2018, 16:50 Uhr | Anika von Greve, dpa

Deutschland "Killermaschine" Kalikokrebs bedroht unsere Tierwelt. Ein Kalikokrebs: Das Tier, das ursprünglich in den USA beheimatet ist, verbreitet sich explosionsartig. (Quelle: Karsten Grabow/dpa)

Ein Kalikokrebs: Das Tier, das ursprünglich in den USA beheimatet ist, verbreitet sich explosionsartig. (Quelle: Karsten Grabow/dpa)

Fressen, fressen, vermehren – darin besteht für den aus Nordamerika eingeschleppten Kalikokrebs der Sinn des Lebens. Was wiederum das Ende des Lebens für viele einheimische Amphibien und Wasserinsekten bedeutet. Doch dem Vielfraß kann Einhalt geboten werden.

Der nach Deutschland eingeschleppte Kalikokrebs hat sich rasch ausgebreitet. Er wurde vermutlich 1993 in der Nähe von Baden-Baden ausgesetzt und ist nach Expertenangaben inzwischen in den Gewässern entlang des gesamten Oberrheins zu finden.

"Ich wage mal eine grobe Schätzung: In 80 Prozent der Auengewässer findet sich der Kaliko", sagt Andreas Stephan, der gemeinsam mit seinem Kollegen Alexander Herrmann an der Pädagogischen Hochschule (PH) Karlsruhe ein Forschungsprojekt zu dem nordamerikanischen Flusskrebs betreut. Das gefräßige Tier bedrohe Amphibien und Insekten, etwa Libellen, massiv. Es nimmt ihren Lebensraum in Beschlag und hat großen Appetit.

Zahl der Kalikokrebse befindet sich "im Millionenbereich"

Der Kalikokrebs verbreitet sich explosionsartig, weil er sich in extrem kurzen Zyklen und riesiger Zahl vermehren kann. "Ein Krebs, der Anfang des Jahres aus dem Ei schlüpft, ist schon im August des gleichen Jahres geschlechtsreif und kann Hunderte von Eiern tragen", sagt Stephan. Der Forscher schätzt, dass die Zahl der Kalikokrebse sich inzwischen "im Millionenbereich" befindet.

Ein weiteres Glück für den Krebs, aber Unglück für die Artenvielfalt: Das Tier wandert im gewissen Maße auch über Land – und zwar das ganze Jahr, ergab eine Auswertung von Sichtungen wandernder Krebse, die der Nabu-Experte für Flusskrebse, Adam Schnabler, sowie die Hochschulforscher Stephan und Herrmann kürzlich veröffentlichten. Das heißt, dass die Tiere auch in Gewässer abseits von Bächen und Flüssen gelangen.

Gefahr: Menschen können Ausbreitung weiter fördern

Inzwischen ist der Krebs nach Worten Schnablers im Süden bei Offenburg (Baden-Württemberg) angelangt und im Norden bis ins rheinland-pfälzische Worms vorgedrungen. Auch im Elsass sei er längst ansässig. Allerdings dürfte er damit mehr oder weniger sein maximales Verbreitungsgebiet erreicht haben, das ihm von Natur aus möglich sei, schätzt Schnabler. Denn der Krebs habe eine Vorliebe für lehmige Gewässer und Auen. Er möge keine sandigen Böden.

Man müsse sich dennoch weiter Sorgen machen, dass der Krebs von Menschen in neue Gebiete eingeschleppt werde, beispielsweise als Fischfutter in Forellenzuchtanlagen. "Dann wird er auch dort heimisch, wo er von sich aus nicht hinwandern würde."

So kann der Bestand verringert werden

Auch wenn man den Kalikokrebs (Orconectes immunis) flächendeckend nie mehr los wird, so gibt es doch Möglichkeiten, den Bestand zu dezimieren und einheimische Amphibien und Insekten wieder anzusiedeln: "Man muss Kleingewässer sanieren und neue Gewässer so anlegen, dass der Krebs da möglichst nicht hineinkommt", sagt Schnabler.

Baumstammbarrieren helfen dabei, das Tier vom Wandern abzuhalten und Kiesufer hindern es daran, sich zu vergraben. "In Einzelfällen mag auch das Ablassen und temporäre Trockenlegen von Gewässern in Erwägung zu ziehen sein", sagt ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums Baden-Württembergs.

Passiert nichts, "so gehen wir davon aus, dass der Krebs in 10 bis 15 Jahren dafür gesorgt hat, dass Amphibienbestände massiv eingebrochen sind und keine Chance mehr auf Erholung haben", sagt Stephan. Nabu-Experte Schnabler hält den Kalikokrebs für die schlimmste invasive Tierart im Südwesten. "Er ist eine richtige Killermaschine."

Verwendete Quellen:
  • dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Die congstar Allnet Flat mit satten 4GB Datenvolumen
zur Allnet Flat Aktion bei congstar
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Leben > Familie > Freizeit > Haustiere

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2018