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Streng geschützte Raubtiere: Immer mehr Wolfsrudel leben in Deutschland

Streng geschützte Raubtiere  

Immer mehr Wolfsrudel leben in Deutschland

25.11.2018, 10:42 Uhr | dpa

Streng geschützte Raubtiere: Immer mehr Wolfsrudel leben in Deutschland. Wölfe: Erstmals wurde auch ein Wolfsrudel in Bayern beobachtet. (Quelle: dpa/Lino Mirgeler)

Wölfe: Erstmals wurde auch ein Wolfsrudel in Bayern beobachtet. (Quelle: Lino Mirgeler/dpa)

Wölfe fühlen sich in Deutschland anscheinend wieder richtig wohl. Die Zahl der Rudel und Paare wächst weiter an. Der richtige Umgang mit den Wölfen ist aber seit Jahren umstritten – vor allem, wenn es um den Schutz anderer Tiere geht.

Die Zahl der Wölfe steigt weiter an. Bundesweit streifen 73 Rudel, und damit 13 mehr als im Vorjahr, durch deutsche Wälder, teilte das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit. Neue Erhebungen aus den Bundesländern zeigen auch einen Anstieg der Wolfspaare von 21 auf aktuell 30. Die Auswertung des sogenannten Wolfsmonitoring für 2017/2018 ergab zudem drei sesshafte Einzeltiere.

Von der sächsichen Lausitz bis nach Niedersachsen

"Die weiterhin positive Entwicklung der Wolfspopulation in Deutschland steht im starken Kontrast zum weltweit dramatischen Verlust der biologischen Vielfalt", sagte BfN-Präsidentin Beate Jessel. Dieser Erfolg zeige, dass Arten von einem strengen Schutz profitieren.

Das Wolfsvorkommen konzentriert sich nach Angaben des Bundesamtes weiterhin auf das Gebiet von der sächsischen Lausitz in nordwestliche Richtung über Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen bis nach Niedersachsen. Zudem wurde erstmals ein Rudel in Bayern bestätigt. In weiteren Bundesländern gibt es vereinzelte Nachweise von Wölfen.

Größte Gefahr sind Verkehrsunfälle und illegale Tötungen

Eine Gesamtzahl der in Deutschland lebenden Wölfe lässt sich laut BfN bestenfalls nur als grobe Schätzung bestimmen, da die Rudelgröße von drei bis elf Tieren variiere. Die Auswertung habe aber nicht nur den Anstieg der Rudel nachgewiesen, sondern auch die Zahl der Totfunde. "Nach Verkehrsunfällen ist die illegale Tötung die zweithäufigste Todesursache und stellt somit ein ernst zunehmendes Problem dar", sagte Jessel.

Laut einer Liste der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW) gab es im Jahr 2018 bisher acht illegale Tötungen, seit 2000 waren es insgesamt 35. Für den Naturschutzbund (Nabu) sind diese Zahlen alarmierend. Illegale Tötungen seien kein Kavaliersdelikt und gehörten strengstens geahndet, sagte Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Wölfe streng geschützt

Wölfe sind in Deutschland durch EU-Regelungen und das Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Verantwortlich für das Monitoring und Wolfsmanagement sind laut BfN die Länder, die dabei von dem Bonner Amt und der Dokumentations- und Beratungsstelle unterstützt werden. Die Erhebung der jährlichen Daten vom 1. Mai bis zum 30. April des darauffolgenden Jahres decken sich dem Naturschutzamt zufolge zeitlich mit einem biologischen "Wolfsjahr", von der Geburt der Welpen bis zum Ende des ersten Lebensjahres.

Der Umgang mit der steigenden Wolfspopulation ist umstritten. Mehrere Bundesländer fordern ein deutschlandweites Konzept, mit dem Ziel Weidetiere und Menschen besser zu schützen. Ein entsprechender Antrag wurde im Oktober erstmals im Bundesrat beraten.


Seit 2012 unterliegen Wölfe in Sachsen dem Jagdrecht, besitzen aber eine ganzjährige Schonzeit. Die Rückkehr des Wolfes bezeichnet die Naturschutzorganisation WWF Deutschland als Bereicherung für die Artenvielfalt und zugleich als Herausforderung.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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