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Mysteriöse Krankheit tötet Zehntausende Blaumeisen

Von afp, dpa
Aktualisiert am 17.04.2020Lesedauer: 2 Min.
Blaumeise: Eine der hÀufigsten und beliebtesten Vogelarten ist durch eine bisher unbekannte Krankheit bedroht.
Blaumeise: Eine der hÀufigsten und beliebtesten Vogelarten ist durch eine bisher unbekannte Krankheit bedroht. (Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa-bilder)
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NaturschĂŒtzer registrieren derzeit ungewöhnlich viele tote Blaumeisen. Eine bisher unbekannte Krankheit bedroht ihren Bestand. Erkrankte Vögel sind an einigen Merkmalen zu erkennen.

Blaumeisen sind in Teilen Deutschlands durch eine bisher unbekannte Krankheit bedroht. Über das Osterwochenende seien etwa 20.000 der Vögel daran erkrankt oder gestorben, teilt der Naturschutzbund (Nabu) mit.


Meisenarten in Deutschland

Eine Blaumeise in einem Garten: Die Blaumeise ist mit ihrem blauen Kopf, den weißen Wangen, der blauen Oberseite und der gelben Unterseite unverwechselbar.
Eine Kohlmeise in einem VogelhĂ€uschen: Die Kohlmeise ist an ihrem bunten Gefieder mit dem schwarzen Kopf, den weißen Backen und der gelben Unterseite eindeutig zu erkennen.
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So erkennen Sie kranke Tiere

Der Nabu bittet, tote und krank wirkende Vögel zu melden. Vereinzelt erkrankten demnach auch Kohlmeisen und andere kleine Singvögel. Die oft in grĂ¶ĂŸerer Zahl gefundenen toten Tiere lassen demnach vermuten, dass der Erreger hochansteckend ist.

Erkennen kann man die kranken Tiere unter anderem daran, dass sie apathisch und aufgeplustert auf dem Boden sitzen und nicht vor Menschen fliehen. HĂ€ufig sind Augen, Schnabel und Teile des Federkleids verklebt. Dieses Bild passt zu keiner bekannten Vogelkrankheit. Da die meisten der Tiere in der NĂ€he von VogelfĂŒtterungen gefunden wurden, rĂ€t der Nabu dazu, kein Futter und Wasser mehr anzubieten, wenn mehr als ein kranker Vogel an einer solchen Stelle beobachtet wird.

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Wer tote oder kranke Meisen findet, kann dies unter www.NABU.de/meisensterben melden und auch Fotos senden. Gerade erst gestorbene Vögel sollten die Finder unter Einhaltung nötiger Hygienemaßnahmen und ohne den Vogel zu berĂŒhren luftdicht verpacken. Die Tiere können an das Bernhard-Nocht-Institut fĂŒr Tropenmedizin in Hamburg oder nach vorheriger RĂŒcksprache an das zustĂ€ndige KreisveterinĂ€ramt geschickt werden.

Deutschlandweite VogelzÀhlung

Die UmweltschĂŒtzer rufen zudem zu einer deutschlandweiten VogelzĂ€hlung vom 8. bis zum 10. Mai auf. Diese soll Auskunft darĂŒber geben, ob sich die Krankheit in den Bestandstrends in den besonders betroffenen Gebieten widerspiegelt.

Die Beobachtungen können am besten online unter stundedergartenvögel.de gemeldet werden, aber auch per Post oder Telefon – die kostenlose Rufnummer am 9. Mai von 10.00 bis 18.00 Uhr lautet 0800/115 7 115. Gemeldet werden kann auch mit der kostenlosen NABU-App Vogelwelt, erhĂ€ltlich unter www.NABU.de/vogelwelt. Meldeschluss ist der 18. Mai.

Auswirkung der AusgangsbeschrÀnkungen

Durch die AusgangsbeschrĂ€nkungen in den vergangenen Wochen hĂ€tten viele Menschen den Wert der Natur vor ihrer HaustĂŒr neu schĂ€tzen gelernt. Gartenvögel wie Blaumeisen hĂ€tten in diesem FrĂŒhling mehr Aufmerksamkeit erhalten als in den vergangenen Jahren. "Wir hoffen, dass sich dies in einer besonders regen Beteiligung an der VogelzĂ€hlung niederschlĂ€gt", erklĂ€rt Lars Lachmann vom Nabu.

Im vergangenen Jahr hatten nach Angaben der NaturschĂŒtzer 76.000 Menschen bei der sogenannten "Stunde der Gartenvögel" mitgemacht. Sie meldeten Zahlen aus fast 52.000 GĂ€rten. Teilnehmer sollen ihren Garten dabei von einem ruhigen Platz oder einem Fenster aus beobachten und die höchste Zahl der Vögel jeder Art notieren, die sie in einer Stunde gleichzeitig sehen. Hinweise zu hĂ€ufigen Gartenvogelarten und weitere Informationen stellt der Nabu unter anderem im Internet zur VerfĂŒgung.

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