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Diese kuriosen Feiertage rund um die Welt gibt es

dpa-tmn, Dörte Nohrden

Aktualisiert am 17.01.2021Lesedauer: 4 Min.
Museum Selfie Day: Er findet in diesem Jahr am 20. Januar statt. Leider sind die Museen wegen des Lockdowns geschlossen.
Museum Selfie Day: Er findet in diesem Jahr am 20. Januar statt. Leider sind die Museen wegen des Lockdowns geschlossen. (Quelle: Westend61/imago-images-bilder)
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Kakerlaken-Wettrennen oder der internationale Tag des Dudelsacks: MerkwĂŒrdige Feiertage gibt es ĂŒberall. Wann Urlaub wieder unbeschwert möglich ist, bleibt abzuwarten – doch es lohnt sich, zumindest gedanklich um die Welt zu reisen.

Das Wichtigste im Überblick


  • 20. Januar: Internationaler Museum Selfie Day
  • 26. Januar: Kakerlaken-Wettrennen am Australia Day
  • 5. Februar: Runebergin pĂ€ivĂ€ – der finnische Runeberg-Gedenktag
  • 1. MĂ€rz: Plane-alleine-zu-verreisen-Tag
  • 10. MĂ€rz: Internationaler Tag des Dudelsacks

Vom Tag der Ozeane am 8. Juni ĂŒber den internationalen Friedenstag am 21. September bis zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember: Weit mehr als 100 Welt- und internationale Tage haben die Vereinten Nationen seit Bestehen ausgerufen.

UN-Welttage "erinnern an Leistungen der Völkergemeinschaft, geben Anlass zur Reflexion ĂŒber weltweite Probleme, lenken die Aufmerksamkeit auf wichtige Zukunftsthemen und motivieren Menschen zu mehr Engagement", heißt es bei der Unesco-Kommission.

Kuriose Feiertage erstrecken sich ĂŒber das ganze Jahr

Allein hiermit ist der Jahreskalender gut gefĂŒllt. Doch die Liste kurioser Feiertage auf der Webseite von Sven Giese zeigt schnell: Dies ist lĂ€ngst nicht alles. Nationalfeiertage, Riten und BrĂ€uche und dazu allerhand merkwĂŒrdige Gedenktage spicken das gesamte Jahr. Sei es der Tag des Schneemanns am 18. Januar, das mexikanische Fest der Radieschen am 23. Dezember oder der Tag des Nickerchens am Arbeitsplatz am 9. MĂ€rz. Die meisten Kalendertage sind gleich mehrfach belegt.

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Webseiten-Betreiber und Autor Sven Giese reichert seinen 2011 gestarteten Blog auch mit Fotos persönlicher Reisen an. "FĂŒr mich ist es zwar ein Hobbyprojekt, aber ich recherchiere fĂŒr jeden einzelnen Feiertag intensiv nach den HintergrĂŒnden", sagt der studierte Philosoph. "Manchmal ist die Entstehung eindeutig, manchmal nicht mehr nachvollziehbar." Sicher ist: Wer sich durch die Seiten klickt, reist gleich mehrmals um die Welt. Eine Auswahl bis Ostern:

20. Januar: Internationaler Museum Selfie Day

Zu verdanken ist dieser Tag der Digital-Enthusiastin Mar Dixon. Das Herz der Social-Media-Expertin schlĂ€gt fĂŒr die Kultur. So stark, dass sie 2014 den Museum Selfie Day ins Leben rief. Gefeiert wird er seither an jedem dritten Mittwoch des Januars. Mitmachen kann jeder, vom Besucher bis zum Kurator.

Museum Selfie Day: Zu verdanken ist dieser Tag der Digital-Enthusiastin Mar Dixon.
Museum Selfie Day: Zu verdanken ist dieser Tag der Digital-Enthusiastin Mar Dixon. (Quelle: Fabian Sommer)

Dixons Idee: Um Museen mehr Sichtbarkeit, PrÀsenz und Image zu verpassen, sollen unter dem Hashtag #museumselfie Aufnahmen von sich selbst aus dem Museum gepostet werden. Hinweis: Unbedingt vorher die Bildrechte klÀren!

Gestartet als Twitter-Aktion, sind unter dem Hashtag auch auf Instagram mittlerweile fast 83.000 Museums-Selfies aus aller Welt vereint. Mar Dixon hat mit ihrem Projekt eine Plattform geschaffen, mit der gerade in Zeiten des Corona-Lockdowns Kunst und Kultur die verdiente Aufmerksamkeit erhalten – nicht nur am 20. Januar.

Doch gerade an diesem Tag lohnt es sich, die eigene Smartphone-Galerie nach alten UrlaubsschĂ€tzen zu durchsuchen, um sie mit der Welt zu teilen und Museen zu unterstĂŒtzen.

26. Januar: Kakerlaken-Wettrennen am Australia Day

Mitten im australischen Hochsommer feiert der Kontinent sich selbst. Auf dem Programm stehen Familienfeiern mit Barbecue, festliche Paraden und weiße Segel, die auf der legendĂ€ren Australia Day Regatta Kurs auf die Sydney Harbour Bridge nehmen. Dazu die Krönung am Himmel von Perth: Hier explodiert das landesweit grĂ¶ĂŸte Feuerwerk.

An der OstkĂŒste hingegen, in Brisbanes "Story Bridge Hotel", geht es kurioser zu: Zum voraussichtlich 39. Mal werden dort die Cockroach Racing World Championships stattfinden. WĂ€hrend die Aussies ihren omniprĂ€senten Kakerlaken und dem Leben als solches gemeinhin mit "no worries" (keine Sorge) begegnen, wird das Datum des Australia Day kontrovers diskutiert. Mit Anlandung des britischen Captains Arthur Philipp am 26. Januar 1788 begann gleichzeitig die UnterdrĂŒckung, sukzessive Ausrottung und Enteignung der indigenen Bevölkerung.

Australia Day: Die meisten Reisenden gehen Kakerlaken aus dem Weg – es sei denn, sie besuchen ein traditionelles Wettrennen der Tiere.
Australia Day: Die meisten Reisenden gehen Kakerlaken aus dem Weg – es sei denn, sie besuchen ein traditionelles Wettrennen der Tiere. (Quelle: Mascha Brichta)

FĂŒr die Aborigine ist der 26. Januar somit Survival Day. Auch wenn diesem dunklen Kapitel am Australia Day reflektiert begegnet wird, ist er doch untrennbar mit dem 26. Mai verbunden, dem National Sorry Day. Gewidmet ist er den Aborigines der sogenannten Stolen Generation: Kindern, die bis 1970 ĂŒber Jahrzehnte hinweg ihren leiblichen Familien entrissen und zwangsadoptiert wurden – ein Menschenrechtsverbrechen, fĂŒr das sich die australische Regierung 2008 zum ersten Mal offiziell entschuldigte.

5. Februar: Runebergin pĂ€ivĂ€ – der finnische Runeberg-Gedenktag

Sogar die Flagge wird gehisst fĂŒr den finnlandschwedischen Nationaldichter Johan Ludvig Runeberg, geboren am 5. Februar 1804. Sein legendĂ€rstes Werk ist die Gedichtsammlung "FĂ€hnrich Stahl", die vom Russisch-Schwedischen Krieg handelt – ein finnisches Nationalepos. Es liegt auf der Hand, dass der Runeberg-Literaturpreis ebenfalls am 5. Februar verliehen wird, um herausragende finnische oder schwedischsprachige Werke zu ehren.

Runeberg-Gedenktag: Das Runebergin tortut ist ein sĂŒĂŸes Törtchen, das in Finnland am 5. Februar auf die Kaffeetafel kommt.
Runeberg-Gedenktag: Das Runebergin tortut ist ein sĂŒĂŸes Törtchen, das in Finnland am 5. Februar auf die Kaffeetafel kommt. (Quelle: Visit Finland)

Ein schöner Anlass, sich der skandinavischen Kultur mittels Runeberg-LektĂŒre zu nĂ€hern, dank deutscher Übersetzung. Die perfekte kulinarische Untermalung: ein Runebergin tortut. Zum Feiertag liegen die sĂŒĂŸen, runden Törtchen aus Mandelmehl, Zuckerguss und Marmelade in den Auslagen finnischer Backstuben bereit. Wer nicht vor Ort sein kann, backt sich die KĂŒchlein einfach selbst.

1. MĂ€rz: Plane-alleine-zu-verreisen-Tag

Der FrĂŒhlingsanfang naht, der Lockdown ist hoffentlich ĂŒberstanden. Was gibt es Schöneres, als endlich wieder ReiseplĂ€ne zu schmieden. Beziehungsweise: Alleinreise-PlĂ€ne. Denn genau diese werden jĂ€hrlich am 1. MĂ€rz zelebriert. Wer genau aus welchem Grund diesen Jahrestag auserkoren hat, ist zwar kaum mehr nachzuvollziehen, gefeiert wird er dennoch international.

Feststeht: FĂŒr das Alleinreisen gibt es viele gute GrĂŒnde. Einige davon nennt Sven Giese aus eigener Erfahrung auf seinem Blog – und zeigt sich auf einem Foto vor der Kulisse des nĂ€chtlichen Manhattans: "Anstatt in seiner eigenen sozialen Blase zu verbleiben, ist man bei dieser Form des Reisens förmlich gezwungen, auf andere zuzugehen."

Seit Jahren beweisen Statistiken diesen anhaltenden Trend, dem vor allem Frauen mutig und unerschrocken folgen. Apropos: Am 1. MĂ€rz ist auch Welttag der Komplimente.

10. MĂ€rz: Internationaler Tag des Dudelsacks

Ein großer Tag fĂŒr ein großartiges Instrument: 2012 hat die britische Bagpipe Society den Internationalen Tag des Dudelsacks ausgerufen.

Was manch einer nicht ahnt: Die KlĂ€nge der Sackpfeife wehen nicht nur ĂŒber die schottischen Highlands. Ebenso wenig waren es Schotten, die ihn erfanden. Den Norden Großbritanniens hat das eigentĂŒmliche Holzblasinstrument erst im 14. Jahrhundert erreicht. VorgĂ€nger hat es vermutlich schon in vorchristlicher Zeit gegeben. Heute wird der Dudelsack auf allen Kontinenten gespielt.

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Ohren-Schmaus mit Wettkampf-AtmosphĂ€re gibt es in Glasgow, wo seit rund 40 Jahren jeden Sommer die Dudelsack-Weltmeisterschaften ĂŒber mehrere Tagen hinweg ausgetragen werden. Mehr als 200 internationale Bands treten gegeneinander an. Wer inspiriert ist, nun selbst das Dudelsackspielen zu erlernen, kann sich aus der Ferne von Experten unterrichten lassen, etwa ĂŒber Online-Kurse des Glasgower National Piping Centre. Oder setzen Sie Schottland doch gleich auf Ihre persönliche Reise-Bucket-Liste.

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