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So einsam sterben unsere Vögel

Von t-online, ron

Aktualisiert am 16.02.2022Lesedauer: 2 Min.
Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros): Ein Weibchen sitzt auf einem Grabstein.
Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros): Ein Weibchen sitzt auf einem Grabstein. (Quelle: Panthermedia/imago-images-bilder)
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Amseln oder Meisen werden gewöhnlich vier bis fünf Jahre alt. Ein Buntspecht sogar zehn. Doch altersgeschwächte Vögel, die eines natürlichen Todes gestorben sind, sieht man nur selten in der Natur. Warum eigentlich?

Das Altern ist auch beim Tier unausweichlich. Die Dauer der Lebenserwartung unterscheidet sich jedoch von Art zu Art – vor allem bei den Vögeln. Bestimmte Papageienarten werden bis zu 100 Jahre alt, heimische Singvogelarten erwarten im Durchschnitt lediglich vier bis fünf Jahre. Wenn überhaupt.


Vögel: Amsel, Drossel, Fink und Star

Amsel (Turdus merula): Das Männchen trägt ein schwarzes Gefieder und hat einen auffällig gelben Schnabel.
Amsel (Turdus merula): Im Gegensatz zum Männchen sind Amsel-Weibchen durchgehend schlicht braun gefärbt.
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Denn einige unserer gefiederten Freunde fallen vorher Fressfeinden zum Opfer, zum Beispiel Katzen oder Greifvögeln. Andere fliegen ungebremst gegen Glasfassaden. Laut dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) sollen es allein in Deutschland etwa 100 Millionen jährlich sein. Wiederum andere werden von Autos erfasst. Verheddern sich in Windrädern. Fallen entkräftet beim Vogelzug vom Himmel. Oder sterben an tödlichen Bakterien, wie dem Suttonella ornithocola, das 2020 die Blaumeisenkrankheit auslöste.

Vögel ziehen sich an geschützte Orte zurück

Dennoch trotzen viele heimische Vögel den Gefahren, denen sie täglich ausgesetzt sind, und erreichen – na, sagen wir mal – ein Seniorenalter. Aber im Unterschied zu denen, die eines unnatürlichen Todes gestorben sind, entdecken wir in der Natur selten Vögel, die aufgrund ihres Alters verendet sind.

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Das hat einen bestimmten Grund: Altersgeschwächte Vögel ziehen sich für ihren natürlichen Tod an geschützte Orte zurück, an denen sie sich sicher fühlen: zum Beispiel Höhlen oder dichtes Gebüsch. Das betrifft vor allem kleinere heimische Vogelarten. Weil sie relativ leicht sind – ein Rotkehlchen zum Beispiel wiegt gerade einmal 15 bis 18 Gramm –, verwesen diese Vogelkörper innerhalb kurzer Zeit in den Verstecken.

Deshalb sieht man selten Vogelkadaver

Doch was passiert mit größeren Vogelarten, die sich nicht so leicht verkriechen können? Sie verenden ebenso in der Natur, obwohl auch ihre Kadaver nur selten zu sehen sind. "Das liegt daran, dass das 'Recycling-System' funktioniert", sagt Ralf Schulte, Fachbereichsleiter Naturschutzpolitik beim Nabu auf Anfrage von t-online.

"Aas fressende Insekten, Vögel und Säugetiere sind blitzschnell vor Ort und 'machen sauber', damit sich keine Krankheiten oder Ähnliches ausbreiten. Selbst harte Knochen sind oft innerhalb weniger Wochen aufgearbeitet", erklärt Schulte.

Entdeckt man dennoch einen toten Vogel in der Natur, sollten Sie diesen sicherheitshalber nur mit Schutzhandschuhen oder einer umgestülpten Plastiktüte anfassen. Dann können Sie den toten Vogel begraben oder im Hausmüll entsorgen. Finden Sie gehäuft tote oder kranke Vögel, sollten Sie dies beim Nabu melden.

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