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Den Kindern hinterherschn├╝ffeln ist f├╝r Eltern tabu

t-online, Simone Bla├č

Aktualisiert am 25.05.2016Lesedauer: 4 Min.
Privatsph├Ąre von Kindern: Nachspionieren sollte f├╝r Eltern tabu sein.
Nachspionieren sollte f├╝r Eltern tabu sein. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Kinder

Neugierig sind alle Eltern. Und sie m├Âchten ihr Kind sch├╝tzen, m├Âchten seine Gedanken und Gef├╝hle kennen, um m├Âglichst fr├╝h einzugreifen, wenn Gefahr droht, sei es durch vermeintlich falsche Freunden, eine in Elternaugen verr├╝ckte Weltanschauung oder durch Aktivit├Ąten im Internet. Das bedeutet aber nicht, dass man die Privatsph├Ąre des Kindes verletzen darf - und wenn es noch so verlockend ist, sich mal schnell ins Handy des Kindes einzuloggen, um zu sehen, wor├╝ber es sich mit Freunden austauscht, oder gar das beim Staubsaugen unter dem Bett gefundene Tagebuch nur mal kurz aufzuschlagen.

"Das geh├Ârt sich einfach nicht", unterstreicht Ulrich Gerth, Vorsitzender der Bundeskonferenz f├╝r Erziehungsberatung, auf Nachfrage der Elternredaktion von t-online.de. "Ein Tagebuch zum Beispiel ist eine wichtige Ausdrucksm├Âglichkeit f├╝r das Kind, die der Stabilisierung dienen kann. Der Gef├╝hlswirrwarr nimmt darin Form an und wird so greifbarer. Wenn man dies st├Ârt, nimmt man dem Kind etwas sehr Wichtiges und riskiert, dass sich Probleme noch vergr├Â├čern."

Jeder Mensch hat das Recht auf Geheimnisse

In der UN-Kinderrechtskonvention hei├čt es: "Kein Kind darf willk├╝rlichen oder rechtswidrigen Eingriffen in sein Privatleben, seine Familie, seine Wohnung oder seinen Schriftverkehr ausgesetzt werden." Auch nicht von den eigenen Eltern.

Es ist ein schmaler Grat zwischen dem Recht auf Selbstbestimmung und dem Schutz des Kindes. Das zeigt sich insbesondere bei Medien- und Internetnutzung. Trotzdem bedeutet Privatsph├Ąre, ungest├Ârt sein zu d├╝rfen. Das gilt f├╝r das Badezimmer, in das sich das zehnj├Ąhrige M├Ądchen einschlie├čen m├Âchte, genauso wie das Zusammensein mit Freunden, die Kinder sich selbst aussuchen d├╝rfen, das Telefonieren und Chatten und f├╝r die Auswahl der Kleider. Es sollte f├╝r Eltern selbstverst├Ąndlich sein, anzuklopfen, bevor sie das Zimmer betreten, und es sollte genauso selbstverst├Ąndlich sein, kleine Geheimnisse zu respektieren. Bef├╝rchtet man, dass das Kind etwas Gef├Ąhrliches verheimlicht, sollte man das aber ansprechen und dem Kind die emotionale Sicherheit geben, dass es sich anvertrauen kann.

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Eltern, deren Kinder sehr offen sind, haben es leichter. Sie erfahren ihre Gedanken, Gef├╝hle, Freundschaften, W├╝nsche und Probleme. Schwieriger wird es bei verschlossenen Charakteren, die die Dinge lieber mit sich selbst ausmachten. Vor allem Jugendliche ziehen sich gern zur├╝ck und es f├Ąllt Eltern nicht leicht, zu warten, bis das Kind Gespr├Ąch sucht.

Schn├╝ffelnden Eltern fehlt das Vertrauen in die eigene Erziehung

Privatsph├Ąre hat nicht nur etwas mit Respekt und Vertrauen zu tun, sondern auch mit Loslassen. "Eltern, die ihren Kindern hinterherschn├╝ffeln, haben wenig Vertrauen in ihre erzieherische Kompetenz", bringt es Diplom-Psychologe Gerth auf den Punkt. "Die zeigt sich nicht dadurch, dass man jeden Schritt begleitet. Man kann das eher sehen wie einen Samen, der sich entwickelt. Man hat etwas angebahnt und jetzt muss das Kind seinen Weg finden d├╝rfen. Abgesehen davon liegt der Bereich, den Eltern beeinflussen k├Ânnen, bei einem Jugendlichen nur noch bei f├╝nf bis zehn Prozent."

Schon die Privatsph├Ąre kleiner Kinder muss gesch├╝tzt werden

Auch bei kleinen Kindern m├╝ssen Eltern die Privatsph├Ąre respektieren. Dabei geht es weniger um R├╝ckzugsraum, sondern zum Beispiel um ungefragtes Weggeben von Spielsachen oder um die nette Nachbarin, die es nicht lassen kann, das Kleine in die "ach-so-s├╝├če" Backe zu zwicken. "Der Wunsch nach Privatsph├Ąre kann sich bei einem kleinen Kind auch dahingehend ├Ąu├čern, dass es einfach nur dasitzen und tr├Ąumen m├Âchte, ohne gest├Ârt zu werden."

Was ich nicht wei├č, macht mich nicht hei├č

"Ich will manchmal gar nicht wissen, was mein Sohn so alles treibt", sagt Julia ├╝ber ihren 14-J├Ąhrigen. Sie wei├č, sie kann Konrad vertrauen. "Aber den einen oder anderen Bl├Âdsinn heckt er sicher aus, wenn er mit seiner Clique unterwegs ist. Wir waren doch da auch nicht anders, oder?" Sie sucht das Gespr├Ąch mit ihrem Sohn, beobachtet seine schulischen Aktivit├Ąten, lebt aber sonst frei nach dem Motto "was ich nicht wei├č, macht mich nicht hei├č". Einzige Ausnahme: das Internet. "Wir schn├╝ffeln Konrad auch hier nicht hinterher, aber wir reden viel mit ihm ├╝ber die Gefahren im Netz und ├╝ber die Grundregeln zum Beispiel beim Chatten. Und wir beschr├Ąnken die Zeit, die er dort verbringen darf."

Das direkte Gespr├Ąch suchen

Besonders schwierig wird f├╝r Eltern das Respektieren der Privatsph├Ąre, wenn sie glauben, es gibt einen Grund, sich Sorgen zu machen. "Die allerdings werden sicher nicht geringer, wenn man dem Kind hinterherschn├╝ffelt. Und selbst, wenn man etwas findet, kann man mit dem Kind nicht einmal dar├╝ber reden", gibt Ulrich Gerth zu bedenken. "Besser ist es doch, das Gespr├Ąch zu suchen Sorgen direkt anzusprechen."

Gelingt es allerdings nicht mehr, ein vern├╝nftiges Gespr├Ąch mit seinem Kind zu f├╝hren, dann sollte man sich lieber Hilfe von au├čen holen, statt hinterherzuspionieren, r├Ąt Gerth, der das Caritas-Beratungszentrum St. Nikolaus in Mainz leitet. Es gibt in jeder Stadt Erziehungsberatungsstellen, die auch in ausweglos erscheinenden Situationen helfen k├Ânnen, wieder Zugang zueinander zu finden. Denn das Sprichwort "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser" hat so noch nie gestimmt.

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