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Diese Slangwörter können verraten, welcher Generation Sie angehören

Jugendwörter im Wandel  

Diese Wörter können verraten, welcher Generation Sie angehören

19.05.2021, 13:15 Uhr | cch, t-online

Diese Slangwörter können verraten, welcher Generation Sie angehören. Lost: 2020 wurde lost vom Pons-Verlag zum "Jugendwort des Jahres" gekürt. (Quelle: imago images/Christian Ohde)

Lost: 2020 wurde lost vom Pons-Verlag zum "Jugendwort des Jahres" gekürt. (Quelle: Christian Ohde/imago images)

Sie wollen mal wieder so richtig zu geiler Mucke abhotten? Diese Wortwahl klingt so, als könnten Sie vor den 1980er Jahren geboren worden sein. Wir sagen Ihnen, welche Jugendwörter in welcher Generation angesagt waren.

Besonders Wörter und Wendungen prägen die Jugendsprache einer Generation. Was früher einmal als bombastisch, urst oder geil bezeichnet wurde, ist für die heutige Jugend lit oder wild. So kann die Verwendung von bestimmten Wörtern auch einen Hinweis darauf geben, wann jemand aufgewachsen ist. Welche Slangwörter in welcher Generation typisch sind beziehungsweise waren, hat die Sprachlern-App Babbel für t-online ermittelt.

"Slangbegriffe sind quasi eine Widerspiegelung von größeren gesellschaftlichen Bewegungen oder Ereignissen", sagt Todd Ehresmann, Sprachwissenschaftler bei Babbel. "Besonders in der digitalen Welt sehen wir über die Generationen hinweg eine Entwicklung von 'analogen' Begriffen, die die Freizeitaktivitäten der Babyboomer-Generation reflektiert haben, bis hin zur Generation Z, wo fast alle Slang-Begriffe entweder direkt oder indirekt mit den digitalen Medien beziehungsweise der digitalen Kommunikation verbunden sind." Man könne also auch an den Mustern der Jugendwörter sehen, wie sich die Gesellschaft entwickelt hat.

Babyboomer (geboren ca. 1946 bis 1967)

Die geburtenstarke Generation der Nachkriegszeit erlebte das Wirtschaftswunder, die Mondlandung, die Studentenbewegung der 1960er. Jeans waren in, genauso "Party-Treffpunkte" wie die Milchbar. Deutschland war geteilt in Ost und West. All das spiegelte sich in den Soziolekten dieser Generation wider. An diesen zehn typischen Slangwörtern aus den 1960er und frühen 1970er Jahren kann man die Babyboomer zum Beispiel erkennen:

AusdruckBedeutung
poofenschlafen
flippiglocker, flott, leicht verrückt
schwofentanzen
steilcool
steiler Zahnattraktive Person, Frau
FeteParty
bombastischklasse, toll
RöhrenJeans
GammlerHippie
KoreapeitscheSlang für die Männerfrisur Bürstenschnitt

Generation X (geboren ca. 1965 bis 1979)

Die Generation X wurde mit steigenden Arbeitslosenquoten, dem Wettrüsten und der atomaren Bedrohung groß. Für Ablenkung und starkes Markenbewusstsein sorgte nicht nur die bunte Werbewelt, sondern auch die Geburtsstunde der Musiksender. Computer, Handys und Co. gab es kaum, die Freizeitaktivitäten waren also Disco, Tanzen und Kino, die Popkultur stand im Mittelpunkt. Die Generation X prägte etwa diese Wörter:

AusdruckBedeutung
hotten, abhottentanzen
anbaggern und aufreißenflirten
oberaffengeil, geilomat und voll geildas heutige "mega"
urstcool
miteinander geheneine Beziehung führen
hacke und voll breitbetrunken
MuckeMusik
pauken, Paukerlernen, Lehrer
abhängenchillen

Generation Y / Millennials (geboren ca. 1980 bis 1999)

Menschen der Generation Y kennen sich in Sachen digitale Medien aus. Sie beherrschen Smartphone und Social Media nicht nur in der Freizeit, sondern auch für Arbeitszwecke. Arbeit und Leben sind eng miteinander verwoben. Die Zeichenlimits einer SMS (und später bei Twitter) führten dazu, dass alles abgekürzt wurde – zunächst schriftlich und mit Emojis, dann auch verbal. Online-Dienste wie MSN und Myspace brachten eine Chatkultur mit einem ganz eigenen Slang hervor. Auch fanden immer mehr Anglizismen Einzug in die Alltagssprache. Einige Beispiele:

AusdruckBedeutung
knorkecool, geil
fettcool, geil
gruschelnKombination aus "grüßen" und "kuscheln"; geprägt durch die Online-Plattform Studi.vz
lollaughing out loud
YOLOyou only live once
gut getankt, richtig vollbetrunken
FailVersagen, wie etwa "Das war ein Fail"
chattensich unterhalten (auf MSN, ICQ & Co.)
daddeln, zockenComputerspiele spielen
hartzennichts machen, rumhängen
HDGDLHab dich ganz doll lieb
BF, ABFbest friend, allerbester Freund
everjemals, etwa: "die beste Reise ever"
merkelnuntätig bleiben, nichts tun

Generation Z (geboren ca. 1999 bis 2010)

TikTok, Instagram und die immer größer werdende Informationsflut des digitalen Zeitalters prägen diese Generation. Durch negative Schlagzeilen und die bewusste Wahrnehmung der Klimakrise, schaut sie nicht mehr so optimistisch in die Zukunft und sehnt sich nach Sicherheit und Nachhaltigkeit – ist aber auch bereit, einen Beitrag dafür zu leisten. Gleichzeitig nimmt die persönliche Verwirklichung einen hohen Stellenwert ein. Zum Alltag dieser Generation gehören US-Serien auf Netflix und Co.,  zudem folgt sie den Lieblingsstars auf Instagram: Denglisch und Anglizismen sind in ihrem Jugendjargon quasi unausweichlich. An diesen Jugendwörtern kann man die "Zoomer" erkennen:

AusdruckBedeutung
lostverwirrt, verloren, komisch
stabilcool, in Ordnung
triggernsich aufregen, sich provozieren lassen
litcool, geil
wild, wyldcool, geil
crayKurzform von crazy, verrückt
tea, I have tea to spillGossip, Ich habe etwas zu erzählen
Simpeine Person, die alles für die Aufmerksamkeit des "Crushes" macht; oder auch jemand, der nur nett ist, um etwas zu erreichen
no frontErklärung, dass etwas nicht verletzend oder beleidigend gemeint ist
Probs gehen (raus) anRespekt geht an
Ehrenmann, EhrenfrauGentleman/Lady; jemand, der etwas Besonderes für einen anderen tut
Gönnjaminjemand, der sich Luxus gönnt
cringeAusdruck, um zu zeigen, dass man sich fremdschämt, etwas peinlich ist
wokewachsam sein gegenüber Ungerechtigkeiten und Diskriminierung

"Sehr wahrscheinlich werden althergebrachte und neue Slangs noch eine Weile nebeneinander existieren und unsere Alltagssprache bereichern", sagt Sprachwissenschaftlerin Maren Pauli. "Einige Jugendwörter werden ein Comeback feiern, andere dagegen sind längst aus dem Sprachgebrauch verschwunden." Oft übernehme eine Generation auch Slangwörter von der jüngeren Generation oder andersrum. Das in der Generation Y beliebte Wort knorke war beispielsweise schon im frühen 20. Jahrhundert ein Modewort.

Verwendete Quellen:
  • Pressemitteilung Babbel
  • Eigene Recherchen

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