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Plastik-Alternative: Viele Bambusbecher geben Schadstoffe ans Getränk ab

Von wegen gute Alternative  

Viele Bambusbecher geben Schadstoffe ans Getränk ab

23.07.2019, 18:52 Uhr | dpa, cch, t-online.de

 (Quelle: Stiftung Warentest)
Die Bambuslüge: Test deckt auf, was in den Bechern steckt

Bambusbecher sind vermeintlich ökologisch, enthalten aber Kunststoff. Fast alle Becher im Test setzen hohe Schadstoffmengen frei oder versprechen zu viel. Die Stiftung Warentest zeigt, welche Mehrwegbecher man besser nicht kaufen sollte. (Quelle: Stiftung Warentest)

Die Bambuslüge: Die Stiftung Warenetest deckt auf, was wirklich in den Bechern steckt. (Quelle: Stiftung Warentest)


Sie gelten als umweltfreundliche Alternative, aber sie können unter Umständen gesundheitsgefährdend sein: Bambusbecher enthalten den Kunststoff Melaminharz. In jedem zweiten Becher, den die Stiftung Warentest getestet hat, ging der Stoff auch auf das Getränk über.

Das Urteil der Stiftung Warentest fällt vernichtend aus: "Lassen Sie die Finger von Bambusbechern." Zwar gelten die To-go-Becher als die umweltschonende Alternative zu Einweg-Varianten aus Pappe oder Plastik. Aber: Die fein zermahlenen Bambusfasern brauchen Klebstoff, um in Form zu kommen und zu bleiben. Hierfür wird Melaminharz verwendet, das aus Melamin und Formaldehyd besteht.

Grundsätzlich ist das kein gefährlicher Stoff: Ist der Kunststoff ordentlich verarbeitet und wird er nicht Temperaturen von über 70 Grad ausgesetzt, gehen keine nennenswerten Schadstoffmengen in Lebensmittel über, erläutert die Zeitschrift "test" (Ausgabe 8/2019). Kaffee kann aber so heiß sein. Und auch beim Aufwärmen in Mikrowellen besteht die Gefahr der Überhitzung.

Becher aus Bambus: So testete die Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest überprüfte insgesamt zwölf Becher aus Bambus. Die Tester untersuchten nach jeder dritten und siebten Befüllung eines Bechers den Gehalt von Melamin und Formaldehyd in der Flüssigkeit – beides Stoffe, die aus dem Becher übergehen können. Formaldehyd fanden die Tester in der Flüssigkeit von sechs Bechern; in sieben Becher gingen Mengen an Melamin über, die über dem EU-Grenzwert liegen. Deshalb fielen sie im Test durch und erhielten in der Testkategorie Schadstoffe die Note "mangelhaft". Darunter war etwa der "Mugg" von Ikea, ein Mehrwegbecher von Aldi Nord und der "Premium Cup Bamboo to go" von der Grafik Werkstatt. Außerdem zeigte sich im Test: Die Schadstoffe verflüchtigen sich auch nicht nach einer gewissen Verwendungszeit.

Formaldehyd kann Augen, Haut und Atemwege reizen und steht im Verdacht, Krebs zu verursachen. Melamin ist verdächtig, für Erkrankungen der Blase und der Nieren verantwortlich zu sein.

Ebenfalls bemängelten die Warentester die Kennzeichnung vieler Becher. So warben die Hersteller teilweise damit, dass die Becher biologisch abbaubar seien. Das gilt aber nicht mehr für einen mit Kunststoff angereicherten Bambusbecher. Auch das Recycling ist schwierig, da sich die Mischung nicht wieder in ihre Komponenten aufteilen lässt.

Das sind Alternativen zu Bambusbechern

Alternativen zu den Bambusvarianten sind Mehrwegbecher aus Edelstahl, Porzellan und auch Polypropylen (PP), erklärt die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern. Steht auf dem Becher oder auf seiner Verpackung nicht ausdrücklich, aus welchem Material er besteht, kann man sich am Recyclingcode orientieren. Das ist ein dreieckiges Pfeil-Piktogramm mit einer Zahl in der Mitte – 05 steht für Polypropylen und 07 für sonstige Stoffe, was Melamin einschließen kann.


Darüber hinaus gibt es einige Kennzeichen auf dem Becher oder der Verpackung, die zeigen, wofür der Mehrwegbecher taugt: Ob er überhaupt für den Kontakt mit Lebensmitteln sowie für Mikrowellen geeignet ist.

Verwendete Quellen:

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