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Darum fließen nach dem Sex manchmal die Tränen

MEINUNGKolumne "Lust, Laster und Liebe"  

Darum fließen nach dem Sex manchmal die Tränen

Eine Kolumne von Jennifer Buchholz

28.11.2018, 16:56 Uhr
Darum fließen nach dem Sex manchmal die Tränen. Frau nackt im Bett mit Decke (Quelle: Getty Images/TommL)

Emotionen: Einige Männer und Frauen neigen zu starken Gefühlsausbrüchen nach dem Geschlechtsverkehr. (Symbolbild) (Quelle: TommL/Getty Images)

"Tränen beim Sex?! Das gibt es doch bestimmt nur, wenn es dabei zu hart zur Sache geht!" ist die allgemeine Meinung. Aber was ist, wenn bei Ihrem Partner/Ihrer Partnerin nach dem innigen Liebesspiel auf einmal die Tränen fließen, ohne ersichtlichen Grund? Lag es an Ihnen?

Natürlich können aus unterschiedlichen Gründen nach dem Sex die Tränen fließen: Verletzungen, Gedanken an den/die Ex, als Teil des Rollenspiels oder auch aus Enttäuschung über den ausgebliebenen Orgasmus – einige Frauen, aber auch Männer, werden jedoch ohne ersichtlichen Grund nach dem Sex tieftraurig und fangen an zu weinen. Und das ist für alle Beteiligten merkwürdig. Denn Sex gilt als schönste Nebensache der Welt und, wenn alles richtig läuft und beide Spaß haben, werden dabei unter anderem stimmungsaufhellende Hormone ausgeschüttet. Da passt eine Tränenflut überhaupt nicht rein.

Gefühlschaos bei Frauen und Männern

Was Sie jetzt auch nicht glauben sollten: Es liegt an Ihnen. Denn das stimmt, zumindest meistens, nicht.

Und: Sie haben auch keinen Freak im Bett – na ja, zumindest, was die Heulerei nach dem Sex angeht. Denn das ist ein gar nicht so seltenes Phänomen. Häufig handelt es sich bei diesem unerwarteten Tränenausbruch um die postkoitale Dysphorie. Anstatt in eine Erholungsphase nach dem Höhepunkt zu gleiten, rutschen die Betroffenen in ein Gefühlschaos. Hierunter leiden sowohl Frauen als auch Männer.

PMS oder schlechter Sex als Grund?

Wissenschaftler haben sich mit diesem Thema befasst beziehungsweise tun es noch immer. Denn eine Erklärung für das Phänomen ist gar nicht so einfach, wie eine Studie der Queensland University of Technology, Australien, zeigt.

Sind die möglichen Ursachen Stress? Schlechter Sex? Oder vielleicht PMS? Nein! Laut den Wissenschaftlern ist ein möglicher Grund folgender: Die Betroffenen haben schon einmal missbrauchsähnliche Erfahrungen gemacht. Und diese ganzen Gefühle kommen – unbewusst oder bewusst – beim Sex hoch.

Das ist wirklich sehr nahe liegend und wer ein wenig empathisch ist, kann sich das denken. Dafür hätte es keine wissenschaftliche Untersuchung gebraucht. Es gibt aber noch einen anderen, sehr interessanten Grund:

Einige Betroffene haben Schwierigkeiten mit Ihrem eigenen Verhalten beziehungsweise Ihrer Rolle in der Beziehung. Sie können sich in einer engen, sozialen Bindung nicht vom anderen abgrenzen, sondern verschmelzen mit ihm, so die Wissenschaftler in der Studie. Nach dem Höhepunkt, also einem Moment der innigen Liebe und der starken Verbundenheit, kommt für sie abrupt das Ende. Auch wenn der Partner nur kurz ins Bad geht, komme das für sie einer Trennung gleich, heißt es in der Studie. Klingt total dramatisch, und genau das ist es für die Betroffenen. Auch wenn sie wissen, dass nach dem schnellen "frisch machen" der Partner zum Kuscheln zurück ins Bett kommt, bricht dieser Gemütszustand unerwartet aus. Übrigens: Besonders empathische Charaktere sind häufiger von einer postkoitalen Dysphorie betroffen.

Der richtige Umgang ist entscheidend 

Es gibt übrigens noch andere Reaktionen nach dem Sex, die nichts mit Ihrem Können oder Ihrer Leistung zu tun haben. Einige fangen unabsichtlich an, lautstark zu lachen. Andere wiederum fallen einfach in Ohnmacht. Egal, wie die Gefühlsäußerung ist, sie ist sicherlich für beide Seiten nicht angenehm. Was dabei hilft? Da sind sich die Wissenschaftler nicht sicher – ihnen geht es in der bisherigen Studie auch eher um die Ursachenforschung. Also, was können Männer und Frauen tun, wenn nach dem Sex die Heulerei losgeht?



Was Sie in so einem Moment auf keinen Fall sagen sollten, ist: "Was heulst du denn jetzt schon wieder!?" Denn Betroffene wissen es laut Wissenschaftlern und Gynäkologen meistens selbst nicht. Und solch eine Frage macht die Situation noch unangenehmer und schlimmer für sie.

Bleiben Sie stattdessen einfach noch kurz bei Ihrem Partner/Ihrer Partnerin liegen und sehen Sie die Emotionen als Kompliment an. "Sie war so glücklich, dass sie angefangen hat zu weinen/zu lachen." Oder "Sie war so überwältigt, dass sie einfach in Ohnmacht gefallen ist." Nehmen Sie es auf jeden Fall mit Humor, denn häufig hält das Gefühlschaos nur einige Minuten an.


Jennifer Buchholz, Redakteurin bei t-online.de, schreibt in ihrer Kolumne "Lust, Laster, Liebe" über Liebe, Partnerschaft und Sex.

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