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Hat der weibliche Orgasmus überhaupt einen Sinn?

  • Jennifer Buchholz
Eine Kolumne von Jennifer Buchholz

Aktualisiert am 10.06.2021Lesedauer: 2 Min.
Lust: Nur wenige Frauen kommen beim Sex zum Höhepunkt.
Lust: Nur wenige Frauen kommen beim Sex zum Höhepunkt. Ist das ein Problem? (Quelle: egorr/getty-images-bilder)
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"Oooohhh! Jaaa! Ich kommeeee!" Nach diesen wollüstigen Empfindungen streben auch die Frauen – der weibliche Orgasmus rückt zunehmend ins Rampenlicht. Doch einige Forscher sehen das ganz anders. Für sie hat der Höhepunkt bei Frauen größtenteils keinen Sinn.

Der Orgasmus einer Frau leistet keinen wirklichen Beitrag zur Fortpflanzung. Zu diesem Ergebnis kommt Mihaela Pavlicev, Professorin für Evolutionsbiologie an der Universität Wien, in ihren Studien. Der weibliche Orgasmus rege lediglich den Eisprung an, so Pavlicevs wissenschaftlich-nüchterne Einschätzung. Allein ist sie damit nicht. Auch andere Forscher gehen davon aus, dass ein Orgasmus lediglich unterstützend, aber nicht notwendig für die Fortpflanzung ist: Zwar erhöhe er die Wahrscheinlichkeit für eine Befruchtung der Eizelle, weil es dabei zur Kontraktion der Scheide und Gebärmutter sowie zur Absenkung des Muttermundes kommt. Aber schwanger werden geht auch ohne den Höhepunkt.

Das jeder Leidenschaft entbehrende Fazit lautet: Einen wirklichen Sinn hat der weibliche Klimax demnach nicht – zumindest aus evolutionsbiologischer Perspektive. Und ist ein gefundenes Fressen für bestimmte Magazine oder Macho-Wurfblätter. Getreu dem Motto: "Siehst du Schatz. Wie ich dir immer gesagt habe: Dein Orgasmus ist gar nicht so wichtig. Schließlich wollen wir doch keine Kinder."

Ist der Orgasmus sinnlos?

Die Vorstellung, dass es wirklich Männer UND Frauen gibt, die diesen Blickwinkel vertreten, lassen meine Fußnägel hochrollen. Solche Aussagen aus bestimmten Studienergebnissen herzuleiten, ist aus verschiedenen Gründen mehr als heikel. Allein, dass der Orgasmus so vielfältig ist – in der Intensität, Vielfalt, Dauer – bringt doch die Frage auf, wie er gleichzeitig sinnlos sein soll. Außerdem: Wenn der Höhepunkt nutzlos ist, warum simulieren ihn dann so viele Frauen?

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Erstens: Die Frau hat nicht nur die gleiche Gabe zu Wollust und Befriedigung, sondern auch das gleiche Recht darauf! Und zweitens: Das innere Feuerwerk beim Sex hat – ebenso wie beim Mann – auch zahlreiche positive Effekte auf die Gesundheit: Das Immunsystem wird gestärkt, Stress wird abgebaut, der Körper entspannt. Sogar der Schlaf kann besser oder zumindest tiefer werden. Auch die Muskulatur wird trainiert.

Fortpflanzung auch ohne Orgasmus?

Zudem liegt eines sicher auf der Hand. Ein Orgasmus bei beiden schafft auch mehr Spaß, Zufriedenheit und Vertrauen auf beiden Seiten – und stärkt die Bindung zwischen Frau und Mann. Aus biologischer Sicht könnte man hinzufügen: Das war insbesondere in der Vergangenheit des Homo Sapiens ein wichtiges Mittel, um dem Nachwuchs einigermaßen das Überleben zu sichern. Und eine enge Bindung dürfte auch in der heutigen Zeit noch willkommen sein, da bei den meisten Menschen nach wie vor die monogame, langlebige Paarbeziehung als Ideal gilt.

Es stimmt, dass wir uns ohne weiblichen Orgasmus fortpflanzen könnten. Aber zu behaupten, er sei deswegen sinnlos, ist respekt- und haltlos. Wir bewegen uns hier schließlich nicht in einem biologischen Labor, in dem es nur um das Überleben unserer Art geht.

Können wir also bitte einfach die Diskussion lassen, ob der Höhepunkt wichtig ist oder nicht und ihn oder allgemein die Intimität beim Sex genießen? Dankeschön!

Jennifer Buchholz, Redakteurin bei t-online.de, schreibt in ihrer Kolumne "Lust, Laster, Liebe" über Liebe, Partnerschaft und Sex.

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