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Die richtige Uhr fürs Leben

Die richtige Uhr fürs Leben

27.04.2015, 17:13 Uhr | Uwe Kauss

Die richtige Uhr fürs Leben. So erkennen Sie die Uhr fürs Leben. (Quelle: Cartier)

So erkennen Sie die Uhr fürs Leben. (Quelle: Cartier)

Eine gut aussehende Uhr muss keine gute Uhr sein. Vor allem bei den feinen Zeitmessern kaufen ahnungslose Interessenten für viel Geld hervorragend gemachte Fälschungen. Der Fürther Uhrenexperte und Gutachter Christoph Kuhnle erklärt, wie man eine hochwertige Uhr erkennt.

Zum Anzug oder beim Sport: Mann trägt Uhr. Wer über das nötige Budget verfügt, hat eine edle Automatikuhr an der Hand. Die Topmarken wie Rolex, Jaeger LeCoultre, Patek Philippe, IWC oder Lange&Söhne sind begehrt, sie gelten als Statussymbole. Wer sich so eine Uhr fürs Leben nicht leisten kann, forscht im Netz nach Schnäppchen – aber für wenig Geld gibt es höchstens gut gemachte Fälschungen. Doch eine handwerklich hergestellte, hochwertige Uhr muss keine sechsstelligen Beträge kosten.

Gute Uhren gibt es ab 1500 Euro

"Ab etwa 1500 Euro kann man schon eine sehr gute Qualität, Genauigkeit und Lebensdauer erwarten", sagt der Fürther Juwelier, Uhrenexperte und Gutachter Christoph Kuhnle. Er betreibt sein Fachgeschäft mit einer für viele Topmarken zertifizierten Meisterwerkstatt. Sein Urgroßvater eröffnete bereits 1908 ein Uhren- und Schmuckgeschäft im nahen Nürnberg. Für alle, die schon beim Anprobieren die Qualität einer Automatikuhr beurteilen wollen, hat Kuhnle zehn gute Tipps parat.

Tipp 1: Krone drehen

Der erste: "Die Krone entschrauben und drehen", empfiehlt er. Raste die Welle beim Herausziehen präzise in den Positionen zum Einstellen der Zeit, des Datums und für weitere Funktionen ein, sei das ein gutes Zeichen. "Bei billigen Uhren wackelt die Führung, die Positionen zu treffen ist Glückssache, da ist kein abgestimmter Federdruck dahinter", erklärt er. Sein zweiter Tipp: Wer eine edle Uhr kauft, darf ein Armband feinster Qualität erwarten.

Foto-Serie mit 13 Bildern

Tipp 2: Ein edles Armband

"Uhren, die das Exklusive nur vorspiegeln, sind schon meist daran erkennbar", erzählt Kuhnle. Das Band sollte aus hochwertigem Leder bestehen, beim vorsichtigen Knicken in der Mitte geschmeidig bleiben und keinerlei Spuren aufweisen. "Oft sieht man danach feinste Risse in der Lackierung oder im Leder." Auch der Dorn zum Schließen sei einen Blick wert: "Er darf nicht locker herabhängen oder ins Loch pressen."

Tipp 3: Schwerer ist besser Zudem ist das Gewicht ein gutes Qualitätskriterium: "Ist bei einer Fälschung ein Quarzwerk eingebaut, wiegt die Uhr viel weniger als das Original", betont er. Denn weniger Komponenten und auch mehr Kunststoffteile im Innern verringern das Gewicht. Tipp 4: Der Zeiger bringt das Innere ans Licht Bei einem Quarzwerk springt der Sekundenzeiger, Automatik-Werke lassen ihn elegant gleiten. Aber: Bei Handaufzugswerken springt der Zeiger ebenfalls. Und die sind gerade wieder groß im Kommen. Natürlich sollten Sie beim Kauf einen Blick ins Innere werfen, dann erkennen Sie das Werk genau. Tipp 5: Ein Saphirglas muss es sein

Ein scharfer Blick auf die Uhr entlarvt die Qualität des Glases. "Heute wird fast ausschließlich Saphirglas verwendet, das lässt sich nur noch mit dem Diamanten verkratzen", erklärt Christoph Kuhnle. Der Saphir wird künstlich im Labor gezüchtet. Besonders hochwertig sind gewölbte Gläser. Im Gebrauchtmarkt könne man aber noch auf ältere Uhren mit Kristallglas treffen. Da seien feinste Kratzer durchaus möglich.

Tipp 6: Auf die Details kommt es an An der Sorgfalt erkennen Sie den Meister. Schlecht verarbeitete Uhren rasseln leicht beim Drehen des Handgelenks, da Lünette und Glas nicht richtig passen. Manchmal steht sogar das Glas über und springt beim nächsten Kontakt mit der Möbelkante. Billig-Hersteller legen keinen Wert auf solche Details. Wenn das Zifferblatt guillochiert ist - wenn also ein spezielles Ornament aus feinen Linien gezeichnet wurde - oder wenn der Rotor zum Antrieb des Werkes verziert ist, dann hat sich der Hersteller viel Mühe gegeben. Tipp 7: Jede Sekunde zählt

Das wichtigste Kriterium für eine hochwertige Uhr ist ihre Ganggenauigkeit, denn die zeigt die Qualität der Maschinen und Uhrmacher und die Sorgfalt beim Feinschliff der Komponenten - wenn Gusskanten fein abgeschliffen wurden, bleibt kein Zahnrad hängen. Eine gute Verarbeitung lässt auch keine Abweichung in der Sauna oder beim Sport zu. Dies können Sie aber erst nach dem Kauf herausfinden.

"Die Spanne von zehn Sekunden pro Tag ist akzeptabel", beschreibt Kuhnle die Norm, "also rund eine Minute pro Woche."

Tipp 8: Zertifizierte Chronometer Steht auf dem Ziffernblatt der Schriftzug "Chronometer", hat der Finder womöglich eine Luxusuhr in der Hand, die sehr teuer ist. Denn der Titel "Offizieller Chronometer" wird vom Schweizer Kontrollinstitut COSC (Controle Officiel Suisse des Chronomètres) nur an Uhren vergeben, die seine anspruchsvollen Qualitätskriterien erfüllen. Sämtliche Teile dieser Uhr müssen in der Manufaktur gefertigt worden sein, die Gangabweichung darf nur sehr gering ausfallen. Von den etwa 20 Millionen Uhren, die jährlich in der Schweiz hergestellt werden, tragen lediglich 18.000 das preissteigernde Prädikat. Tipp 9: Ein gutes Kaliber ist Pflicht Überhaupt ist das Uhrwerk die zentrale Komponente. Kaliber aus Asien gelten als minderwertig - einige japanische Werke ausgenommen. Schweizer Industrie-Uhrwerke der Marke ETA - von diesem Hersteller vor allem das oft verwendete Kaliber Valjoux - und Selitta sind sehr genau, aber nicht exklusiv. Für den Uhrenprofi ist ein hochwertiges Industriewerk aber nichts Negatives: "Die Werke laufen über Jahrzehnte präzise, man kann sie in jeder guten Werkstatt reparieren", betont er. Sie werden auch von renommierten Marken wie Breitling oder Sinn eingesetzt. Oft lassen Hersteller daher bei ETA aufwendigere Varianten für ihre Modelle fertigen, die im Einkauf viel teurer sind. Oder sie modifizieren die Werke selbst. Tipp 10: Exklusivität hat ihren Preis

Drastisch teurer sind Manufaktur-Kaliber mit besonders hoher Ganggenauigkeit oder mit aufwändigen Komponenten. Meist dauert es Jahre, bis ein Hersteller sein neues Kaliber serienfertig hat. Aufwändige Komplikationen wie ewiger Kalender, Mondkalender oder gar Tourbillon sind also niemals günstig. "Für viele unserer Kunden sind Komplikationen im Alltag aber überhaupt nicht relevant – es geht ums Aussehen, den Eindruck an der Hand," erzählt Uhrenprofi Kuhnle. Fazit: Wer eine Uhr fürs Leben sucht, kann also auch mit einem Industriewerk gut leben – wenn er mit unseren Tipps das richtige Stück kauft. Auswechseln überflüssig. Impressionen sehen Sie in unserer Fotoshow.

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