Menü Icont-online - Nachrichten für Deutschland
HomeLebenReisenDeutschland

Städtetrip: Hier trifft man sich am "Leck mich am Arsch"


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild für einen TextDas ist der neue US-Super-BomberSymbolbild für einen TextSchlagerstar verabschiedet sich von BühneSymbolbild für einen TextFällt die nächste Silbereisen-Show aus?Symbolbild für einen TextUrlaubsland: Verbot für außerehelichen SexSymbolbild für einen TextKaufland ruft Salami zurückSymbolbild für einen TextSchwerer Lkw-Crash auf A1 – Strecke dichtSymbolbild für einen TextBericht: Fifa will WM-Modus verändernSymbolbild für einen TextWM-Überraschung: Brasilien verliertSymbolbild für einen TextFußball-Ikone krank: Bewegende Fan-AktionSymbolbild für ein VideoKriegsschiffe entgehen knapp KollisionSymbolbild für einen TextHessen: Legendäres Hotel wird verkauftSymbolbild für einen Watson TeaserBéla Réthy mit kurioser Infantino-TheorieSymbolbild für einen TextAnzeige: Jahres-LOS kaufen und Einzel-LOS gratis dazu sichern
Anzeige
Loading...
Loading...
Loading...

In dieser Stadt trifft man sich am "Leck mich am Arsch"

dpa-tmn, Françoise Hauser

Aktualisiert am 26.10.2022Lesedauer: 3 Min.
Zentrales Highlight: Der Hingucker auf dem Marktplatz ist die am Rathaus montierte Kunstuhr.
Zentrales Highlight: Der Hingucker auf dem Marktplatz ist die am Rathaus montierte Kunstuhr. (Quelle: Heilbronn Marketing Gmbh/Roland/dpa-tmn-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Es muss nicht immer Hamburg, Berlin oder München sein. Abseits der Großstädte gibt es viel zu entdecken – zum Beispiel einen ganz expliziten Treffpunkt.

Sie hat nicht nur eine spannende Geschichte, sondern auch einige teilweise bizarre Highlights zu bieten. Seien es eine seit Ewigkeiten falsch gehende Uhr, den Klerus in den Kakao ziehende Figuren an einer Kirche oder die in Stein gemeißelte Wut eines Amtsmitarbeiters.

Reich dank Blockade

Die Stadt, von der die Rede ist: Heilbronn. Jahrhundertelang war Heilbronn eine wichtige Handelsstadt, die durch ein Privileg zu immensem Reichtum kam: 1333 erhielten die Bewohner von Kaiser Ludwig IV. das Verfügungsrecht über den Neckar.


Sechs besondere Ausflugsziele in Deutschland

Saarschleife
Rotes Kliff
+4

Sie legten Mühlen und Wehre an, wodurch der Fluss die nächsten Jahrhunderte für Schiffe nicht passierbar war. Alle Güter, die per Schiff über den Neckar transportiert wurden, mussten fortan vor der Stadt abgeladen und dahinter wieder aufgeladen werden. Außerdem waren die Händler gezwungen, ihre Waren einige Tage im Rathaus zum Verkauf anzubieten. Wer dies umgehen wollte, musste sich freikaufen.

Kein Wunder, dass Heilbronn einst eine randvolle Stadtkasse hatte – und damit allerhand grandiose Bauten finanzierte.

Ziemlich schön und ziemlich falsch

Mit seinen Arkaden und der Freitreppe ist das im gotischen Stil erbaute Rathaus aus dem Jahr 1417 ein imposanter Bau. Die wirkliche Attraktion ist jedoch nicht das Gebäude selbst, sondern die Kunstuhr mit drei Ziffernblättern von Isaak Habrecht.

1579 bis 1580 wurde sie konstruiert und galt als wahres Wunderwerk. Bis heute ist die Uhr in Betrieb, und das obwohl sie schon mehr als 440 Jahre auf dem Buckel hat. Noch immer posaunen hier alle vier Stunden die Engel, stoßen die beiden goldenen Widder die Köpfe zusammen, kräht und flattert der mechanische Hahn.

Zeitverschiebung: Die Uhr am Rathaus fiel einer Kalenderreform zum Opfer und gibt seitdem die falsche Uhrzeit an.
Zeitverschiebung: Die Uhr am Rathaus fiel einer Kalenderreform zum Opfer und gibt seitdem die falsche Uhrzeit an. (Quelle: Werner Thoma/imago images)

Fast noch interessanter ist aber ein Aspekt, den man der Uhr nicht ohne Weiteres ansieht: Sie geht falsch – und das seit mehr als vier Jahrhunderten! Zwei Jahre nachdem sie gebaut worden war, ließ Papst Gregor XIII. dummerweise eine Kalenderreform durchführen, um Mondphasen und Kalender wieder in Einklang zu bringen.

Zehn Tage fielen dadurch weg, und der Sonnen- und Mondstand im Tierkreiszeichen der astronomischen Uhr am Heilbronner Rathaus ist der Zeit seither ungefähr eine Woche voraus.

Grandios und respektlos

Eine weitere versteckte Sensation liegt nur zwei Fußminuten vom Rathaus in der Fußgängerzone: Die Kilianskirche, deren älteste Teile auf das 13. Jahrhundert zurückgehen.

Die meisten Besucher schauen wegen des Altars von Hans Seyfer aus dem Jahr 1498 vorbei. Das filigrane Lindenholz-Kunstwerk ist unbedingt einen ausführlichen Blick wert, denn der Künstler machte sich die Mühe, jede Figur mit einem individuellen Gesicht zu versehen.

Besondere Turmspitze: Die gotische St. Kilianskirche im Stadtzentrum von Heilbronn ist von innen und außen sehr sehenswert.
Besondere Turmspitze: Die gotische St. Kilianskirche im Stadtzentrum von Heilbronn ist von innen und außen sehr sehenswert. (Quelle: Firn/imago images)

Mindestens genauso spannend sind die Turmverzierungen. Der Pfarrer mit gespaltener Zunge, Kleriker mit raubtierartigen Vorderbeinen und dem Hinterteil eines Skorpions. Ja, sogar ein Affe in Mönchskutte ist dabei. Und, quasi als Krönung, thront oben auf der Spitze kein Kreuz, sondern das "Männle", ein steinerner Mann. Wie konnte das passieren?

Als der achteckige Turm 1508 bis 1529 zur Zeit der Bauernkriege gebaut wurde, brodelte es bereits in der Kirche. Die Zeit war reif für eine Änderung und der Baumeister Hans Schweiner wollte Gott und nicht der Kirche huldigen. Für den Klerus hatte er wenig übrig – und machte sich über ihn lustig.

Meistgelesen
Symbolbild für ein Video
Katarer verhöhnen DFB-Elf
Anzeige
Loading...
Loading...
Loading...

Ein expliziter Treffpunkt

Sogar auf literarischen Spuren kann man in Heilbronn wandeln, zum Beispiel beim Spaziergang auf den Wartberg, den Hausberg der Stadt, dessen Aussicht schon Johann Wolfgang von Goethe begeisterte.

Traumhafte Aussicht: An einem Herbstmorgen auf dem Wartberg verschwindet Heilbronn im Nebel und die Weinreben leuchten in der Sonne.
Traumhafte Aussicht: An einem Herbstmorgen auf dem Wartberg verschwindet Heilbronn im Nebel und die Weinreben leuchten in der Sonne. (Quelle: Meike Engels/imago images)

Ein beliebter Treffpunkt für die Wanderung ist der, nun ja, wenig literarische Meyle-Stein, der rechter Hand in eine Weinbergmauer der Wartbergsteige eingelassen wurde. "Leck mich am Arsch" steht dort in allerschönster Schreibschrift in Stein gemeißelt. 1952 soll ihn ein Angestellter des Tiefbauamts hinterlassen haben, nachdem er vermeintlich von einem Winzer geprellt worden war.

Seither kann man sich in Heilbronn am "Leck mich am Arsch" treffen – und tut es auch.

Moderne und Historie ganz nah

Allerdings lebt Heilbronn nicht nur in der Vergangenheit. Rundum modern und sehenswert ist das Wissenschaftszentrum Experimenta auf der Neckarinsel. Auf 25.000 Quadratmetern warten Hunderte Exponate, inklusive Sternwarte und einem "Science Dome" mit einem großen Kuppelscreen und drehbarem Zuschauerraum.

Moderner Wissenschaftsstandort: Das Wissenschaftszentrum Experimenta auf der Neckarinsel beherbergt viele Exponate und eine Sternwarte.
Moderner Wissenschaftsstandort: Das Wissenschaftszentrum Experimenta auf der Neckarinsel beherbergt viele Exponate und eine Sternwarte. (Quelle: Arnulf Hettrich/imago images)

Von dort aus lohnt ein kurzer Abstecher in die jüngere Geschichte, zum Wilhelmskanal. Zugegeben, er sieht wenig spektakulär aus, wie er so schläfrig vom Neckar abzweigt, doch historisch hat er es in sich.

Als Heilbronn Anfang des 19. Jahrhunderts mit der politischen Neuordnung Südwestdeutschlands durch Napoleon seinen Status als unabhängige Reichsstadt verlor, fiel die Stadt an das Königreich Württemberg. Dieses ließ besagten Kanal graben, der die Stauwehre und Mühlen auf dem Neckar umging und ab 1821 wieder für freie Fahrt sorgte. Heilbronns bequeme Einnahmequelle versiegte.

Heilbronn

Anreise: Heilbronn liegt im Norden Baden-Württembergs direkt an den Autobahnen A 6 und A 81. Fernzüge halten in der Stadt nicht, es gibt aber viele Regionalzugverbindungen, etwa nach Stuttgart.
Essen: Besonders gut und günstig gibt es lokale Küche samt einem "Viertele" Wein in den zahlreichen Besenwirtschaften und Weinstuben in und um die Stadt: Auf ihren Gütern servieren Winzer saisonal ihren eigenen Wein und die passenden Speisen. Wann und wo die "Besen" stattfinden, steht im Besenkalender (https://hn-besen.net)
Informationen: Tourist-Information Heilbronn, Kaiserstraße 17, 74072 Heilbronn (Tel.: 07131/ 562270; E-Mail: info@heilbronn-marketing.de; Website: www.heilbronn.de/tourismus)

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingAnzeigen

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Marlis Heinz/SRT
Heilbronn
Ratgeber

t-online - Nachrichten für Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagramYouTubeSpotify

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlängerung FestnetzVertragsverlängerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website