• Home
  • Leben
  • Reisen
  • Europa
  • Italien
  • Spannende Wanderung: Auf den Spuren von ├ľtzi durchs Schnalstal


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild f├╝r einen TextTrump erw├Ągt wohl BlitzkandidaturSymbolbild f├╝r einen TextEx-"Bild"-Chef startet "Meinungs-Show"Symbolbild f├╝r einen TextSportmoderatorin stirbt mit 47 JahrenSymbolbild f├╝r einen TextTour: Belgier siegt im Gelben TrikotSymbolbild f├╝r einen TextSprengstoffanschlag auf Parteib├╝roSymbolbild f├╝r einen TextDax st├╝rzt abSymbolbild f├╝r ein VideoHier zieht die Front ├╝ber DeutschlandSymbolbild f├╝r einen TextDrei Transfernews bei Schalke 04Symbolbild f├╝r ein VideoMerkel spricht ├╝ber DarmbakterienSymbolbild f├╝r einen TextHerzogin Kate verzaubert WimbledonSymbolbild f├╝r einen TextFrau uriniert neben Gleis: Hand gebrochenSymbolbild f├╝r einen Watson TeaserOliver Pocher attackiert InfluencerinSymbolbild f├╝r einen TextSpielen Sie das Spiel der K├Ânige

Hier wandern Sie auf den Spuren des ├ľtzi durch S├╝dtirol

dpa, Alexandra Frank

Aktualisiert am 04.06.2021Lesedauer: 4 Min.
├ľtzi-Fundstelle: Sie liegt hoch oben am Gletscher ÔÇô dort wurde der Steinzeitmensch gut konserviert.
├ľtzi-Fundstelle: Sie liegt hoch oben am Gletscher ÔÇô dort wurde der Steinzeitmensch gut konserviert. (Quelle: Dario Frasson/S├╝dtiroler Arch├Ąologiemuseum/dpa-tm)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Vor 30 Jahren wurde die ber├╝hmte Gletschermumie ├ľtzi in den Alpen entdeckt. Im S├╝dtiroler Schnalstal k├Ânnen Familien nachempfinden, wie der Steinzeitmensch lebte: beim Wandern, Jagen, Feuer machen.

Die Steinzeitmenschen pirschen durchs Dickicht. Heute war ihnen das J├Ągergl├╝ck hold, eine Rotte Wildschweine hat ihren Weg passiert, kurz darauf konnte ein Sch├╝tze ein Rotwild erlegen. Aber das hier ist ein besonderes Ziel. Die Anf├╝hrerin zieht den Pfeil aus dem K├Âcher, spannt den Bogen ÔÇô und trifft ein mannshohes gelbes M├Ąnnchen mit Glatze und d├╝mmlichem Gesichtsausdruck. Homer Simpson!

"Ein Scherz", sagt Valentin M├╝ller ├╝ber die Comicfigur, die zwischen Birken hinter dem Moarhof in S├╝dtirol hockt. Seit rund zehn Jahren betreibt der 38-J├Ąhrige den 3D-Bogenparcours im Vinschgau. Er bringt seinen G├Ąsten nicht nur bei, wie man mit Pfeil und Bogen umgeht, sondern wei├č auch allerhand ├╝ber die Jagdmethoden in der Steinzeit.

Das ist vor allem f├╝r Familien wie uns interessant. Vater, Mutter und zwei T├Âchter, acht und zw├Âlf Jahre alt, die heute in die Rolle von Steinzeitj├Ągerinnen geschl├╝pft sind.

Auf spannender Mission im Schnalstal

Wer Kinder hat, wei├č, dass der Nachwuchs nicht immer f├╝r Natur und Wandern zu begeistern ist. Aber auf eine Mission gehen sie immer gerne. Unsere hei├čt: die Steinzeit erleben. Und das geht nirgendwo besser als im S├╝dtiroler Schnalstal, einem Seitental des Vinschgaus, das sich 20 Kilometer weit in die ├ľtztaler Alpen hineinzieht.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Spektakel auf Court Nr.1 ÔÇô Maria steht im Halbfinale
Tatjana Maria: Die Oberschw├Ąbin steht im Halbfinale von Wimbledon.


Valentin M├╝ller, gelernter Arch├Ąotechniker, erkl├Ąrt den Kindern, wie unsere Vorfahren Bogen und Pfeile aus Naturmaterialien herstellten. Doch die Kleinen wollen vor allem selber schie├čen.

Dazu geht es nicht etwa ├╝ber ein abgestecktes Feld mit Zielscheiben, sondern wie bei einer echten Jagd durch ein Gel├Ąnde, das sich am Hang des Schnalstals auf rund 1.600 Metern H├Âhe erstreckt. Die Ziele, dreidimensionale Tierattrappen, sind dort versteckt, wo man sie auch in der Natur antreffen w├╝rde: ein Luchs im Baum, Rehe im Wald, ein Rotwild auf einer zum Dorf abfallenden Wiese. "Wandern in cool", nennt Valentin M├╝ller unseren Rundgang.

Kleiner K├Ârper von gro├čer Bedeutung

Schenner Waalweg: Auf einer Wanderung kann die Natur S├╝dtirols entdeckt werden.
Schenner Waalweg: Auf einer Wanderung kann die Natur S├╝dtirols entdeckt werden. (Quelle: Alto Adige/Patrick Schwienbacher/IDM S├╝dtirol/dpa-tmn)

Irgendwo zwischen Dorf und Natur, zwischen Siedlung und Wildnis war vor rund 5.300 Jahren auch der wohl ber├╝hmteste Steinzeitmensch unterwegs: ├ľtzi. Vor 30 Jahren, am 19. September 1991, haben Bergwanderer beim Tisenjoch den K├Ârper entdeckt. Was man zun├Ąchst f├╝r einen verungl├╝ckten Bergwanderer hielt, entpuppte sich nach und nach als wertvoller arch├Ąologischer Fund: ├ľtzi ist ├Ąlter als jede andere nat├╝rlich konservierte Mumie der Welt, 5.300 Jahre.

Heute liegt sein K├Ârper in Bozen, in einer K├╝hlkammer des S├╝dtiroler Arch├Ąologiemuseums, bei konstant minus sechs Grad Celsius. Regelm├Ą├čig wird der 1,45 Meter gro├če und nur noch 13 Kilogramm schwere K├Ârper mit destilliertem Wasser eingespr├╝ht, damit sich eine d├╝nne Eisschicht auf ihm h├Ąlt. Mehr als 500 Wissenschaftler haben die Mumie untersucht. K├Ârper, Mageninhalt, Kleidung und Ausr├╝stung. Ihre Erkenntnisse werden in Schauk├Ąsten pr├Ąsentiert.

Eine Rekonstruktion zeigt, wie ├ľtzi vor seiner Ermordung durch einen Pfeilschuss ausgesehen haben k├Ânnte. "Gar nicht so viel anders als heutige Menschen, nur etwas klein", finden unsere T├Âchter.

Steinzeit zum Erleben und Anfassen

Zwar wurde die Gletschermumie nach ihrem Fundort in den ├ľtztaler Alpen benannt. "Aber eigentlich m├╝sste sie Schnalsi hei├čen", sagt Magdalena Alber vom Archeoparc im Schnalstal, den wir einen Tag sp├Ąter besuchen. Denn ├ľtzi, wei├č sie, hatte Pollen von Hopfenbuchen am K├Ârper. Die gab es nur s├╝dlich der Alpen, nicht weiter n├Ârdlich.

Wahrscheinlich passierte ├ľtzi auf seiner letzten Wanderung das Schnalstal. Deshalb drehen sich heute viele Tourismuswanderungen und Aktivit├Ąten in der Region rund um ihn und die Steinzeit. Auch im Archeoparc. W├Ąhrend im Bozner Museum die Originalfunde liegen, gut gesch├╝tzt hinter Glas, pr├Ąsentiert das arch├Ąologische Freilichtmuseum die Steinzeit mithilfe von Rekonstruktionen zum Anfassen.

Mit roten Wangen laufen unsere Kinder hinter Magdalena Alber her. Die Gro├če setzt sich ├ľtzis Fellhut auf, die Kleine probiert seinen Umhang aus Birkenrinde an. Nachgebaute Steinzeith├Ąuser ducken sich zwischen B├Ąumen und einem See. Mitarbeiter zeigen, wie die Menschen damals webten, Steine schliffen und aus Gr├Ąsern feine Seile kn├╝pften.

Nachgebaute Steinzeith├Ąuser: Sie schm├╝cken den Archeopark im Schnalstal.
Nachgebaute Steinzeith├Ąuser: Sie schm├╝cken den Archeopark im Schnalstal. (Quelle: Alexandra Frank/dpa-tmn)

Die Augen unserer T├Âchter sind fest auf Magdalena Alber geheftet, die uns beibringt, wie Feuer entfacht wurde. "├ľtzi hatte Zunderpilz, Pyrith, Ahornbl├Ątter und einen Feuerstein bei sich", sagt sie. Mehr braucht man nicht, um Flammen entstehen zu lassen. Tats├Ąchlich schlagen die Feuersteine auch unter Kinderh├Ąnden rasch Funken. Die Museumsp├Ądagogin erz├Ąhlt, dass ├ľtzi wohl auch Glut in nassen Ahornbl├Ąttern mit sich trug ÔÇô eine Art steinzeitliches Feuerzeug.

Hinauf zum Gletscher auf ├╝ber 3.000 Meter H├Âhe

Als das Feuer flackert, zeigt Alber auf die Gipfel der ├ľtztaler Alpen in der Ferne. "Dort liegt ├ľtzis Fundstelle", sagte sie. Von Juli bis Oktober gibt es regelm├Ą├čig Gletschertouren, die zum Tisenjoch auf 3.210 Meter H├Âhe hinauff├╝hren. Eine Tagestour f├╝r sportliche Wanderer, zu denen wir uns aber nicht z├Ąhlen.

Stattdessen steigen wir am n├Ąchsten Tag zusammen mit Wanderf├╝hrer Richard Rainer in die Seilbahn in Kurzras, am Ende des Schnalstals, und stehen wenige Minuten sp├Ąter oben auf dem Gletscher. Von hier aus sind es nur noch ein paar Minuten Fu├čmarsch zum "Iceman ├ľtzi Peak", einer Aussichtsplattform auf 3.251 Metern H├Âhe.

W├Ąhrend unten im Tal die Sonne auf gr├╝ne Wiesen und Blumen scheint, liegt hier oben alles unter einer dicken Schneedecke. "In dieser Bergwelt war ├ľtzi vor 5.300 Jahren unterwegs", sagt Richard Rainer. Wir blicken auf die Gipfel dreier L├Ąnder, in Italien, ├ľsterreich und der Schweiz. Dazwischen glitzert das Schneefeld des 3.606 Meter hohen Similauns, an dessen Fu├č die Gletschermumie lag.

W├Ąhrend mein Mann und ich die herrliche Aussicht genie├čen, sind unsere T├Âchter schon wieder in Jagdstimmung. Nur dass sie diesmal nicht mit Pfeilen, sondern mit Schneeb├Ąllen schie├čen. Wer wei├č? Vielleicht haben das Steinzeitkinder auch schon so gemacht.

Anreise: Viele deutsche Urlauber kommen ├╝ber den Brennerpass ins Schnalstal. Man braucht eine Vignette f├╝r ├ľsterreich, muss Mautgeb├╝hr f├╝r den Brenner bezahlen und einen Telepass f├╝r Italien besorgen. Vom Brenner f├Ąhrt man via Bozen in etwa eineinhalb Stunden zum Schnalstal ├╝ber die A22 und SS38.

Einreise und Corona-Lage: Italien ist noch Corona-Risikogebiet, es gibt eine Reisewarnung. Die Einreise aus Deutschland ist wieder ohne Quarant├Ąne m├Âglich. Ben├Âtigt wird ein negativer PCR- oder Antigen-Test, der nicht ├Ąlter als 48 Stunden sein darf.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
S├╝dtirol
Ratgeber

t-online - Nachrichten f├╝r Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Str├Âer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverl├Ąngerung FestnetzVertragsverl├Ąngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website