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Das letzte Jahrzehnt ist ein verlorenes Jahrzehnt

Ein Gastbeitrag von Carina Konrad

Aktualisiert am 31.05.2020Lesedauer: 3 Min.
Trockenheit in Deutschland: Der Landwirtschaft droht der dritte DĂŒrresommer.
Trockenheit in Deutschland: Der Landwirtschaft droht der dritte DĂŒrresommer. (Quelle: Nordphoto/imago-images-bilder)
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DĂŒrre und SchĂ€dlinge bedrohen Ernten weltweit. Die Klimakrise wird diese Probleme verstĂ€rken. Grund genug, bei der Landwirtschaft auf Fortschritt zu setzen, meint Carina Konrad (FDP) im Gastbeitrag fĂŒr t-online.de

Die Landwirtschaft trĂ€gt wie kaum eine Branche gleichzeitig zur Klimakrise bei und wird von ihr bedroht. Aus wirtschaftlichen Sorgen protestierten Bauern am Donnerstag wieder bundesweit gegen geplante schĂ€rfere Vorgaben zum Insekten- und Umweltschutz und weitere DĂŒngebeschrĂ€nkungen zum Schutz des Grundwassers. Gleichzeitig schauen sie mit Sorge auf den möglicherweise dritten DĂŒrresommer in Folge. Statt bei Pestiziden auf Verbote zu setzen, sollte lieber in die Erforschung neuer Wirkstoffe investiert werden, plĂ€diert Carina Konrad in einem Gastbeitrag fĂŒr t-online.de.

Ausnahmesituationen erzeugen ein GefĂŒhl der Hilflosigkeit. Neuen Situationen schutzlos ausgeliefert zu sein, ist kein schöner Zustand. Corona hat dieses GefĂŒhl bei vielen Menschen erstmals ausgelöst. Menschen, die mit der Natur arbeiten und von der Natur leben, kennen das schon. Die deutsche Land- und Forstwirtschaft sorgt sich vor dem dritten DĂŒrresommer in Folge, wĂ€hrend Ostafrika gegen die schwerste Heuschreckenplage seit Jahrzehnten kĂ€mpft.

Bei uns drohen vor allem wirtschaftliche Folgen. In den ohnehin stark gebeutelten Regionen der SĂŒdhalbkugel sind die Auswirkungen von Naturkatastrophen lebensbedrohend. Eine Pandemie wie Corona war neu, doch Naturkatastrophen, ausgelöst durch den Klimawandel, mĂŒssten die quantitative Versorgung mit Lebensmitteln regional eigentlich nicht bedrohen. Eine globalisierte Weltgemeinschaft mit freiem Warenaustausch und Handel muss ihre StĂ€rken in der Krise als Chance nutzen, um ihren Wert nachhaltig zu erhöhen.

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Die Zukunft der Landwirtschaft und damit der Nahrungsmittelversorgung einer wachsenden Weltbevölkerung hĂ€ngt maßgeblich von der Weiterentwicklung ab: bei biotechnologischen Verfahren in Pflanzenschutz und ZĂŒchtung. Stillstand ist RĂŒckschritt. Das gilt heute besonders.

Carina Konrad aus Rheinland-Pfalz ist Diplom-Agraringenieurin (FH) und seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages. Sie ist stellvertretende Vorsitzende im Ausschuss fĂŒr ErnĂ€hrung und Landwirtschaft und weinbaupolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion.

Es könnte also alles so einfach sein?

Doch in unserer Zivilisation werden Stimmen lauter, die Landwirtschaft als Eingriff in die Natur kritisieren. Pflanzenschutzmittel und ZĂŒchtungsmethoden, die zum Einsatz und damit zur Hilfe kommen könnten, haben leider eines gemeinsam: Ihnen steht das manipulative Narrativ vieler NGOs entgegen, das in der Gesellschaft in den letzten Jahren starke Ängste geschĂŒrt hat. Anstatt neue Wirkstoffe zu entwickeln, die naturvertrĂ€glicher sind, statt neue Ausbringtechniken zu forcieren, durch die deutlich weniger Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden könnte, statt widerstandsfĂ€higere Sorten zu zĂŒchten, wird das lautstark geforderte Verbot oft auch medial als die bessere Maßnahme forciert.

Die Folgen sind verheerend: Viele Insektizide wurden schon aus dem Verkehr gezogen, ohne Alternativen anzubieten. Das hinterlĂ€sst in Deutschland und Europa wirtschaftliche SchĂ€den durch MinderertrĂ€ge und unwirtschaftlichere Fruchtfolgen. Am Ende minimiert das die Wirtschaftsleistung einer gesamten Branche. EinnahmeausfĂ€lle, die sich wohlhabende LĂ€nder offensichtlich gerne leisten. Doch Pflanzenschutzmittel, Technik und ZĂŒchtungen, die in wohlhabenden LĂ€ndern heute nicht entwickelt werden, stehen morgen in Ausnahmesituationen auch denen nicht zur VerfĂŒgung, deren Leben davon abhĂ€ngt.

Das letzte Jahrzehnt ist bereits ein verlorenes Jahrzehnt. Biotechnologie und Forschung eignen sich nicht als manipulative Narrative. Moderne Wirkstoffformulierungen bei Pflanzenschutzmitteln, weiterentwickelte PrĂ€zisionsapplikation und ZĂŒchtungsmethoden wie CRISPR/Cas9 sind Zukunftswerkzeuge, die in Ausnahmesituationen ihren wahren Wert offenbaren und im Alltag sowohl die Versorgung mit sicheren, hochwertigen und ausreichenden Lebensmitteln sicherstellen als auch mehr Umweltschutz sichern und gleichzeitig Know-how in Wirtschaftsleistung verwandeln. Das wĂ€re wirklich nachhaltig!

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Die in GastbeitrĂ€gen geĂ€ußerten Ansichten spiegeln die Meinung des Autors wider und entsprechen nicht notwendigerweise denen der t-online.de-Redaktion.

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