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COP27: Aufregung über Hunderte Privatjets bei Klimakonferenz


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Aufregung über Hunderte Privatjets bei Klimakonferenz

Von afp
Aktualisiert am 14.11.2022Lesedauer: 3 Min.
Flughafen in Scharm El-Scheich: Dort kommen derzeit auch viele private Flugzeuge an.
Flughafen in Scharm el-Scheich: Dort kommen derzeit auch viele Privatfugzeuge an. (Quelle: IMAGO/via www.imago-images.de)
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Haben mehr als 400 Privatjets Teilnehmer zur Klimakonferenz gebracht? Darüber gibt es zum Start der zweiten Gipfelwoche reichlich Diskussionen.

In Scharm el-Scheich herrscht derzeit wieder viel Betrieb am Himmel, denn für die zweite Woche der UN-Klimakonferenz reisen zahlreiche Minister und andere Teilnehmer in den ägyptischen Badeort. Anfang vergangener Woche hatten bereits rund 100 Staats- und Regierungschefs an der COP27 teilgenommen.

Begleitet wurden die Visiten von kritischen Berichten und Kommentaren, wonach auch Hunderte besonders klimaschädliche Privatjets genutzt wurden. Befeuert von Klimaskeptikern kursierten in Onlinenetzwerken diverse Schätzungen über die Zahl der Privatjets.

Weit verbreitet war die Angabe von 400 Privatjet-Flügen nach Scharm el-Scheich. "Mehr als 400 Privatjets sind in den vergangenen Tagen in Ägypten gelandet", wurde der Nachrichtenagentur AFP vergangenen Donnerstag aus dem Umfeld der ägyptischen Luftfahrtbehörden bestätigt.

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Weiter hieß es, vor der COP27 habe dazu eine Planungsbesprechung stattgefunden. Die Behörden hätten die große Zahl an Privatjets erwartet und "ein paar Vorkehrungen am Flughafen von Scharm el-Scheich getroffen, um diese Flugzeuge willkommen zu heißen".

Unter Berufung auf Dienste zur Nachverfolgung von Flugrouten meldeten einige Medien niedrigere Zahlen. Es könnte allerdings Flüge von Privatjets gegeben haben, die nicht durch solche Dienste nachvollzogen werden konnten.

Der ägyptische Fernsehmoderator Ahmed Mussa, der der ägyptischen Führung nahesteht, sagte am Eröffnungstag der Weltklimakonferenz am 6. November, dass mehr als 300 Privatjets Scharm el-Scheich angeflogen hätten. Der Flughafen des Badeortes sei extra ausgebaut worden, "um die Gäste der COP27 zu begrüßen".


Die drastischen Protestaktionen der Klimaaktivisten

Ein Polizeibeamter versucht die Hand eines Aktivisten vom Asphalt zu lösen: Ist das die neuste Protestform? Mit Sekundenkleber schaffen es die Aktivistinnen und Aktivisten, den Verkehr teilweise für Stunden zu blockieren. Doch das ist nicht die einzige Aktion, die die Klimagruppen auf Lager haben.
Autobahnblockade der Gruppe "Letzte Generation": Mehr als 60 Straßenblockaden führte die Gruppe allein in diesem Jahr durch. Vor wenigen Tagen konnte ein Rettungswagen nicht zu einem Unfallort aufgrund der Blockade. Dies löste deutschlandweit eine Diskussion über die Protestaktionen aus.
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Zu den Privatjets bei der COP27 wurden auch einige Falschmeldungen in Umlauf gebracht. So wurde in einem spanischsprachigen Beitrag behauptet, 1.500 der Luxusflieger seien unlängst in Scharm el-Scheich gelandet. Begleitet wurde der Eintrag von einem Foto, das in Wahrheit aber ein längst vergangenes Luftfahrtforum in Las Vegas zeigte.

Die Organisation Climate Action Against Disinformation, die Falschinformation zu Klimathemen in Onlinenetzwerken analysiert, erklärte vor einigen Tagen in einem Bericht, Darstellungen von angeblicher "Heuchelei und Elitarismus" gehörten während der COP27 zu den Hauptstrategien von Leugnern der Klimakrise.

Glasgow: Bis zu 400 Flugzeuge

Privatjets waren auch schon während der UN-Klimakonferenz vergangenes Jahr in Glasgow ein Aufregerthema. Die Angaben zur Zahl dieser Flugzeuge bei der Konferenz schwankten damals zwischen unter 200 bis rund 400.

Bei einem Faktencheck dieser Angaben stieß die Nachrichtenagentur AFP damals auf ein Foto von auf einem Flugfeld abgestellten Fliegern, die angeblich von Staats- und Regierungschefs für ihren Besuch bei der Klimakonferenz genutzt wurden. In Wirklichkeit handelte es sich um ein Jahre altes Foto von Flugzeugen in New Orleans.

Die Kritik an Privatjets wird aber nicht nur von Klimaskeptikern befeuert. Klimaschützer sind ehrlich empört über diese treibhausgasintensive Art zu reisen. Das wurde am Tag vor der COP27 deutlich, als Hunderte Klimaaktivisten einen Bereich für Privatjets auf dem Großflughafen Schiphol in Amsterdam besetzt hatten.

Verringerung des Flugverkehrs gefordert

Die Aktivisten forderten ein Verbot der kleinen Luxusflieger und eine Verringerung des Flugverkehrs insgesamt. Organisiert wurde die Aufsehen erregende und umstrittene Protestaktion von der Umweltorganisation Greenpeace und der Klimabewegung Extinction Rebellion.

Tatsächlich haben Passagiere von Privatjets einen viel höheren Pro-Kopf-Treibhausgasausstoß als Nutzer von Linienflügen. Laut dem europäischen Umweltdachverband Transport and Environment kann ein Privatjet zwei Tonnen CO2 pro Stunde ausstoßen und emittiert pro Passagier fünf- bis 14-mal mehr als Linienflugzeuge.

Bei der COP27 sind mehr als 33.000 Teilnehmer registriert. Bei den Verhandlungen über Maßnahmen gegen die fortschreitende Erderhitzung und deren katastrophale Folgen spielt der Umstieg von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien eine wichtige Rolle. Der Flugverkehr ist allerdings noch lange nicht so weit, dass er auf fossile Energien verzichten könnte.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur AFP
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