Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > Terrorismus >

Neuseeland: Moschee-Besucher ermöglichte Festnahme des Chritschurch-Täters

Attentäter von Christchurch  

Moschee-Besucher ermöglichte Festnahme des Täters

17.03.2019, 11:24 Uhr | AFP, pdi

Neuseeland: Moschee-Besucher ermöglichte Festnahme des Chritschurch-Täters. Mit ihrem Fahrzeug rammten die Polizisten den Wagen des Schützen von Christchurch und konnten so seine Terrorfahrt stoppen. (Quelle: Screenshot/Twitter)

Mit ihrem Fahrzeug rammten die Polizisten den Wagen des Schützen von Christchurch und konnten so seine Terrorfahrt stoppen. (Quelle: Screenshot/Twitter)

Zwei Polizisten gelang die Festnahme des Attentäters von Christchurch, in dem sie sein Auto rammten. Dass ihnen das Fahrzeug auffiel, liegt möglicherweise an einer Aktion eines Moschee-Besuchers.

Neuseelands Regierungschefin Jacinda Ardern hat den Mut zweier Polizisten gelobt, die den Attentäter von Christchurch 36 Minuten nach dem ersten Notruf festgenommen hatten. Ohne ihr Eingreifen hätte der 28-jährige Australier wahrscheinlich noch mehr als die 50 Besucher zweier Moscheen getötet, sagte Ardern vor Journalisten. "Der Täter war bereits unterwegs, in seinem Auto wurden zwei weitere Waffen entdeckt, und er hatte eindeutig die Absicht, seinen Angriff fortzusetzen".

Der rechtsextreme Australier hatte am Freitag bei Angriffen auf zwei Moscheen von Christchurch 50 Menschen getötet und mehr als 40 weitere Menschen verletzt, von denen einige laut Ardern am Samstag weiter in lebensbedrohlichem Zustand waren. Nach dem letzten Angriff auf eine Vorort-Moschee war der Attentäter in einem Wagen unterwegs, als er von zwei Polizisten gestoppt wurde.

Heckscheibe eingeschlagen

Dass das Auto des Täters überhaupt auffiel, ist möglicherweise dem Einsatz eines Moschee-Besuchers zu verdanken. Alabi Lateef sagte der Nachrichtenwebsite "Stuff" am Sonntag, dass er zusammen mit einem anderen Mann beobachtet hätte, wie der Attentäter Brenton Tarrant ein leer geschossenes Sturmgewehr vor der Moschee auf den Boden geworfen habe und zu seinem Auto zurückgegangen sei. Lateefs Mitstreiter habe daraufhin das nicht mehr geladene Sturmgewehr genommen und damit die Heckscheibe von Tarrants Wagen eingeschlagen. Danach sei er weggelaufen.

Mit seiner Aktion verhinderte der betreffende Mann möglicherweise weitere Angriffe von Tarrant, denn wegen der zertrümmerten Scheibe fiel das Auto des Attentäters wohl besagten zwei Polizisten auf, die den Australier dann stoppten.

"Außerordentlich stolz"

Auf einem unscharfen Video, das offenbar aus einem vorbeifahrenden Auto aufgenommen wurde, war das helle Fahrzeug des Angreifers am Rand einer befahrenen Straße zu sehen. Es war von einem Polizeiwagen gegen einen Bordstein gerammt worden, eines seiner Vorderräder ragte in die Luft. Zwei Polizisten hatten ihre Waffen auf die offene Beifahrertür gerichtet. Später war zu sehen, wie sie eine schwarz gekleidete Gestalt von dem Fahrzeug wegschleppten.

Nach ihren Informationen handle es sich um zwei einfache Dorfpolizisten aus der nahegelegenen Ortschaft Lincoln, sagte Premierministerin Ardern weiter. Neuseelands Polizeichef Mike Bush sagte, er sei "außerordentlich stolz" auf das Eingreifen der beiden Beamten.

Nach islamfeindlichen Kommentaren auf den blutigen Anschlag verweigerten unterdessen die australischen Behörden dem ultrarechten Blogger Milo Yiannopoulos die Einreise. Die Kommentare des für seine Provokationen berüchtigten 34-jährigen Briten und ehemaligen "Breitbart"-Redakteurs seien "entsetzlich und schüren Hass und Spaltung", erklärte Innenminister David Coleman. Deshalb erhalte er kein Visum für seine geplante Tour.

Prügelei in Melbourne

In einem Facebook-Kommentar zu den blutigen Moschee-Angriffen hatte Yiannopoulos erklärt, derartige Massaker geschähen, weil die Regierungen "barbarische, fremde Religionen" "verhätscheln".

Australischen Medienberichten zufolge hatte Premierminister Scott Morrisson schon vorher entschieden, Yiannopoulos nicht ins Land zu lassen, seine Haltung aber nach heftigen Protesten ultrakonservativer Vertreter seiner Liberalen Partei wieder geändert.


In der australischen Metropole Melbourne prügelte der ultrarechte Senator Fraser Anning auf einen jungen Mann ein, der ihn nach ebenfalls verletzenden Kommentaren zu dem Massaker mit einem Ei beworfen hatte. Anning schlug dem Mann mehrfach ins Gesicht, bevor ihn ein Wachmann stoppen konnte. Zuvor hatte der umstrittene Senator von Queensland in einer Erklärung die Einwanderung für den Anschlag verantwortlich gemacht.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa, AFP

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Anziehend weiblich - die neuen Kleider der Saison
bei BAUR
Anzeige
Bauknecht Kühl-/ Gefrierkom- bis: „wenn du cool bleibst“
gefunden auf otto.de
Gerry Weberbonprix.deOTTOCECILHappy SizeLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe