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Victoria Falls: Wie schlimm steht es um die Victoriafälle?

Wasserfälle vertrocknen  

Victoria Falls: Diese Dürre zeigt die Krux mit der Klimaforschung

Von Sarah Thust

13.12.2019, 07:55 Uhr
Trockenphase hat kein Ende: Den Viktoriafällen fehlt Wasser

Die Viktoriafälle zwischen Sambia und Simbabwe gelten als „der größte Wasservorhang der Erde“. Normalerweise donnern hier bis zu 500 Millionen Liter Wasser pro Minute herunter. Doch in diesem Winter bleiben die Fälle ungewöhnlich trocken. (Quelle: t-online.de/Reuters)

Nur ein Bruchteil des Wassers: Aufnahmen der Viktoriafälle zeigen Ausmaß der Dürreperiode. (Quelle: t-online.de)


Die Victoria Falls gehören zu den größten Wasserfällen der Welt. Doch momentan klafft dort trockenes Gestein, wie ein Video zeigt. t-online.de hat einen Forscher gefragt, ob das eine Folge des Klimawandels ist.

Jedes Jahr reisen Hunderttausende Touristen zu den Viktoriawasserfällen im Süden Afrikas. Das UNESCO-Weltnaturerbe liegt zwischen Simbabwe und Sambia, da wo der Fluss Sambesi einhundert Meter hinabstürzt. Ein Selfie vor dieser Schlucht lässt sich kaum jemand entgehen. Doch im Moment stimmt etwas nicht am Sambesi.

► Drohnen-Aufnahmen vor Ort zeigen, dass die Wasserfälle austrocknen. Welche Folgen das hat, sehen Sie im Video oben

Die Viktoriafälle sind etwa doppelt so hoch und eineinhalb Mal so breit wie die Niagarafälle.

Es herrscht die schlimmste Dürre seit einem Jahrhundert. Die Trockenzeit an den Victoria Falls hat in diesem Jahr drei Monate zu früh begonnen. Normalerweise regnet es bis in den Oktober hinein. Doch diesmal fielen schon im Juni die letzten Tropfen.

Wie hat sich das Klima an den Viktoriafällen verändert?

Der Meteorologe und Klimaforscher Andreas Fink beobachtet die Entwicklung am Sambesi mit Sorge. Er arbeitet für das Karlsruher Institut für Technologie, sein Spezialgebiet ist das Klima Afrikas. Für t-online.de hat er zusammengefasst:

► Die Trockenperioden dauern länger an.

► Die Regenzeit wird kürzer.

► In der kurzen Regenzeit fällt so viel Niederschlag wie vorher – in diesem Jahr war es sogar mehr als gewöhnlich.

Das entspricht dem, was viele Klimamodelle für den Süden Afrikas voraussehen, sagt Fink. Für die Einheimischen hat das Folgen: weniger Touristen, weniger verfügbares Wasser und mehr Stromausfälle. Der Präsident des Landes, Edgar Lungu, sprach von einer "deutlichen Erinnerung daran, was der Klimawandel für unsere Umwelt bedeutet".

Links die Regenzeit, rechts die Trockenzeit

Ist die Trockenheit ein Symptom des Klimawandels?

In Sambia macht Wasserkraft rund 85 Prozent der Energieversorgung aus. Der größte Teil davon stammt aus dem Kariba-See, dem größten künstlichen Stausee der Welt. Da der Wasserdurchfluss im Sambesi jedoch so niedrig ist, drohen Stromausfälle.

Donnernder Rauch – so nennen die Einheimischen die Viktoriawasserfälle. Wird dieser Rauch bald verschwinden? Das befürchten die Anwohner jedenfalls. Warum, erfahren Sie oben im Video.

Doch der Meteorologe und Klimaforscher Andreas Fink sieht das differenzierter. Es sei zwar plausibel, dass die Dürre an den Viktoriafällen mit dem Klimawandel in Zusammenhang steht. Doch ob es wirklich so ist, muss erst noch jemand untersuchen.

Klimaforscher: "Könnten den Zusammenhang untersuchen"

"Um einen Zusammenhang zwischen Klimawandel und der aktuellen Entwicklung an den Wasserfällen nachzuweisen, müsste man eine Attributionsstudie machen", erklärt Fink. "Ja, wir könnten den Zusammenhang untersuchen. Das Fazit solcher Studien lautet in etwa: Das Ereignis ist durch den Klimawandel wahrscheinlicher geworden. Ich vermute, dass so eine Studie im kommenden Jahr erscheint."


Eins ist schon jetzt bekannt: Langzeitdaten sprechen für eine Häufung von Extremwetterereignissen in der Region, sagte der Tourismusexperte Kaitano Dube der "Welt". Auch er habe Hinweise darauf, dass sich die Regenzeit verschoben hat, kürzer geworden ist und extremer. Auch er ist besorgt. "Die Viktoriafälle sind ein Weltnaturerbe, deshalb muss die Weltbevölkerung auch über ihre Bedrohung sprechen."

Verwendete Quellen:

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