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Corona-Krise: Zoo in Neumünster erarbeitet Pläne für Notschlachtungen

Pläne des Zoo Neumünster  

Im Video: Zoo denkt über Notschlachtungen nach – Verband übt Kritik

15.04.2020, 16:39 Uhr | dpa, sle, Axel Krüger, rtr

Tierpark erwägt Notschlachtungen – das sind die Gründe

Wegen der Corona-Krise wird das Geld in Zoos und Tierparks knapp. In Neumünster müssten im schlimmsten Fall wohl Tiere notgeschlachtet werden – um andere Tiere füttern zu können. Der Zooverband kritisiert die Pläne. (Quelle: t-online.de)

Einbruch der Einnahmen: Einige Zoos bangen um ihre Existenz. (Quelle: t-online.de)


Wegen der Corona-Krise wird das Geld in Zoos und Tierparks knapp. In Neumünster gibt es deshalb bereits Pläne für Notschlachtungen. Der Zooverband kritisiert die Pläne. 

Der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) hat die Pläne des Zoo Neumünster für Notschlachtungen kritisiert. Die Pläne entsprächen nicht der Meinung des Verbandes, schrieb der VdZ auf Twitter.

Gegenüber t-online.de versicherte ein Verbandssprecher, dass es in anderen Zoos keine Pläne für Notschlachtungen gäbe. Vielmehr hoffe der Verband auf staatliche Unterstützung und dass die Zoos bald wieder öffnen. 

Umsatzeinbußen seien existenzbedrohend

Weil die Zwangsschließung wegen des Coronavirus für den Tierpark Neumünster existenzbedrohend ist, hat der Zoo Notpläne für das Schlachten seiner Tiere erarbeitet. Dort stehe auch, wer im Fall des Falles zuletzt auf die Schlachtbank kommt: Der 3,60 Meter große Eisbär Vitus, sagte Zoodirektorin Verena Caspari.

Vielen Zoos brechen derzeit die Einnahmen weg. Die hohen Kosten aber bleiben. Was die größten Kosten eines Zoos sind und warum sich diese kaum senken lassen, sehen Sie oben im Video – oder hier.

Überleben durch Spendengelder

Doch bislang konnten die Tierparks nicht vom Rettungsschirm der Bundesregierung profitieren. Dies läge laut VdZ an den unterschiedlichen Geschäftsstrukturen. Auch werden einige Zoos bereits staatlich gefördert. Was gesonderte Zuschüsse bislang unmöglich gemacht hat.

Der Tierpark Neumünster hingegen ist ein Verein und lebt von Spenden. "Wir bekommen keine städtischen Gelder, und alles, was wir bis dato an Landesgeldern beantragt haben, ist noch nicht eingetroffen bei uns. Wir überleben aktuell nur durch Spendengelder."

Noch reicht das. "Doch wenn – und das ist wirklich der aller worst, worst case – wenn ich kein Geld mehr habe, Futter zu kaufen, oder wenn es passieren sollte, dass mein Futterlieferant aufgrund neuer Restriktionen nicht mehr liefern kann, dann würde ich Tiere schlachten, um andere Tiere zu füttern." Das wäre dann aber der allerletzte Schritt.

Auch unter normalen Umständen kann es zu Tiertötungen kommen

"Das ist gar nicht so spektakulär, wie es sich anhört", sagte Zoodirektorin Caspari. Denn in bestimmten Fällen ein Tier zu töten sei sogar aus tierschutzrechtlichen Gründen vorgeschrieben. "Vorher könnte man natürlich auch versuchen, Tiere an andere Betriebe abzugeben. Das ist aber nicht mit allen Tieren so einfach."

Zum Beispiel Vitus, der Eisbär. Er zählt mit seinem Gewicht von ungefähr 700 Kilogramm zu den Größten seiner Art in Deutschland. "Wenn es hier ganz hart auf hart kommt, und der Tierpark aufgelöst werden müsste, kann ich den nicht einfach in eine Kiste stecken und woandershin transportieren." So ein großes Tier kriege man nicht mal eben schnell bei einem Kollegen untergebracht. "Es ist kein Pony, das man auch mal in einen Eselstall stellen kann. Er ist ein großes Raubtier, für das man eine adäquate Anlage benötigt."

Tatsächlich sind Schlachtungen in Zoos Alltag, erklärt ein Sprecher des Verbandes der Zoologischen Gärten. So würden beispielsweise Ziegen, die bereits einige Jahre im Zoo gelebt haben, geschlachtet und an Raubtiere verfüttert. Dies sei nachhaltig und der Zoo wisse, in welchem Gesundheitszustand sich das Tier befunden habe. 

Doch Verena Caspari ist zuversichtlich, dass es nicht zu Notschlachtungen kommen wird. Andere Tierparks hätten versprochen, den Neumünsteranern Fisch und Fleisch zukommen zu lassen, "wenn hier der allerschlimmste Fall eintreten würde", sagte sie.


Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Nachrichtenagentur dpa

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