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Österreich: Abgeordneter macht Corona-Schnelltest mit Cola — vermeintlich positiv


Abgeordneter "testet" im Parlament Cola positiv auf Corona

  • Lars Wienand
Von Lars Wienand

Aktualisiert am 11.12.2020Lesedauer: 3 Min.
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Griff zur Cola: Der FPÖ-Abgeordnete Michael Schnedlitz versuchte, den Schnelltest lächerlich zu machen.
Griff zur Cola: Der FPÖ-Abgeordnete Michael Schnedlitz versuchte, den Schnelltest lächerlich zu machen. (Quelle: Screenshot Parlamant.gv.at)
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Cola ist corona-positiv? Im österreichischen Parlament hat ein FPÖ-Abgeordneter aus seinem Glas Cola auf einen Corona-Schnelltest getröpfelt. Was das positive Ergebnis wirklich aussagt.

Ein Abgeordneter der rechtspopulistischen FPÖ hat im österreichischen Nationalrat live ein absurdes Experiment durchgeführt. Michael Schnedlitz, Generalsekretär der FPÖ, nutzte am Donnerstag einen Corona-Schnelltest, um eine von ihm mitgebrachte Cola zu testen. Weil sich der Teststreifen anschließend verfärbte, wird die Szene nun von Kritikern der Corona-Maßnahmen triumphierend geteilt.

Den skurrilen Auftritt des FPÖ-Politikers sehen Sie oben in unserem Video oder hier.

Das Experiment war für den Landwirt Schnedlitz der Beweis, dass die Schnelltests wenig sinnvoll sind und die Massentestung in Österreich Steuergeldverschwendung ist. Dabei gibt es eine simple Erklärung, warum der Test so ausgefallen ist. Und die hat mit dem Virus gar nichts zu tun. Sie führt aber dazu, dass der nächste Redner, Alexander Melchior von der regierenden ÖVP, spottete: "Ich hatte die ganze Zeit gehofft, dass das keine Cola ist, sondern Bacardi-Cola. Das hätte dein Verhalten erklärt."

Farbpartikel verfärben Streifen

Die Schnelltests sind beschichtet mit Antikörpern, an die Farbpartikel gekoppelt sind. Treffen sie auf ein SARS-CoV-Virus oder SARS-CoV2-Virus, dann kommt es zu einer Reaktion mit Antigenen des Virus. Dadurch werden die Farbpartikel sichtbar – der Streifen verfärbt sich.

Das passiert aber auch, wenn die Antikörper im Teststreifen zerstört werden. Und das macht die Cola: Sie ist mit einem ph-Wert von 2,5 bei klassischer Cola sehr sauer, und der Antikörper ist ein Protein. Das Eiweiß wird durch die Säure angegriffen. Auch dann wird die Farbe sichtbar. Der Test des Politikers zeigt also, dass die Cola das Protein zerstört hat.

Die Szene wird dennoch seither vielfach geteilt, um den Test lächerlich zu machen. So verbreitet sie etwa auch der AfD-Bundestagsabgeordnete Stephan Protschka. Er schrieb dazu: "Achtung! Könnte Ihr Weltbild verändern!" Nutzer antworteten ihm, dass er im Gegenteil so ihr Bild von der AfD bestätigt. Am Freitag teilte auch die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel das Video.

Antigen-Tests: Ansteckende werden gefunden

Tatsächlich kann von den positiven Testergebnissen der Antigen-Tests ein vergleichsweise hoher Anteil falsch-positiv sein. Das heißt, vermeintlich Infizierte können auch gesund sein. Deshalb wird nach einem positiven Antigen-Test noch ein PCR-Test durchgeführt. In Wien ergab bei den Massentests von rund 20.000 Menschen täglich eine Überprüfung von 106 positiven Antigentests mittels PCR-Test, dass 61 davon negativ waren.

Ein negativer Schnelltest heißt jedoch nicht zwingend, dass die Person nicht infiziert ist: Bei einer geringen Viruslast spricht der Test nicht zwingend an. Es werden aber schnell Menschen gefunden, die ohne Symptome mit hoher Viruslast unterwegs sind, und bei denen ein PCR-Test sonst nicht gemacht oder das Ergebnis zu lange auf sich warten lassen würde. Deshalb sind sie gedacht für den Einsatz in Arztpraxen, Rettungsstellen, Kindergärten, Schulen sowie Senioren- und Pflegeheimen.

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Infizierte sind bereits ein bis zwei Tage vor Symptombeginn ansteckend und somit nach Einschätzungen der Experten für einen erheblichen Teil der Neuinfektionen verantwortlich. SARS-CoV 2 ist auch deshalb so tückisch, weil gesund erscheinende Menschen das Virus bereits in sich und weitertragen können. Mit den Schnelltests sollen solche Menschen häufiger gefunden werden.

*Diese Passage wurde ausgebaut und eine missverständliche Formulierung zur Spezifität konkretisiert.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
  • Parlamant.gv.at: Mediathek
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