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Berlin: Erstes homosexuelles Ehepaar in Deutschland – so geht es ihnen heute.


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Pionier-Paar: "Gehen selbstbewusster Hand in Hand durch die Straße"

Von dpa
Aktualisiert am 29.09.2022Lesedauer: 2 Min.
Bodo Mende (l) und Karl Kreile (r) aus Berlin im Urlaub auf Sizilien. Sie waren eines der ersten homosexuellen Paare, die die damals neue "Ehe für alle" schlossen.
Bodo Mende (l) und Karl Kreile (r) aus Berlin im Urlaub auf Sizilien. Sie waren eines der ersten homosexuellen Paare, die die damals neue "Ehe für alle" schlossen. (Quelle: Britta Pedersen/Imago/Future Image/dpa)
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Vor einem großen Medienaufgebot gaben sie sich 2017 das "Ja-Wort". So geht es eines der ersten homosexuellen Ehepaare in Deutschland fünf Jahre später.

Sie sind fast genau fünf Jahre verheiratet, seit Jahrzehnten zusammen und noch immer glücklich: Als eines der ersten homosexuellen Ehepaare in Deutschland haben sich Bodo Mende und Karl Kreile am 1. Oktober 2017 in Berlin das Jawort gegeben. Aktuell genießen die beiden ehemaligen Landesbeamten ihr Leben im Ruhestand und machen Urlaub in Sizilien. "Unseren Hochzeitstag werden wir in Palermo verbringen. Wir werden sicherlich schön essen gehen und den Tag genießen", sagt Bodo Mende der Deutschen Presse-Agentur.

Vor der Hochzeit waren die beiden bereits 38 Jahre lang ein Paar und führten bereits seit 2002 eine eingetragene Lebenspartnerschaft. "Im praktischen Leben hat sich daher durch die Hochzeit nicht viel verändert", erzählt Mende (65). "Aber die Selbstverständlichkeit, mit der wir als Ehepaar akzeptiert werden, ist nun eine größere als vorher", sagt der Berliner. So stutze niemand mehr, wenn einer der beiden etwa bei einer Hotelbuchung von "seinem Mann" spreche. "Da ist keiner mehr irritiert."

Rückblick ins Jahr 2017 (Archivbild): Die beiden sind bundesweit als erstes homosexuelles Paar getraut worden.
Rückblick ins Jahr 2017 (Archivbild): Die beiden sind bundesweit als erstes homosexuelles Paar getraut worden. (Quelle: Juergen Blume/imago images)

Das heiße aber nicht, dass damit alles schon getan sei. Nach wie vor gebe es Homo- und Transfeindlichkeit, die noch befeuert werde durch fundamentalistische religiöse Kräfte. "Daher brauchen wir unbedingt eine Ergänzung von Artikel 3 des Grundgesetzes, um den Schutz der sexuellen Identität als Grundrecht zu verankern", ergänzt Karl Kreile (64). Die Ehe für alle nannte Mende 2017 "juristisch gesehen einen Meilenstein". Es gebe nun keine Ehen erster und zweiter Klasse mehr. "Wir gehen jetzt selbstbewusster Hand in Hand durch die Straßen."

Bundestag und Bundesrat hatten die Ehe für alle vor fünf Jahren, kurz vor der Sommerpause 2017, beschlossen, also die rechtliche Gleichstellung homosexueller mit heterosexuellen Partnerschaften, einschließlich des uneingeschränkten Adoptionsrechts. Seit dem 1. Oktober 2017 können gleichgeschlechtliche Paare heiraten. Seit damals sind in Deutschland mehr als 65.000 gleichgeschlechtliche Ehen geschlossen worden, teilte das Statistische Bundesamt im Juli in Wiesbaden mit.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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