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RBB-Skandal: Privat Mails an Schlesinger – neue Vetternwirtschaft-Vorwürfe


Private Mails an Schlesinger
Neuer Verdacht auf Vetternwirtschaft beim RBB

Von t-online, ads

Aktualisiert am 31.10.2022Lesedauer: 3 Min.
Schulte-Kellinghaus/Jarasch/Schlesinger (Archivbild): Vorwürfe gegen Schlesinger hatten den RBB-Skandal losgetreten.Vergrößern des BildesSchulte-Kellinghaus/Jarasch/Schlesinger (Archivbild): Vorwürfe gegen Schlesinger hatten den RBB-Skandal losgetreten. (Quelle: Metodi Popow/Future Image/Michael Handelmann/imago-images-bilder)
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Interne E-Mails bringen den RBB aufs Neue ins Wanken: Grund ist eine besondere Personalie – die wohl an den offiziellen Wegen vorbeigeschleust werden sollte.

Ex-RBB-Intendantin Patricia Schlesinger und Programmdirektor Jan Schulte-Kellinghaus sehen sich neuen Vorwürfen der Vetternwirtschaft ausgesetzt. Wie der "Spiegel" unter Berufung auf interne Dokumente berichtet, hatten die beiden versucht, eine Personalie unter der Hand neu zu besetzen: mit dem Ehemann von Berlins Umweltsenatorin, Bettina Jarasch (Grüne).

In einer privaten E-Mail hatte sich Schulte-Kellinghaus dem Bericht zufolge Anfang Juli an Schlesinger gewandt. Dabei ging es demnach darum, den RBB-Programmchef Jens Riehle abzusetzen und den Posten Oliver Jarasch zuzuschustern.

Er leitet seit rund vier Jahren die Abteilung "Aktuelle Magazine" des rbb. Normalerweise werden insbesondere hohe Positionen ausgeschrieben: Das sorgt dafür, dass sie fair unter Berücksichtigung aller Interessenten besetzt werden. Das wollte man hier jedoch offenbar vermeiden.

Weil Schulte-Kellinghaus nicht mehr mit Riehle zusammenarbeiten wollte, habe er sich um eine "gesichtswahrende Lösung" bemüht, heißt es in dem Bericht. Das hätte bedeutet: Riehle darf nur noch auf dem Papier Abteilungsleiter sein, während Jarasch über einen neuen Posten eigentlich die Geschäfte leiten würde.

Private E-Mails: RBB äußert sich nicht

Um eine Ausschreibung zu umgehen, hätte Jarasch kommissarisch eingesetzt und später über ein reguläres Verfahren besetzt werden sollen – bei dem er jedoch sicher als Sieger hervorgehen würde. Die Arbeit Jaraschs beim RBB ist bereits in der Vergangenheit kritisch beäugt worden: wegen der Position seiner Ehefrau Bettina Jarasch (Bündnis 90/Die Grünen), die zuletzt für das Amt als Regierende Berliner Bürgermeisterin kandidiert hatte und die heute Senatorin für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz ist.

Der öffentlich-rechtliche Sender hatte daraufhin angegeben, dass Jarasch keine inhaltliche Verantwortung trage, heißt es im "Spiegel"-Bericht. Für ihn soll demnach sogar nach einer neuen Position gesucht worden sein – wenn es wegen der möglichen Neuwahlen in Berlin zum Wahlkampf kommen sollte. Zu dem jetzigen Vorfall äußert sich der RBB nicht, weil es sich demnach nicht um RBB-Kommunikation handelt.

Gegenüber dem RBB verteidigte sich Schulte-Kellinghaus am Samstagabend: Bei der E-Mail habe es sich nur um eine "rohe Gedankenidee" gehandelt. Der ARD-Vorsitz sei stark belastet gewesen, außerdem sei die Reichweite des Senders ins Wanken geraten. Die Idee sei dazu gedacht gewesen, die Belastung auf mehrere Schultern zu verteilen.

Schulte-Kellinghaus reagiert: Grundidee "nicht falsch"

Jens Riehle habe mit Schulte-Kellinghaus gemeinsam den Vorstand organisieren sollen, während Jarasch die neu geschaffene Abteilung übernehmen sollte. Er habe die Idee schlussendlich in Absprache mit der RBB-Frauenbeauftragten verworfen und doch eine Ausschreibung vorbereitet. Zu ihr kam es jedoch aufgrund des Weggangs von Patricia Schlesinger nicht mehr.

Auch den Vorwurf im Zusammenhang mit Jaraschs Frau und Umweltsenatorin Bettina Jarasch will Schulte-Kellinghaus entkräften: Jarasch hätte demnach auch in der neuen Position niemals Programminhalte verantwortet – diese wären über Chefredakteur David Biesinger und ihn selbst gelaufen, so der Programmdirektor.

Wie die Mail an den "Spiegel" gelangt sein könnte, ist unklar: Schulte-Kellinghaus gibt an, sie privat nur an zwei Personen geschickt zu haben. Zwar halte er die Grundidee weiterhin für "nicht falsch", gibt jedoch zu: "Ich hätte es nicht aufschreiben dürfen – und vor allem nicht von meinem Privataccount schicken sollen."

Der RBB wird seit Monaten von Vorwürfen der Vetternwirtschaft erschüttert. Im Zentrum steht neben der fristlos entlassenen Intendantin Patricia Schlesinger auch der zurückgetretene Senderchefkontrolleur Wolf-Dieter Wolf. (Mehr dazu lesen Sie hier.) Beide bestreiten die Vorwürfe. Ermittlungen laufen gegen Schlesinger, ihren Ehemann und Wolf. Sie wurden inzwischen auf den Verwaltungsdirektor und die Juristische Direktorin ausgeweitet. Bis zu den Ergebnissen gilt die Unschuldsvermutung.

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