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Leichtathletiktrainer missbrauchte Minderjährige: Bewährungsstrafe


Leichtathletiktrainer wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt

Von Yannick von Eisenhart Rothe

Aktualisiert am 17.11.2022Lesedauer: 2 Min.
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Der Angeklagte mit seinen Anwälten.
Der Angeklagte mit seinen Anwälten: Die Richterin sprach ein Berufsverbot aus.
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Die Leichtathletikwelt wird von einem Missbrauchsskandal erschüttert. Ein Trainer hat über Jahre Athletinnen mehrfach missbraucht. Er gestand die Taten.

Ein Berliner Leichtathletiktrainer hat vor Gericht gestanden, mehrere Athletinnen sexuell missbraucht und belästigt zu haben. Das Amtsgericht Tiergarten verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Außerdem verhängte die Richterin ein dreijähriges Berufsverbot gegen den Trainer. In dieser Zeit darf er keine Frauen unter 30 Jahren betreuen.

Der Trainer ist in der Leichtathletikwelt kein Unbekannter: Er hat mehrere Athletinnen trainiert, die an Deutschen Meisterschaften und Europameisterschaften teilnahmen. Laut seiner Webseite betreute er auch Athleten, die bei den Olympischen Spielen antraten, und arbeitete als Betreuer des Deutschen Leichtathletik-Nationalteams.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband DLV teilte auf t-online-Anfrage mit, dass der Trainer in den vergangenen zehn Jahren "in keinem Falle" als offizieller Betreuer einer deutschen Leichtathletik-Nationalmannschaft zum Einsatz gekommen sei. Weiter zurückliegende Daten würden derzeit geprüft.

Trainer hat Minderjährige heimlich gefilmt

Die Anklage gegen den Trainer lautete auf sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen, sexuelle Nötigung, Belästigung und den Besitz jugendpornografischer Inhalte. Die von der Staatsanwaltschaft vorgeworfenen Vorfälle ereigneten sich zwischen 2016 und 2021. Immer wieder habe der Angeklagte angeblich sportlich notwendige Massagen als Vorwand benutzt, um über die Jahre insgesamt drei seiner Schützlinge sexuell zu bedrängen.

Einer jungen Frau habe er etwa bei einer Massage unvermittelt die Unterhose heruntergezogen und sie im Intimbereich massiert sowie ihr ans Gesäß gefasst. Eine andere Athletin, die zum Tatzeitpunkt 17 Jahre alt war, habe der Trainer bei Massagen aufgefordert, sich komplett zu entkleiden und sie dann im Intimbereich berührt. In einem Fall habe er außerdem mit einer versteckten Kamera heimlich gefilmt, wie er die 17-Jährige massierte.

"Das gesamte Vorgehen spricht für hohe kriminelle Energie"

In Absprache mit seinem Verteidiger stimmte der Angeklagte einer Abmachung mit der Richterin, dem Staatsanwalt und einer Anwältin der Nebenklage zu. Er gestand die Taten und erhielt dafür eine Bewährungsstrafe. Damit ersparte er den drei Opfern die Aussage vor Gericht, was sich strafmildernd auswirkte. Der Angeklagte habe seine Stellung als Trainer bewusst ausgenutzt, sagte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer. "Das gesamte Vorgehen spricht für hohe kriminelle Energie."

In ihrer Urteilsbegründung wandte die Richterin sich noch einmal ausführlich an den verurteilten Trainer. Mit seinem Geständnis habe er nicht nur seinen Opfern, sondern vor allem sich selbst einen Gefallen getan. "Wenn wir das hier durchverhandelt hätten, wäre die Strafe sicherlich nicht geringer ausgefallen", sagte sie. Er habe als Trainer ein "Abhängigkeits-, Nähe- und Manipulationsverhältnis" zu seinen Athletinnen aufgebaut.

Die Richterin erlaubte sich auch noch einen Seitenhieb an die Sportvereine, bei denen der Trainer angestellt war. Beim Blick in die Ermittlungsakten komme es einem vor, als hätten die Vereine "wie die eine oder andere Kirche agiert. Wenn das Schäfchen weg ist, kann man den erfolgreichen Trainer wieder anstellen."

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Verwendete Quellen
  • Reporter vor Ort
  • Eigene Recherche
  • Anfrage an den Deutschen Leichtathletik-Verband
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