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Corona-Entwicklungin Berlin-Neukölln: Vorbote für ganz Deutschland?

Hohe Zahl an Neuinfektionen  

Amtsarzt schlägt Alarm: Neukölln könnte bald überall sein

15.10.2020, 13:06 Uhr | dpa

Corona-Entwicklungin Berlin-Neukölln: Vorbote für ganz Deutschland?. Ein Mann lässt vor einer Arztpraxis in Berlin-Neukölln einen Abstrich für einen PCR-Test nehmen: Der Bezirk führt mit 153 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den letzten sieben Tagen die Liste der Corona-Hotspots in Deutschland an. (Quelle: dpa/Kay Nietfeld)

Ein Mann lässt vor einer Arztpraxis in Berlin-Neukölln einen Abstrich für einen PCR-Test nehmen: Der Bezirk führt mit 153 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den letzten sieben Tagen die Liste der Corona-Hotspots in Deutschland an. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa)

Berlin-Neukölln führt die Liste der Corona-Hotspots bundesweit an. Nun meldet sich der Amtsarzt des Bezirks zu Wort und mahnt: Die Situation könne ein Vorbote für viele deutsche Großstädte sein.

Es ist der größte Corona-Hotspot bundesweit: Berlin-Neukölln. Der Amtsarzt befürchtet eine Entwicklung wie in seinem Bezirk auch in anderen Metropolen. "Was wir jetzt schon in Neukölln erleben, sind nur die Vorboten von dem, was wir wahrscheinlich in allen Metropolen des Landes erleben werden. Neukölln ist der Sensor für das ganze Land", sagte Nicolai Savaskan dem "Tagesspiegel".

Er verglich die Situation in Neukölln mit einem Waldbrand: "Wir haben nicht mehr einen Brandherd, sondern multiple Glutnester – nicht Dutzende, sondern Hunderte." Bei 70 Prozent der Fälle sei der Infektionsherd nicht mehr zu finden. "Wir müssen davon ausgehen, dass wir seit Wochen ein asymptomatisches Infektionsgeschehen hatten, das im Verborgenen lief", sagte Savaskan. In seinem Bezirk sei aber durchaus sehr proaktiv getestet worden, weshalb man vielleicht auch ein klareres Bild der Lage habe.

Risikogruppen mit Schutzausrüstung in die Öffentlichkeit

Der Amtsarzt sprach sich für eine risikobasierte Pandemiebekämpfung aus – "im Sinne des Schutzes aller vulnerablen Gruppen". Das heiße, dass man empfehlen würde, "dass Risikogruppen gesondert den öffentlichen Raum betreten und mit Schutzausrüstung ausgestattet werden". Auch eine neue Informationskampagne hält er für nötig: "Alle neuen Maßnahmen werden nur so erfolgreich sein, wie sie auch verstanden und, wichtiger noch, akzeptiert werden." Im Bezirk fange man teilweise bei Beratungen wieder bei Null an, weil etwa Quarantäne-Regeln nicht bekannt seien.

Nach Daten des Robert Koch-Instituts (Stand: 15.10.) wurden in Neukölln in den vergangenen sieben Tagen 153,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner erfasst. Die als kritisch definierte Schwelle liegt bei 50. Im Vergleich mit Corona-Hotspots im ganzen Bundesgebiet ist Neukölln damit führend.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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