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Berlin: Baby zu Tode geschüttelt – fünf Jahre Haft für Vater

"Zornig und auch hilflos"  

Baby zu Tode geschüttelt – Haft für Vater

11.11.2020, 15:21 Uhr | dpa

Berlin: Baby zu Tode geschüttelt – fünf Jahre Haft für Vater. Blick auf die Handschellen eines Justizbeamten im Landgericht (Symbolbild): Ein 22-Jähriger muss in Haft, weil er seinen jungen Sohn zu Tode geschüttelt hat. (Quelle: dpa/ Friso Gentsch)

Blick auf die Handschellen eines Justizbeamten im Landgericht (Symbolbild): Ein 22-Jähriger muss in Haft, weil er seinen jungen Sohn zu Tode geschüttelt hat. (Quelle: Friso Gentsch/dpa)

Ein junger Mann hat seinem sechs Monate alten Sohn in Berlin schwerste Kopfverletzungen zugefügt. Der Säugling starb. Nun muss der 22-Jährige deswegen ins Gefängnis.

Nach dem gewaltsamen Tod seines sechs Monate alten Sohnes ist ein 22-Jähriger zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Berliner Landgericht sprach den Mann am Mittwoch der Körperverletzung mit Todesfolge schuldig. 

Als das Baby schrie und sich nicht beruhigen ließ, sei der Angeklagte "zornig und auch hilflos" geworden. Er habe das Kind mit beiden Händen am Oberkörper gepackt, mehrfach geschüttelt und dem Baby dadurch schwerste Kopfverletzungen zugefügt, hieß es weiter im Urteil. Der Vater, der bis dahin liebevoll mit dem Jungen umgegangen sei, habe aus Sicht des Gerichts nicht mit Tötungsvorsatz gehandelt.

"Er hat seinen Sohn geliebt"

Der 22-jährige Deutsche hatte die Mutter des Kindes in einer Kriseneinrichtung in Berlin-Staaken besucht, als es Anfang Januar 2020 zu den tödlichen Verletzungen gekommen war. Während die Mutter ein Erkältungsbad genommen habe, sei der Angeklagte allein mit dem Baby im Zimmer gewesen, sagte der Vorsitzende Richter. "Er sollte das Kind füttern." Als der Junge schrie, habe sich der Vater "nicht beherrschen können". In dem Moment habe für den Angeklagten eine Überforderungssituation vorgelegen. Er habe aber nicht billigend in Kauf genommen, dass der Sohn sterben könnte. "Er hat seinen Sohn geliebt und ihm nichts Schlechtes gewünscht."

Angeklagter weinte

Als das Kind nicht mehr atmete, sei der Angeklagte entsetzt und weinend aus dem Zimmer gelaufen, um Hilfe zu alarmieren, hieß es weiter im Urteil. Gegenüber einem Rettungssanitäter habe der 22-Jährige erklärt, er habe den Jungen geschüttelt, weil er beim Füttern gebockt habe. Im Prozess hüllte sich der zuletzt als Bauhelfer tätige Angeklagte in Schweigen.

Die Staatsanwältin hatte auf vier Jahre Gefängnis wegen Totschlags plädiert. Der Verteidiger sprach sich für einen Schuldspruch wegen fahrlässiger Tötung aus. Einen konkreten Antrag stellte er nicht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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