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"Deutsche Wohnen & Co. enteignen": Berliner Grüne stimmen zu

Volksbegehren zugestimmt  

Berliner Grüne für Enteignungen von Wohnungskonzernen

21.03.2021, 11:26 Uhr | dpa

"Deutsche Wohnen & Co. enteignen": Berliner Grüne stimmen zu. Protestler machen mit Schriftzügen auf das Volksbegehren "Deutsche Wohnen & Co. enteignen" aufmerksam (Archivbild): Die Berliner Grünen stimmten auf einem Parteitag grundsätzlich für Enteignungen. (Quelle: imago images/snapshot)

Protestler machen mit Schriftzügen auf das Volksbegehren "Deutsche Wohnen & Co. enteignen" aufmerksam (Archivbild): Die Berliner Grünen stimmten auf einem Parteitag grundsätzlich für Enteignungen. (Quelle: snapshot/imago images)

Die Berliner Grünen stellen sich hinter ein Volksbegehren, das große Wohnungskonzerne enteignen will. Damit sollen überteuerte Mieten verhindert werden. Denn "Eigentum verpflichte", sagen die Grünen.

Die Berliner Grünen können sich die Enteignung von Wohnungskonzernen vorstellen, um bezahlbare Mieten zu sichern und das Recht auf Wohnen für alle durchzusetzen. Auf einem Parteitag am Samstag stellten sich die Delegierten mit breiter Mehrheit hinter das Ziel eines seit Februar laufenden entsprechenden Volksbegehrens.

Gleichzeitig machten sie in dem Beschluss zum Grünen-Programm für die Abgeordnetenhauswahl am 26. September deutlich, dass "qualitative Kriterien" zur Frage erarbeitet werden müssten, welche Unternehmen für eine Enteignung in Frage kommen. "Die Diskussion um rein quantitative Obergrenzen sehen wir kritisch", hieß es.

Bettina Jarasch, frühere Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen in Berlin (Archivbild): Die Grünen können es sich vorstellen, große Konzerne zu enteignen, um günstige Mieten zu erhalten. (Quelle: dpa/Riedl)Bettina Jarasch, frühere Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen in Berlin (Archivbild): Die Grünen können es sich vorstellen, große Konzerne zu enteignen, um günstige Mieten zu erhalten. (Quelle: Riedl/dpa)

Ein Bündnis von Mieterinitiativen will Immobilienunternehmen mit mehr als 3.000 Wohnungen "vergesellschaften", also gegen eine Milliardenentschädigung per Landesgesetz enteignen. So soll der Anstieg der Mieten gestoppt werden. Das Bündnis startete dazu am 26. Februar eine Unterschriftensammlung für ein Volksbegehren, das in einen Volksentscheid münden könnte. Dieser würde parallel zur Wahl des Abgeordnetenhauses stattfinden.

Dem im Grundgesetz festgeschriebenen Leitsatz "Eigentum verpflichtet" müsse auch im Bereich Wohnen und Boden Geltung verschafft werden, heißt es nun im Grünen-Wahlprogramm. Zentral dabei sei, Mieter zu schützen, Spekulationen Einhalt zu gebieten und den Anteil des gemeinwohlorientierten Wohnungsbestands auf 50 Prozent zu erhöhen.

Konflikt innerhalb der Koalition

"Wir würden uns wünschen, dass die Umstände uns nicht zwingen, die Vergesellschaftung als letztes Mittel anzuwenden, um den verfassungsmäßigen Auftrag erfüllen zu können", so die Grünen. "Wenn Wohnungsunternehmen sich jedoch weigern, ihrer sozialen Verantwortung nachzukommen, wird die öffentliche Hand, auch durch ein Volksbegehren gestützt, die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt mit diesem Schritt entschärfen."

Ein Graffito "DW enteignen" an der Brandmauer eines Wohnhauses in Berlin-Westend (Archivbild): Die Berliner Grünen wollen sich gegen überteuerte Mieten einsetzen. (Quelle: dpa/Skolimowska)Ein Graffito "DW enteignen" an der Brandmauer eines Wohnhauses in Berlin-Westend (Archivbild): Die Berliner Grünen wollen sich gegen überteuerte Mieten einsetzen.

Der Grünen-Beschluss offenbart einen Konflikt in dieser Frage innerhalb der rot-rot-grünen Koalition und könnte eine Belastung für mögliche Verhandlungen zur Fortsetzung des Bündnisses nach der Wahl sein. Die SPD ist strikt gegen Enteignungen. Die Linke ist hingegen dafür und unterstützt aktiv die Unterschriftensammlung.

In ihrem Wahlprogramm formulieren die Grünen ferner das Ziel, dass in Berlin 20.000 Wohnungen jährlich gebaut und so viele bestehende wie möglich vom Land angekauft werden. Der Mietendeckel solle 2025 nicht ersatzlos auslaufen, sondern auf Grundlage eines Miet- und Wohnungskatasters weiterentwickelt werden.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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