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Berlin: Vorgesetzte "Ming Vase" genannt - Kündigung

Rassismus im Kaufhaus  

Vorgesetzte "Ming Vase" genannt – Kündigung

18.05.2021, 10:50 Uhr | loe, t-online

Berlin: Vorgesetzte "Ming Vase" genannt - Kündigung. Justitia mit Waage: Das Amtsgericht Berlin hat in einem Rassismus-Fall entschieden. (Symbolbild) (Quelle: imago images/Jan Huebner)

Justitia mit Waage: Das Amtsgericht Berlin hat in einem Rassismus-Fall entschieden. (Symbolbild) (Quelle: Jan Huebner/imago images)

Eine Verkäuferin in Berlin hat ihre Vorgesetzte als eine "Ming Vase" bezeichnet. Nun hat das Amtsgericht darüber entschieden, ob die anschließende außerordentliche Kündigung rechtens war.

Ein klarer Fall von Rassismus: Eine Verkäuferin ist gekündigt worden, nachdem sie eine Vorgesetzte als "Ming Vase" bezeichnet hatte. Der Fall landete daraufhin vor dem Berliner Amtsgericht. Das entschied: Die außerordentliche Kündigung der Frau ist rechtens. Der Fall zeigt eine klare "Beleidigung und Ausgrenzung von Mitmenschen", so das Amtsgericht Berlin.

"Heute muss ich darauf achten, dass ich die ausgesuchten Artikel richtig abhake, sonst gibt es wieder Ärger mit der Ming Vase." Mit dieser Aussage begann die Situation, die die Verkäuferin letztendlich den Job kostete. Auf Nachfrage eines anwesenden Vorgesetzten erklärte sie, was gemeint war: "Na, Sie wissen schon, die Ming Vase" und zog die Augen mit den Fingern nach hinten, um eine asiatische Augenform zu imitieren.

"Herr Boateng" für schwarze Menschen

Im anschließenden Gespräch mit dem Arbeitgeber habe die Verkäuferin erklärt, eine Ming Vase stehe für sie für einen schönen und wertvollen Gegenstand. Das Imitieren der asiatischen Augenform sei erfolgt, um nicht "Schlitzauge" zu sagen, bei "schwarzen Menschen und Kunden" verwende sie den Begriff "Herr Boateng", weil sie diesen toll finde.

Für das Kaufhaus mit internationalem Publikum und auch das Gericht eindeutig ein Grund für eine außerordentliche Kündigung. Es liegt damit eine rassistische Äußerung und Herabwürdigung der Vorgesetzten vor. Es sei für ein Kaufhaus von internationalen Ruf auch nicht hinnehmbar, wenn eine Verkäuferin als Aushängeschild im täglichen Kontakt mit internationalem Publikum dieses wahlweise als "Ming Vase" oder "Herr Boateng" bezeichne, argumentiert das Gericht abschließend.

Verwendete Quellen:

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