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Berlin: Busfahrer blinkt nicht und tötet Radfahrerin – 4.000 Euro Strafe

"Es gab ein Poltern"  

Busfahrer fährt Radfahrerin tot – 4.000 Euro Strafe

27.05.2021, 17:30 Uhr | t-online, mtt

Berlin: Busfahrer blinkt nicht und tötet Radfahrerin – 4.000 Euro Strafe. Gedenken an getötete Fahradfahrerin Mehrere hundert Menschen gedenken mit einer Mahnwache der 37 jäh (Quelle: imago images/Christian Mang)

Menschen legen an einem sogenannten Geisterfahrrad in Berlin Blumen nieder (Archivbild): Sie gedenken damit getöteten Radfahrern. (Quelle: Christian Mang/imago images)

Ein 64-jähriger Busfahrer hat in Berlin eine junge Radfahrerin überfahren, ohne es zu merken. Zwei verhängnisvolle Fehler führten zu ihrem Tod. Jetzt wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt.

Radfahrerin Kim D. trug an ihrem Todestag signalfarbene Kleidung. Sie war auf dem Radweg unterwegs, hatte Vorfahrt und verlangsamte ihre Geschwindigkeit, als sie den Bus M265 vor sich sah. Trotzdem hatte sie keine Chance.

Ohne zu blinken bog der Bus plötzlich nach rechts ab. Ein Zeuge sah von seinem Sitzplatz aus zwei Hände, die gegen die Glastür stießen, dann, wie die 35-jährige Radfahrerin vom Bus umgestoßen wurde: "Es gab unter mir ein Poltern. Der Bus hob an", sagte er laut "B.Z.". Der Busfahrer merkte davon eigener Aussage zufolge nichts. Er hielt erst, als Fahrgäste "Stopp" riefen.

Busfahrer in psychotherapeutischer Behandlung

Vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten kamen am Mittwoch zwei fatale Fehler zur Sprache, die der 64-jährige Busfahrer am 20. Januar 2020 gemacht hatte: Erstens hatte er nicht geblinkt, somit blieb der Abbiegeassistent aus. Und zweitens schaute er, wie Videoaufzeichnungen belegen, auch nicht in den Rückspiegel.

Der Staatsanwalt sprach von einem "Augenblicksversagen". Der Busfahrer gab sich vor Gericht schwer gezeichnet, sagte: "Mein Versagen, meine Schuld. Das wird mich ein Leben lang begleiten." Er schäme sich, sei in psychotherapeutischer Behandlung und wegen Berufsunfähigkeit frühverrentet, berichtete der RBB.

Gericht kritisiert BVG-Assistenzsystem

Der Busfahrer wurde wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von 4.000 Euro verurteilt – 80 Tagessätze zu je 50 Euro. Im Urteil kritisierte das Gericht zudem das Assistenzsystem im Unfallbus. Dieses sei lediglich "eine zusätzliche Sichthilfe", aber kein vollwertiges Abbiegesystem. "Wenn hier investiert würde, ließen sich Unfälle vermeiden", befanden die Richter laut RBB.

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) erklärten dem Sender zufolge, dass mit neuen Bussen ein verbessertes System angeschafft würde. Per Warnlicht und Vibration im Sitz schlage es Alarm, wenn der Fahrer nicht blinkt und nicht in den Spiegel schaut. Bisher seien aber nur 170 von rund 1.500 BVG-Bussen damit ausgestattet.

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