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Schmerzhafte Erinnerung in Akademie der Künste

Berlin  

Schmerzhafte Erinnerung in Akademie der Künste

17.06.2021, 16:07 Uhr | dpa

Zu ihrem 325-jährigen Bestehen hat die Akademie der Künste in Berlin auch eines der schwierigen Kapitel der deutschen Vereinigung zu einem Teil der Ausstellung "Arbeit am Gedächtnis – Transforming Archives" gemacht. Regisseur und Akademie-Mitglied Thomas Heise thematisiert mit seiner Arbeit "Entfernte Verwandte" mit Werken von und Material zu Künstlern aus Ost und West ein Stück deutsch-deutscher Akademie-Geschichte. Es geht dabei etwa um die Frage, wer 1993 bei der Verbindung der Akademie der Künste zu Berlin (Ost) mit der Akademie der Künste in West-Berlin zur vereinigten Organisation dabei bleiben sollte - und konnte.

Mit der bis zum 19. September angesetzten Ausstellung hat die Akademie neue Kunst aus Archiven entstehen lassen. Künstlerinnen und Künstler setzen sich in 13 Auftragsarbeiten mit Vergangenem und dem Umgang der dazu gespeicherten oder archivierten Informationen mit gegenwärtigem Blickwinkel auseinander. Die Schau beleuchtet künstlerische Wege, sich mit Erinnerung und Gedächtnisspeichern zu befassen. Die großformatigen Rauminstallationen, Video- und Klang-Arbeiten stellen dabei das in welcher Form auch immer Aufbewahrte in neue Kontexte.

Die Schriftstellerin und Künstlerin Cemile Sahin hat dafür eine dreiteilige Videoarbeit installiert, in der sie drei kurdische Frauen beobachtet, die jährlich den Tod des diktatorisch regierenden irakischen Präsidenten feiern, der für Massaker an ihrem Volk verantwortlich war.

Die ebenfalls in Berlin lebende Künstlerin Candice Breitz hat 1001 alte Videokassetten in weiße Holzregale gestellt. Die Hüllen sind komplett mit schwarzer Acrylfarbe überzogen. Einen Hinweis auf die im Videomaterial enthaltenen Informationen gibt nur noch ein in weiß gehaltenes Wort aus dem Filmtitel.

"Wie und woran sich eine Gesellschaft erinnert, ist eine wichtige Basis des gesellschaftlichen Zusammenhalts", sagte Akademie-Präsidentin Jeanine Meerapfel am Donnerstag in Berlin. Es gehe auch darum, sich nicht in Selbstgewissheit zu wiegen. "Freiheit und demokratische Strukturen sind nichts Selbstverständliches und müssen immer wieder neu verteidigt werden", sagte Meerapfel. "Wir müssen in jeder möglichen Weise mit unserer Kunst und unseren Worten, mit unserer Haltung gegen Hasstiraden, gegen Verschwörungstheorien und antidemokratisches Denken vorgehen."

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