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Berlin: "Süße Ware, schneller Tod" – Kampagne gegen illegalen Welpenhandel startet

"Süße Ware, schneller Tod"  

Kampagne gegen illegalen Welpenhandel startet

21.07.2021, 10:30 Uhr | dpa

Berlin: "Süße Ware, schneller Tod" – Kampagne gegen illegalen Welpenhandel startet. Malinois-Hündin Lulu: Mitte März kam die kleine Hundedame ins Tierheim, nachdem sie offenbar ausgesetzt worden war. Lulu litt an Parvovirose, einer schlimmen Virusinfektion, die vor allem für junge, ungeimpfte Hunde gefährlich ist. Trotz aller Bemühungen der Tierärzte und -pfleger verstarb Lulu schließlich.   (Quelle: Tierheim Berlin)

Malinois-Hündin Lulu: Mitte März kam die kleine Hundedame ins Tierheim, nachdem sie offenbar ausgesetzt worden war. Lulu litt an Parvovirose, einer schlimmen Virusinfektion, die vor allem für junge, ungeimpfte Hunde gefährlich ist. Trotz aller Bemühungen der Tierärzte und -pfleger verstarb Lulu schließlich. (Quelle: Tierheim Berlin)

Der illegale Welpenhandel hat in der Corona-Pandemie einen Boom erlebt. Häufig sind die Fellnasen schwer krank und schlecht versorgt. Eine bundesweite Kampagne will nun auf ihr Schicksal aufmerksam machen. 

Mit Plakaten in der ganzen Stadt beteiligt sich der Berliner Tierschutzverein (TVB) an einer bundesweiten Kampagne gegen illegalen Welpenhandel. Laut Verein sollen bis zum Ende der Woche 1.000 Plakate geklebt werden. "Süße Ware, schneller Tod: Welpenhandel stoppen!" – so der Name der Kampagne.

Zwergspitz Hope wird medizinisch versorgt: Die kleine Hündin wurde für viel Geld im Ausland gekauft, war aber schon nach einem Tag todkrank. Dank des Einsatzes des Tierheims, konnte sie mit Mühe und Not überleben und unter dem Namen Kiwi ein neues Zuhause finden.  (Quelle: Tierheim Berlin)Zwergspitz Hope wird medizinisch versorgt: Die kleine Hündin wurde für viel Geld im Ausland gekauft, war aber schon nach einem Tag todkrank. Dank des Einsatzes des Tierheims, konnte sie mit Mühe und Not überleben und unter dem Namen Kiwi ein neues Zuhause finden. (Quelle: Tierheim Berlin)

Ziel sei es, die öffentliche Wahrnehmung für den immer weiter ausufernden tierquälerischen und betrügerischen Welpenhandel zu schärfen und Interessenten zu mehr Verantwortung beim Kauf ihrer Haustiere zu bewegen, hieß es.

Plakate zeigen Todesanzeigen von verstorbenen Tieren

"Allein in diesem Jahr haben wir schon über 80 Welpen aus illegalem Handel im Tierheim aufgenommen – etwa doppelt so viel wie 2020", sagte TVB-Sprecherin Annette Rost. "Wir versuchen die Tiere wieder aufzupäppeln, aber oft gelingt das nicht." Auf den Plakaten seien Todesanzeigen für einige der verstorbenen Tiere abgebildet.

Die Welpen aus illegalem Handel werden häufig zu früh von der Mutter getrennt, weder entwurmt noch mit wichtigen Impfungen versorgt und oft auch tierschutzwidrig transportiert und schlecht versorgt. Käufer merken das häufig erst, wenn die Tiere schwer erkranken.

"Wer in Berlin einen Welpen von einer nicht sachkundigen Person kauft, macht sich strafbar", warnt Eva Rönspieß, stellvertretende Vorsitzende des TVB. Es sei leider nicht nur die professionell organisierte Kriminalität, die hier enormes Tierleid verursache, sondern es seien auch die Käufer selbst.

Zahl der illegal gehandelten Hunde fast verdreifacht

Laut dem Deutschen Tierschutzbund hat die gestiegene Nachfrage nach Haustieren im Corona-Jahr 2020 das unerlaubte Geschäft mit den Vierbeinern massiv angekurbelt. "Die Zahl der illegal gehandelten Hunde hat sich im Vergleich zu 2019 fast verdreifacht", sagt Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund. 2021 scheine nicht besser zu werden. "Fast jeden Tag hat man das Gefühl, dass Tiere beschlagnahmt werden müssen."

Tausende Hundewelpen aller Rassen werden laut TVB auf Verkaufsplattformen wie Deine Tierwelt, Quoka, Ebay Kleinanzeigen im Internet inseriert. Sie stammen in der Regel aus Osteuropa.

Die bundesweite Kampagne wurde vom Hamburger Tierschutzverein initiiert. In Berlin wird sie auch von der Innenverwaltung und der Tierschutzbeauftragte Kathrin Herrmann unterstützt.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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