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Zahl der Privatinsolvenzen deutlich gestiegen

Von dpa
13.01.2022Lesedauer: 2 Min.
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Das Ersparte aufgebraucht, das Bankkonto ├╝berzogen, die unbezahlten Rechnungen stapeln sich - immer mehr Brandenburger sind ├╝berschuldet und geraten in die Privatinsolvenz. Nach einem R├╝ckgang ├╝ber mehr als zehn Jahre sind die Fallzahlen im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. In den ersten drei Quartalen wurden in Brandenburg laut Statistischem Bundesamt 2027 Privatinsolvenzverfahren er├Âffnet, nachdem eine au├čergerichtliche Einigung nicht zustande gekommen war. Das waren 41,4 Prozent mehr F├Ąlle als im gleichen Zeitraum 2020.

Die Insolvenz- und Schuldnerberatungen sprechen von einem teilweise alarmierenden Anstieg der Nachfragen von Ratsuchenden. "Die Kolleginnen und Kollegen in den Beratungsstellen arbeiten h├Ąufig an ihren Kapazit├Ątsgrenzen und dar├╝ber hinaus", berichtet Claudia Niemeyer, Referentin f├╝r Existenzsicherung im Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg. In einigen Beratungsstellen komme es regelm├Ą├čig zu Wartezeiten, manchmal bis zu vier Monaten.

Bei vielen Erwerbst├Ątigen seien die R├╝cklagen wegen coronabedingter Einkommensverluste aufgebraucht. "Die steigenden Lebenshaltungskosten versch├Ąrfen das Risiko einer Ver- und ├ťberschuldung nochmals, so dass wir mit einer weiteren Zunahme der Beratungen rechnen", sagt Niemeyer.

Auch in den Beratungsstellen des Deutschen Roten Kreuzes haben die Anfragen von Schuldnern sp├╝rbar zugenommen, wie Sprecherin Marie-Christin Lux berichtet. "In vielen F├Ąllen geht es um Miet- und Energieschulden. Zunehmend spielen auch nicht mehr bedienbare Kredite eine Rolle." Auch Forderungen aus Internetk├Ąufen h├Ątten zugenommen. Sehr starken Beratungsbedarf h├Ątten Menschen im Alter von 20 bis 39 Jahren, sagt Lux. "Viele beziehen Arbeitslosengeld II, sind selbstst├Ąndig, erhalten eine kleine Rente oder sind alleinerziehend."

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Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform f├╝hrte den Anstieg der vermehrten Privatinsolvenzen im ersten Halbjahr 2021 auf die Reform des Insolvenzrechts zur├╝ck, die zum 1. Januar 2021 in Kraft trat. Danach wird Schuldnern ihre Restschuld bereits nach drei statt wie bislang nach sechs Jahren erlassen. Viele Verbraucher hatten ihren Insolvenzantrag bis zum neuen Gesetz zur├╝ckgehalten. Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verb├Ąnde ├╝berwogen dann im weiteren Jahresverlauf aber die Folgen der Corona-Pandemie wie Kurzarbeit und Entlassungen.

Dies best├Ątigt auch Karola Bresching, Schuldner- und Insolvenzberaterin beim Betreuungsverein Eisenh├╝ttenstadt der Arbeiterwohlfahrt (AWO). "Viele Ratsuchende haben gar nicht gewusst, dass die Laufzeit der Restschuld verk├╝rzt worden ist", meint sie. Die Vizechefin des Betreuungsvereins erwartet ebenfalls, dass sich die Zunahme der Beratungsf├Ąlle fortsetzen wird.

Bereits Ende August 2021 hatte es in Brandenburg mehr er├Âffnete Privatinsolvenzverfahren gegeben, als im gesamten Jahr 2020. Dabei schneidet die Mark im Bundesvergleich noch relativ gut ab. Das Land hatte in den ersten drei Quartalen 2021 nach Sachsen-Anhalt (29,4 Prozent) den zweitniedrigsten Zuwachs. Bundesweit stiegen die Verfahren im Berichtszeitraum um rund 75 Prozent.

Um die Beratungsleistung auch k├╝nftig zu sichern, sieht Niemeyer die Kommunen, die f├╝r die Schuldnerberatung zust├Ąndig sind und das Land, das f├╝r die Insolvenzberatung verantwortlich ist, gleicherma├čen in der Pflicht. "Die Anhebung der Pauschalverg├╝tung f├╝r die Privatinsolvenzberatung 2019 war wichtig, muss aber dynamisch sein, zum Beispiel angepasst an die steigenden Lohnkosten, und nach nachvollziehbaren Kriterien weiterentwickelt werden." Dies gelte auch f├╝r die Verg├╝tung der Schuldnerberatung.

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