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EigentĂŒmerverband: Löhne schneller gestiegen als Mieten

Von dpa
25.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Wohnungen
Blick auf die Fassaden von WohnhÀusern. (Quelle: Nicolas Armer/dpa/Symbolbild/dpa-bilder)
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Aus Sicht des EigentĂŒmerverbands Haus & Grund hat sich die Mietsituation fĂŒr viele Menschen in den vergangenen Jahren entspannt. Weil die Bruttoeinkommen in den meisten StĂ€dten und Regionen deutlich stĂ€rker gestiegen seien als die Mieten, sei Wohnen bezahlbarer geworden, teilte der Verband am Dienstag in Berlin mit. Demnach seien die Löhne und GehĂ€lter zwischen 2015 und 2020 bundesweit im Durchschnitt um 11,3 Prozent auf 3435 Euro brutto pro Monat gestiegen. Die Bestands-Kaltmieten legten im selben Zeitraum demnach im Schnitt nur um 6 Prozent auf 7,23 Euro pro Quadratmeter zu.

Bei Neuvertragsmieten lag die Steigerung laut Haus & Grund mit 6,6 Prozent etwas höher. Hier kostete der Quadratmeter nach diesen Angaben 7,94 Euro kalt. Der Verband beruft sich bei den Bruttoeinkommen auf regionale Daten der Bundesagentur fĂŒr Arbeit. Bei den durchschnittlichen Mieten stĂŒtzt sich Haus & Grund auf den Mietspiegelindex des Beratungsunternehmens F+B. Die Mietpreise des Indexes beruhen auf Berechnungen auf Basis von Angebotsmieten.

Laut Haus & Grund lĂ€sst sich der Trend auch in den großen StĂ€dten beobachten. "Wohnen in den deutschen GroßstĂ€dten ist zwischen 2015 und 2020 fĂŒr alle mit Einkommen bezahlbarer geworden", sagte VerbandsprĂ€sident Kai Warnecke am Dienstag. "Der Bezahlbarkeitsmeister in Deutschland ist Berlin." Dort hĂ€tten sich insbesondere die Neuvertragsmieten in dem Zeitraum am schwĂ€chsten entwickelt. "Die Lohnentwicklung war hingegen am besten, die Bezahlbarkeit hat sich dort also am allermeisten gesteigert."

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Doch gerade zu dieser EinschĂ€tzung wird Widerspruch laut. Wenn es um die durchschnittliche Mieten- und Einkommensentwicklung in den sieben grĂ¶ĂŸten deutschen StĂ€dten gehe, stimme die EinschĂ€tzung des Verbands zwar, sagte Wohnungsmarktexperte Konstantin Kholodilin, vom Deutschen Institut fĂŒr Wirtschaftsforschung (DIW), auf Anfrage. "Allerdings in einzelnen StĂ€dten stimmen sie nicht. Zum Beispiel in Berlin und Stuttgart sind die Bestandsmieten zwischen 2015 und 2020 stĂ€rker als die Löhne gestiegen."

Das DIW fĂŒhrt den Unterschied auf eine andere Datenbasis zurĂŒck. Kholodilin stĂŒtzt sich laut eigener Aussage auf Mietdaten des Immobilienverbands Deutschland (IVD). "Allgemein scheint es, dass in den grĂ¶ĂŸten StĂ€dten die Mieten und Löhne mit ziemlich Ă€hnlichen Wachstumsraten steigen", sagte er.

Auch der Deutsche Mieterbund Ă€ußerte sich kritisch zu den Aussagen des EigentĂŒmerverbands. "Die durchschnittliche Lohnentwicklung in Deutschland der vergangenen Jahr sagt leider nichts dazu aus, wie stark ein Großteil der Mieterinnen und Mieter aktuell unter zu hohen Mieten leidet", teilte PrĂ€sident Lukas Siebenkotten auf Anfrage mit. "Menschen mit weniger prall gefĂŒlltem Geldbeutel haben nichts davon, wenn Gutverdiener mehr verdienen." Die Mieten seien fĂŒr viele Menschen nicht mehr bezahlbar, "denn sie steigen seit Jahren, sowohl im Bestand als auch im Neubau".

Auch Haus & Grund betont, dass trotz der vom Verband festgestellten Entwicklungen die Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt nach wie vor das Angebot ĂŒbersteige. "Und natĂŒrlich gibt es auch Menschen, die trotz dieser Einkommensentwicklung nicht haben mitmachen können", sagte Warnecke. Dazu zĂ€hlten insbesondere Single-Haushalte und Alleinerziehende. Der politische Fokus mĂŒsse sich deshalb Ă€ndern. Diese Personengruppen mĂŒssten stĂ€rker unterstĂŒtzt werden.

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