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Bonn: Deutsche Sozialarbeiterin in der Türkei von Terrorvorwurf freigesprochen

Ausreisesperre aufgehoben  

Deutsche Sozialarbeiterin in der Türkei freigesprochen

15.04.2021, 14:58 Uhr | dpa

Bonn: Deutsche Sozialarbeiterin in der Türkei von Terrorvorwurf freigesprochen. Die Statue Justitia ist mit einer Waage in der Hand zu sehen (Symbolbild): Die Bonner Sozialarbeiterin wurde freigesprochen. (Quelle: dpa/Peter Steffen)

Die Statue Justitia ist mit einer Waage in der Hand zu sehen (Symbolbild): Die Bonner Sozialarbeiterin wurde freigesprochen. (Quelle: Peter Steffen/dpa)

Die deutsch-türkische Bürgerin Yüksel Wessling wird seit eineinhalb Jahren in der Türkei festgehalten. Der Sozialarbeiterin drohten mehrere Jahre Haft, doch nun wurde sie freigesprochen.

Die Bonner Sozialarbeiterin Yüksel Wessling ist in der Türkei vom Vorwurf der Mitgliedschaft in einer Terrororganisation freigesprochen worden. Es gebe keine ausreichenden Beweise für die Anschuldigungen, entschied das Gericht in Istanbul am Donnerstag, wie Wesslings Anwalt, Emre Dogan, der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

Damit sei auch die Ausreisesperre gegen Wessling aufgehoben worden. Sie werde so bald wie möglich zu ihrer Familie nach Deutschland zurückkehren. "Ich bin sehr erleichtert", sagte ihr Ehemann Jürgen Wessling der dpa.

Bis zu sechs Jahre Haft gefordert

Wessling, die auch die türkische Staatsbürgerschaft besitzt, war im Oktober 2019 an der Ausreise aus der Türkei gehindert worden und durfte das Land seitdem nicht mehr verlassen.

Ihr war unter anderem vorgeworfen worden, Vorstandsmitglied des lokalen Vereins "Demokratisches Gesellschaftszentrum der Kurdinnen und Kurden in Hannover" (NAV-DEM Hannover) gewesen zu sein. Dem Verfassungsschutz zufolge fungierte er lange als Dachverband der PKK-nahen Vereine in Deutschland.

Das Gericht in Istanbul sah für den Vorwurf keine Beweise. Die Staatsanwaltschaft hatte bis zu sechs Jahre und drei Monate Haft gefordert.

61 Deutsche in türkischer Haft

Im Jahr 2017 hatte die Inhaftierung deutscher Staatsbürger die Beziehungen zwischen Berlin und Ankara schwer belastet. Aktuell befinden sich nach Angaben des Auswärtigen Amts insgesamt 61 deutsche Staatsangehörige in türkischer Haft.

Die Strafvorwürfe beziehen sich demnach in 15 Fällen auf terroristische Straftaten. Zudem seien aktuell 63 Fälle von Deutschen bekannt, die aufgrund von Ausreisesperren die Türkei nicht verlassen können. Zurzeit werden unter anderem die Kölnerin Gönül Örs und ihre Mutter Hozan Cane (Künstlername) in der Türkei festgehalten.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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