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AWI Bremerhaven: Beliebter Speisefisch bedroht – Preisschock erwartet


Beliebter Speisefisch könnte deutlich teurer werden


Aktualisiert am 30.11.2023Lesedauer: 2 Min.
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Fisch auf einem Grill (Symbolfoto): Die Ergebnisse des Forscherteams zeigen demnach, "dass dringend gehandelt werden muss". (Quelle: IMAGO/Filippo Carlot/imago)

Die Deutschen lieben Fisch. Doch die Bestände schrumpfen rasant. Insbesondere die Bestände einer Art sind mittlerweile besonders gefährdet.

Fettarm, weich und einfach in der Zubereitung: Dorsch gilt als einer der beliebtesten Fischarten der Welt, auch die Deutschen schwören auf das nährstoffreiche Fleisch. Doch die Bestände gehen zurück – rapide zurück. Das haben nun unter anderem Forscher des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven herausgefunden. Sie kommen in ihrer Studie zu "einigen klaren Ergebnissen". Und die verheißen nichts Gutes.

Die Forscher haben sich im Rahmen ihrer Untersuchung wissenschaftliche Arbeiten der vergangenen Jahrzehnte angeschaut und dabei den Polardorsch in den Fokus genommen. 395 wissenschaftliche Artikel von 1954 bis heute hätte das Konsortium analysiert, beteiligt waren insgesamt 43 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus 26 Instituten, heißt es in einer Mitteilung des AWI.

Weniger Lebensraum, größere Gefahr durch Räuber

Der Polardorsch sei die am häufigsten vorkommende Fischart im Arktischen Ozean und nehme gerade deshalb eine besondere Rolle ein: Er sei nicht nur für zahlreiche Meeressäuger, wie Belugas, Narwale und Ringelrobben Nahrungsquelle Nummer eins. Auch für die Selbstversorgung der Inuit in Kanada und Grönland sei er essenziell.

Die Ergebnisse des Forscherteams zeigen demnach, "dass dringend gehandelt werden muss, um die Auswirkungen des Klimawandels auf die arktischen Polardorschbestände abzuschwächen". Der Rückgang gefährde das gesamte "empfindliche Gleichgewicht des gesamten arktischen Ökosystems", betonten die Forscher zudem.

Ursachen vielfältig, Auswirkungen "erheblich"

Ursachen des Rückgangs seien der Studie zufolge der Verlust des Lebensraumes durch steigende Temperaturen und das damit einhergehende Schrumpfen des Meereises. Dieses diene insbesondere den Eiern, Larven und schließlich den Jungfischen als Schutz vor Räubern. Umgekehrt fänden die Jungtiere unter dem Eis besonders viel Nahrung, um sich entwickeln zu können. Der Meereisrückgang habe deshalb nicht nur künftig, sondern schon jetzt "erhebliche Auswirkungen auf den Polardorsch".

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch das Institut für Ostseefischerei: Die Laicherbiomasse des Nordost-Arktischen Kabeljau nehme weiter ab, während der Fischereidruck seit vielen Jahren steige. "Die aus der Vorhersage für Laicherbiomasse und Fischereidruck errechnete Fangempfehlung für 2024 fällt daher erheblich geringer aus", so das Fazit der Forscher.

Zur Erklärung: Dorsch ist der Name für Kabeljau, der aus der Ostsee stammt. Bei Laicherbiomasse handelt es sich um die Zahl der geschlechtsreifen Tiere, der Laicher, von denen abhängt, wie viel Nachwuchs produziert wird.

Verbraucher müssen mit Preisanstieg rechnen

Dorsch beziehungsweise Kabeljau gehört zu den beliebtesten Fischarten weltweit und ist wichtiger Bestandteil der Fischindustrie. Das Fleisch wird besonders geschätzt, weil es vielfältig einsetzbar ist. Es gilt als fettarm und nährstoffreich.

Zurzeit liegt der Preis für ein Kilo Dorsch bei etwa neun Euro, für ein Frischfilet müssen Verbraucher rund 16 Euro auf den Tisch legen. Aufgrund des immer knapper werdenden Angebots und strikteren Fanggesetzen werde der Preis steigen, prognostizieren Experten. Verschiedenen Berechnungen zufolge könnte der Preis um 20 bis 30 Prozent steigen. Dann würde das Kilo Frischfisch bereits bei etwa 11,25 Euro liegen, bei Frischfilet sogar bei 20 Euro.

Verwendete Quellen
  • awi.de: "Klimawandel bedroht Polardorschbestände in der Arktis" (deutsch, Stand: 09.08.2023)
  • simfisch.de: "Dorsch: Alles über den Fisch" (deutsch, Stand: 28.08.2023)
  • fischbestaende-online.de: "Nordost-Arktischer Kabeljau" (deutsch, Stand: 28.08.2023)
  • ndr.de: "Schöne, tote Ostsee: Das Dorschsterben und die Folgen" (deutsch)
  • geomar.de: "Kieler Forscherinnen und Forscher warnen vor Zusammenbruch des Dorschbestandes in der westlichen Ostsee" (deutsch, Stand 6.12.2006)
  • fischmagazin.de: "Kabeljau: Quotenkürzung wird den Markt verändern" (deutsch, Stand: 18.07.2023)
  • Eigene Recherche
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