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Verbot für das Nordseekrabben-Brötchen? Das plant die EU


Droht dem Krabbenbrötchen das endgültige Aus?


Aktualisiert am 27.11.2023Lesedauer: 2 Min.
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Krabbenbrötchen im Hafen von Büsum: Künftig könnte der Snack sehr teuer werden. Oder ganz verschwinden. (Quelle: IMAGO/Zoonar.com/Axel Bueckert)

Die EU will Grundschleppnetze in Meeresschutzgebieten verbieten. Das könnte das Ende der Krabbenfischerei bedeuten.

Nordseekrabben, früher Arme-Leute-Speise, ist längst zum Luxusgut geworden. Für ein belegtes Brötchen zahlt man inzwischen rund sieben Euro, berichtete der "Büsum Ratgeber" im Juli 2023. Künftig könnte der Snack deutlich teurer werden. Oder sogar ganz verschwinden.

Die EU will das Fischen mit Grundschleppnetzen in Meeresschutzgebieten verbieten. Damit stünde auch die Krabbenfischerei vor dem Aus. Denn mit dieser Methode werden die kleinen Tiere von Meeresboden abgefischt – und das im Schutzgebiet des Wattenmeeres. Laut einer WWF-Studie aus dem Jahre 2016 werden fast 70 Prozent der Krabben innerhalb der drei Nationalparks Wattenmeer gefischt.

Konkret hatte die EU-Kommission im Februar 2023 einen Aktionsplan vorgelegt. Darin werden die Mitgliedstaaten aufgefordert, die Fischerei mit Grundschleppnetzen in Natura-2000-Gebieten, zu denen auch das Wattenmeer gehört, bis Ende März 2024 und in allen Meeresschutzgebieten der EU bis spätestens 2030, zu verbieten. Die Zeit drängt also.

EU weicht eigene Vorgaben auf

Die Kritik fiel harsch aus: Fischer protestierten und die Regional- und Landespolitik sprach sich deutlich gegen ein generelles Verbot aus. Die EU zeigte sich daraufhin versöhnlich. "Entgegen vielen Gerüchten plant die Europäische Kommission für März 2024 kein pauschales Verbot von Grundschleppnetzen in Meeresschutzgebieten", beschwichtigt der EU-Kommissar für Umwelt, Meere und Fischerei, Virginijus Sinkevicius, in einem Schreiben vom 3. April 2023. Er wisse, dass die "Krabbenfischerei eine wichtige Rolle für die Kultur des Nordens und den regionalen Tourismus in unseren Küstenregionen spielt." Und schiebt nach, dass es Tatsache sei, dass derzeit rund 79 Prozent des Meeresbodens vor den Küsten in der EU als beschädigt gelte.

Dass die Fischerei also nach 2024 oder spätestens ab 2030 so weitermachen kann wie bisher, scheint ausgeschlossen. Auch wenn die EU den eigenen Zeitplan aufweicht. "Dann kommt das scheibchenweise in der Zeit danach", sagt der Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft der Deutschen Krabbenfischerei, Dirk Sander, zur "Nordwest Zeitung".

Doch nicht nur die EU bedroht die Krabbenfischer. Aktuell seien die Netze der Fischer leer. Um noch genügend Krabben zu fischen, müssten sie weiter rausfahren. Gleichzeitig seien die Erzeugerpreise für Krabben bei derzeit 6,50 Euro pro Kilogramm eingefroren, berichtet die "Nordwest Zeitung". Allerdings können die Fischer schlechte Fänge nicht einfach ausgleichen. "Wir dürfen nur 72 Stunden pro Woche rausfahren, aber das ist inklusive der Anfahrt in die Fanggebiete", erklärt Kapitän Fritz Dirks aus Neuharlingersiel der Zeitung. Jede Kutterfahrt sei ein Minusgeschäft.

Verwendete Quellen
  • buesum-ratgeber.de: Krabbenpreise 2023 in Büsum (Stand 6. September 2023)
  • Schreiben des EU-Kommissars für Umwelt, Meere und Fischerei Virginijus Sinkevicius, 3. April 2023
  • Mitteilung der EU-Kommisson zum EU-Aktionsplan: Schutz und Wiederherstellung von Meeresökosystemen für eine nachhaltige und widerstandsfähige Fischerei, 21. Februar 2023
  • nwzonline.de: Warum Ostfrieslands Krabbenfischer weiter skeptisch sind
  • nwzonline.de: Fischernetze bleiben leer – Krabbenbrötchen müssten eigentlich zwölf Euro kosten
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