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Bremen: Darum kosten die Toiletten am Hauptbahnhof eine halbe Million Euro


Kann man da reingucken? Bremer sind irritiert von neuen Toiletten am Hbf

Von t-online, MAS

28.09.2023Lesedauer: 2 Min.
Die Senatorin Kathrin Moosdorf zusammen mit der Vorständin der Bremer Stadtreinigung, Daniela Enslein, vor einer der beiden neuen Toilettenanlagen auf dem Bahnhofsvorplatz.Vergrößern des BildesDie Senatorin Kathrin Moosdorf zusammen mit der Vorständin der Bremer Stadtreinigung, Daniela Enslein, vor einer der beiden neuen Toilettenanlagen auf dem Bahnhofsvorplatz. (Quelle: Umweltressort Bremen)
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Bremen hat zwei neue Toilettenanlagen auf den Bahnhofsvorplatz gesetzt – für viel Geld. Die Bremer haben Fragen. Auch einige Gerüchte machen die Runde.

Am Hauptbahnhof Bremen riecht es hier und da stark nach Urin – nur ein Grund, warum sich sowohl Einheimische und Reisende in der Umgebung ziemlich unwohl fühlen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Nun wurden zwei Toilettenanlagen mit je zwei kostenlosen Unisex-Toiletten auf dem Bahnhofsvorplatz eingeweiht, die dem Pipi-Problem entgegenwirken sollen. Eine Anlage steht auf der Seite in Richtung Übersee-Museum, eine weitere bei den Taxiständen in Richtung Intercity Hotel. Kosten: stolze 500.000 Euro plus jährliche Betriebskosten von rund 80.000 Euro.

Panzerglas und Stahlbeton fürs "Überleben"

In einem Beitrag der RTL-Nachrichten sind viele Bremer fassungslos: So viel Geld für zwei Toilettenanlagen? Auch in den sozialen Medien sind etliche Fragen aufgetaucht, die die Bremer Stadtreinigung nun beantwortet. Die hohen Kosten seien entstanden, weil Panzerglas und Stahlbeton nötig seien, um ein "langfristiges Überleben der Anlagen zu gewährleisten" und Vandalismus zu verhindern, heißt es. Zudem würden die Kabinen dreimal täglich manuell gereinigt und hätten zusätzlich eine automatisierte Reinigung, die regelmäßig angeht, "wenn niemand drauf sitzt". Daraus entstehen unter anderem die hohen Betriebskosten.

Öffnen sich die Türen nach zehn Minuten etwa automatisch?

Privatsphäre bieten die teuren Toiletten jedoch nur eingeschränkt: Die Türen sind oben und unten offen. Warum? "Damit darin wirklich nur das eine 'Geschäft' verrichtet wird. Dies schützt euch und andere", so die Stadtreinigung. Meint also, dass Drogengeschäfte in den Kabinen verhindert werden sollen. Man könne aber nicht "einfach von unten reinschauen und zusehen".

Zudem kursierte das Gerücht, die Türen der Toiletten würden nach zehn Minuten automatisch öffnen – was natürlich gleich doppelt Druck machen würde und den ein oder anderen in eine peinliche Situation bringen könnte. Dem sei nicht so, erklärt die Bremer Stadtreinigung: "Lasst euch Zeit, wenn es nötig ist!"

Die neuen Toilettenanlagen dürften bei vielen Bremern dennoch unliebsame Erinnerungen wecken: an den "Palazzo Pisso". Diesen Spitznamen bekam eine Toilettenanlage in Bremen, die bundesweit in die Schlagzeilen geriet. Die unterirdische Toilette auf dem Domshof gab es jahrzehntelang, Anfang der 90er-Jahre wurde sie für 870 .000 Mark renoviert. Die Kosten waren mehr als die Hälfte höher als ursprünglich geplant, weswegen der Bund der Steuerzahler von einem "Musterbeispiel für die Verschwendung öffentlicher Gelder" sprach, berichtete die "Kreiszeitung".

Dazu kamen noch horrende Unterhaltskosten. 2013 war dann Schluss mit dem prunkvollen Pinkeln – der "Palazzo Pisso" wurde abgerissen. Angeblich, weil das Häuschen die Fassade und den Eingang des Neubaus der Landesbank versperrte, so "buten un binnen".

Verwendete Quellen
  • RTL Nachtjournal vom 27. September 2023
  • Eigene Beobachtungen
  • facebook.com: Post von "Die Bremer Stadtreinigung"
  • senatspressestelle.bremen.de: Zwei Toilettenanlagen auf dem Bahnhofsvorplatz ab sofort nutzbar
  • kreiszeitung.de: "'Palazzo Pisso': Bundesweit in den Schlagzeilen"
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