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Bremen will Geldw├Ąsche-Regeln auf Profisport ausweiten

Von dpa
23.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Bundesrats-Initiative
Abgeordnete nehmen an der Sitzung des Bundesrates teil. (Quelle: Wolfgang Kumm/dpa/Archivbild/dpa-bilder)
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Die Regeln des Geldw├Ąschegesetzes sollen nach dem Willen des Bundeslandes Bremen auf den Profisport ausgeweitet werden. Eine entsprechende Bundesratsinitiative k├╝ndigte Bremens Justizsenatorin Claudia Schilling (SPD) f├╝r die Sitzung am 11. Februar an. Der Profisport sei besonders gef├Ąhrdet, durch kriminelles Geld zersetzt zu werden. "Man muss die Augen schon ganz fest zu dr├╝cken, wenn man das Risiko von Geldw├Ąsche in diesem Bereich nicht erkennen will", sagte Schilling der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Durch die ├änderung des Geldw├Ąschegesetzes (GwG) soll der Kreis der Verpflichteten ausgeweitet werden: auf Spielervermittler und "Sportvereine und Unternehmen, die mit wenigstens einer Mannschaft einer ersten, zweiten oder dritten Liga im Bereich des olympischen oder nichtolympischen Individual- oder Mannschaftssports angeh├Âren und mithin dem Berufssport zuzurechnen sind".

Damit w├╝rden auch sie unter die Meldepflicht beim Verdacht auf Geldw├Ąsche fallen, wie sie etwa f├╝r Banken, Rechtsanw├Ąlte, Notare, Steuerberater, Wirtschaftspr├╝fer oder Kunstvermittler gilt. Das GwG sieht unter anderem vor, dass Vertragspartner identifiziert werden, der Zweck der Gesch├Ąftsbeziehungen klar ist, ein Geldw├Ąschebeauftragter bestellt wird.

Das Ansinnen Bremens ist nicht neu. Schon 2020 setzte Schilling das Thema auf die Agenda der Justizministerkonferenz. Aber der Vorsto├č versandete, weshalb nun in der L├Ąnderkammer der zweite Anlauf erfolgt. Schon damals waren die Fronten abgesteckt. Der Deutsche Fu├čball-Bund (DFB) und die Deutsche Fu├čball Liga (DFL) formierten eine Abwehrmauer und kritisierten die Initiative als weder nachvollziehbar noch sachgerecht.

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Beide Verb├Ąnde verwiesen auch auf Schutzmechanismen wie etwa die 50+1-Regel im deutschen Profifu├čball, die zu transparenten Eigent├╝merstrukturen f├╝hre. Die 50+1-Regel soll den Einfluss externer Geldgeber auf einen Club der Bundesliga oder 2. Bundesliga begrenzen. Sie sieht im Kern vor, dass der Stammverein nach der Ausgliederung seiner Profifu├čball-Abteilung in eine Kapitalgesellschaft weiterhin die Mehrheit der Stimmenanteile besitzen muss.

Aus Sicht Schillings ist die 50+1-Regel aber letztlich kein Grund, auf die Aufnahme in den Kreis der Verpflichteten zu verzichten. "Denn "50+1" greift eben l├Ąngst nicht ├╝berall, sondern l├Ąsst reichlich Raum f├╝r Werbeabsprachen oder undurchsichtige Spielertransfers", sagte die Bremer Senatorin.

Ohnedies scheut das kleine Bundesland an der Weser selten Konflikte mit gro├čen Profi-Verb├Ąnden. So erstritt Innensenator Ulrich M├Ąurer (SPD) durch mehrere Gerichtsinstanzen bereits eine Beteiligung der DFL an Polizeimehrkosten bei Hochrisiko- Fu├čballspielen. Und M├Ąurer ist es auch, der das System der Sportwetten torpediert.

Aus dem Hause Schilling hie├č es, dass man niemanden an den Pranger stellen wolle. "Es muss aber eigentlich das ureigene Interesse der Bundesliga-Vereine selbst sein, dass sie nicht nur ihr eigenes Tor, sondern den gesamten Laden sauber halten", sagte die Senatorin. Ob der Bremer Vorsto├č im zweiten Anlauf in der L├Ąnderkammer eine Runde weiter kommt, bleibt abzuwarten.

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