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Vor 50 Jahren – die bitterste Zeit in der Geschichte des BVB

Von Dietmar Nolte

Aktualisiert am 28.06.2022Lesedauer: 4 Min.
VfB Stuttgart gegen Borussia Dortmund im Jahr 1972 (Archivbild): Nach der 0:2-Niederlage war der Abstieg für den BVB nicht mehr zu verhindern.
VfB Stuttgart gegen Borussia Dortmund im Jahr 1972 (Archivbild): Nach der 0:2-Niederlage war der Abstieg für den BVB nicht mehr zu verhindern. (Quelle: Pressefoto Baumann/imago images)
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Vor 50 Jahren endete die Bundesliga-Saison für Borussia Dortmund mit dem Abstieg – zum ersten und bislang einzigen Mal. Eine Partie wirkt bis heute nach.

"Es klappte über die ganze Saison nichts. Letztendlich sind wir zu Recht abgestiegen." Es sind klare Worte, die Jürgen Rynio für den Abstieg von Borussia Dortmund vor fünfzig Jahren findet. Er war damals der Stammtorhüter des BVB, erlebte eine Saison zum Vergessen – und stand beim negativen Höhepunkt dieser Leidenszeit ungewollt im Mittelpunkt.

Am 16. Spieltag kassierte der BVB beim FC Bayern eine der bis heute höchsten Niederlagen der Bundesliga-Geschichte. 1:11 hieß es nach 90 Minuten für die Münchner um Beckenbauer, Hoeneß und Müller an jenem 27. November 1971. "Wir sind voll reingelaufen. Es ging ratzfatz. Wir haben uns fast im Sechzehnmeterraum eingeigelt, hatten überhaupt keine Ordnung. Keiner griff an, alle standen mir nur vor der Nase rum. Ich war die ärmste Sau", hat sich der heute 74-Jährige im Interview mit der Bayern-Homepage an den denkwürdigen Tag erinnert.

"Wirtschaftlich immer fünf vor zwölf"

Komplett überfordert präsentierte sich die Borussia – wie so oft in dieser Saison. "Wir waren nicht mehr als ein talentierter Haufen", hat es Rynio beschrieben und damit einen der Hauptgründe benannt, warum es nach dieser Spielzeit für die Dortmunder in der Bundesliga nicht weiter ging: Die Mannschaft war viel zu jung, es fehlte an Leistungsträgern und Führungsspielern.

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In gewisser Weise war es ein Abgang mit Ansage. 1966 noch stolzer Europapokalsieger, hatte sich der sportliche Niedergang in den Jahren danach Schritt für Schritt vollzogen und endete in der Regionalliga West. Korsettstangen des Teams gingen, gleichwertiger Ersatz wurde nicht verpflichtet – es fehlte am nötigen Geld. Aus der eigenen Jugend war der Aderlass nicht aufzufangen. Sportlich ging es bergab, die Zuschauer im Stadion Rote Erde blieben aus, was wiederum die finanziellen Probleme weiter vergrößerte – ein Teufelskreis. "Der Verein hatte sehr wenige Mittel und Möglichkeiten. Wirtschaftlich war es immer fünf vor zwölf", erinnert sich auch Jürgen Rynio.

Der Europapokalsieger Borussia Dortmund im Jahr 1966 (Archivbild): Danach ging es sportlich sowie wirtschaftlich bergab.
Der Europapokalsieger Borussia Dortmund im Jahr 1966 (Archivbild): Danach ging es sportlich sowie wirtschaftlich bergab. (Quelle: Horstmüller/imago images)

1968 hatte der BVB die Saison auf Rang 14 beendet. Ein Jahr später konnte man sich erst mit einem Sieg über Offenbach am letzten Spieltag noch retten. 1970 sorgte Rang fünf für einen kurzen Hoffnungsschimmer, doch von dieser Mannschaft war schon zwölf Monate später nicht mehr viel übrig. Bereits 1969 hatte Torjäger Lothar Emmerich die Borussia verlassen, 1970 beendete der langjährige Kapitän Wolfgang Paul seine Karriere, auch Rudi Assauer verließ die Dortmunder. Vor der Saison 1971/72 nahm der Ausverkauf bedrohliche Züge an: Mit Reinhold Wosab, Willi Neuberger, Werner Weist und Siggi Held gingen vier weitere Leistungsträger.

Insgesamt standen elf Abgängen zwölf Neuzugänge gegenüber. Junge Spieler wurden aus der Umgebung Dortmunds verpflichtet wie Alfons Sikora (21, VfB Altena), Reinhold Matthes (22, SF Siegen), Siegfried Köstler (20, 1. FC Paderborn) oder ein Jahr zuvor Ingo Peter (19, Eintracht Dortmund).

Durchschnittsalter von 23 Jahren

"Uns fehlte damals der Unterbau, um den Abstieg zu verhindern", hat später auch Dieter "Hoppy" Kurrat festgestellt, der als einer der wenigen Spieler dem Verein auch in schweren Zeiten die Treue gehalten hat. Mit einem Durchschnittsalter von rund 23 Jahren stellte der BVB nach dem radikalen Umbruch den jüngsten Kader seiner neunjährigen Bundesligazugehörigkeit. Mit dem 38-jährigen Horst Witzler saß zudem seit 1970 ein Mann auf der Bank, der zuvor noch nie in der Bundesliga trainiert hatte.

So kam es, wie es kommen musste. Von Beginn an stand der BVB in der Spielzeit 1971/72 unter Druck. In den ersten sechs Spielen gelang nur ein Sieg; in der gesamten Hinrunde war das Team nur dreimal erfolgreich. Stattdessen gab es in der ersten Halbserie neun teils heftige Niederlagen – vom 1:5 bei Werder Bremen über das 0:6 beim 1. FC Kaiserslautern bis zur 2:4-Niederlage gegen den Aufsteiger VfL Bochum.

Edgar Schneider (FC Bayern München, Mitte) blockt den Schuss eines Dortmunders unsanft mit dem Kopf (Archivbild): Obwohl der BVB kämpfte, reichte es am Ende nicht.
Edgar Schneider (FC Bayern München, Mitte) blockt den Schuss eines Dortmunders unsanft mit dem Kopf (Archivbild): Obwohl der BVB kämpfte, reichte es am Ende nicht. (Quelle: WEREK/imago images)

Der 0:4-Heimpleite gegen den VfB Stuttgart folgte nur eine Woche später das 1:11-Desaster in München, das Witzler wenig verwunderlich als "katastrophalste Niederlage meiner Trainer-Laufbahn" beschrieben hat. Das magere 1:1-Remis gegen den Vorletzten Hannover 96 zum Ende der Hinrunde und das Aus im DFB-Pokal mit einer 0:3-Klatsche in der Roten Erde gegen den Regionalligisten Offenbach waren dann zu viel des Guten: Horst Witzler wurde auf der Trainerbank abgelöst von Herbert Burdenski.

Doch auch der erfahrene Coach konnte diese Mannschaft in der Rückrunde nicht mehr retten. Im Gegenteil: Weihnachten hatte die Borussia noch auf Platz 15 überwintert, in den kommenden Wochen ging es weiter bergab. Burdenski und der BVB starteten mit einer 2:3-Heimniederlage gegen Duisburg, verloren später auch das Derby gegen Schalke klar mit 0:3 und setzten sich im Tabellenkeller fest. Gerade einmal zwei Unentschieden und damit zwei magere Punkte holte Dortmund in den ersten neun Partien der Rückrunde. Der 2:1-Erfolg über RW Oberhausen im April bedeutete den ersten Sieg seit über einem halben Jahr für die Schwarz-Gelben. Gleich eine Woche später gab es in Gladbach wieder eine heftige 1:7-Klatsche.

Bereits am drittletzten Spieltag war das Schicksal des BVB besiegelt. Am 3. Juni 1972 verlor die Elf beim VfB Stuttgart mit 0:2; der Abstieg war rein rechnerisch nicht mehr zu verhindern. Am Ende ging die Borussia mit einer Bilanz von 20:48 Punkten und 34:83 Toren als Vorletzter hinunter in die Regionalliga – nach 36 Jahren Erstklassigkeit.

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